Blick in die Proben

© Goethe-Institut Vietnam

15.12.2010

Es ist kalt geworden in Hanoi. Regen nieselt vom grauen Himmel und sammelt sich in Pfützen auf dem Balkon des Tanzsaales. Die Musik von „Der durch das Tal geht“ scheppert in den Boxen, Henning Paar, der Choreograph der Produktion, sitzt auf einem mit Stoff bezogenen Stuhl, die Arme verschränkt, der Blick konzentriert auf die Gruppe von Tänzern vor ihm gerichtet. „Mot, hai, ba“, zählt Phong, Paars Assistent und selbst Choreograph am Vietnam Opera & Ballett Theatre (VNOB). Die Tänzer und Tänzerinnen stampfen auf, ihre Arme schwingen durch die Luft und boxen gegen unsichtbare Widerstände. Sie sind Krieger – für diesen Moment. Im nächsten sind sie Damen und Herren vom Königshof und tanzen schwanengleich und kokettierend durch den Spiegelsaal. Eine kleine Verbeugung und schon umfassen die Tänzer die Taille ihrer Partnerinnen. Plié, Balancé, Arabeske. Wäre das Licht nicht so trüb, würden Kerzen festlich leuchten, dann wäre es fast so, als sei man tatsächlich auf einem königlichen Fest. Henning Paar klatscht in die Hände: „Konzentration!“ Noch sind wir in Hanoi, noch gibt es viel zu tun, aber Mitte Februar wird es dann endlich festlich – spätestens auf der Premierenfeier!