Veranstaltungen weltweit

„Frühling Belarus“

Lesung und Podiumsgespräch
1. April 2007, 19 Uhr
Goethe-Institut Minsk

Autoren, die in der belarussischen Sprache schreiben, erhalten kaum noch Möglichkeiten, ihre Arbeiten zu publizieren oder einem Publikum öffentlich vorzustellen. Sie werden aufgrund der von ihnen gewählten Sprache isoliert.

Wir möchten daher anlässlich des Projekts "Die Macht der Sprache" diesen jungen Nachwuchslyrikern und Übersetzern die Möglichkeit geben, ihre Arbeit zu präsentieren und mit dem Publikum darüber ins Gespräch zu kommen. Dabei hoffen wir auf einen ermutigenden Effekt auch für andere, in der aus der Öffentlichkeit verschwindenden Sprache zu schreiben oder Übersetzungen in Belarussisch anzufertigen.

Parallel werden wir informieren über Programme/ Stipendien/ Literaturveranstaltungen, die für Übersetzer in Deutschland angeboten werden.

Für Nachhaltigkeit wird eine komplette Neuauflage des deutsch-belarussischen Bandes „Linija Fronty“ sorgen.

Zielgruppe: Literatur-Übersetzer, Nachwuchsautoren, Literaturstudenten, an belarussischer Literatur interessiertes Publikum

Teilnehmer:

Katerina Nabukowitsch, Berlin (Übersetzerin belarussischer Literatur ins Deutsche)
Volha Hapiejeva, Minsk
Andrej Chadanovitsch (u.a. aktiv bei „lyrikline.de“), Minsk

Goethe-Institut Minsk


 

"Vaterland und Muttersprache"
Auswirkungen der Divergenz auf Literatur, Presse und Wissenschaftssprache

Veranstaltungsreihe
2007
Warschau, Minsk, Kiew
089/15921-876
Mail Symbol
hoesch@goethe.de
Podium Berlin, 15. Juni 2007

„Sprache bedeutet nicht nur Wieder-Geburt“, wie der rumänische Schriftsteller Norman Manea schreibt, „sondern auch Legitimation, wirkliche Bürgerschaft und Zugehörigkeit“. Unterschiedliche Erfahrungen stehen hinter einer Sprache, die unter Druck steht: räumliche Distanz vom Vaterland, von Gruppen oder Einzelnen, denen Sprache vor dem Hintergrund von Flucht und Exil zur weltbildenden Kraft wird.

Die totalitäre Herrschaft erweist sich auch darin als beispiellos, dass sie eine totalitäre Sprache hervorbrachte, die den Menschen und seine Hervorbringungen im Wort auf bislang unbekannte Weise veränderte. „…denn nirgendwo ist so offenkundig, dass die Sprache‚ nicht für dich gedacht ist und nicht für mich’, wie im totalitären Staat, wo das Ich und das Du nicht existieren und das beliebteste Personalpronomen das bedrohliche „wir“ ist, bei dem man nicht weiß, wer oder was sich dahinter verbirgt“ (Imre Kertész, ungarischer Schriftsteller, Nobelpreisträger). Oder wie Dieter Schlesak, deutschsprachiger Schriftsteller in Rumänien anmerkt, „besteht nicht nur für den Schriftsteller, sondern für jeden Menschen, der sein Selbst wiederzugewinnen trachtet, die Notwendigkeit und Aufgabe darin, sich aus der geltenden Sprache, aus den herrschenden Sprachregeln herauszulösen.

Das Projekt „Mutterland und Vaterland“ dient als Forum für Schriftsteller, Journalisten und Wissenschaftler, die einer solchen, nämlich Differenz zwischen eigener Sprache, öffentlicher Sprachsituation und Sprachpolitik ausgesetzt sind. Das Projekt findet in den Goethe-Instituten Warschau (Polen), Minsk (Belarus) und Kiew (Ukraine) statt. Die dortigen Institute bilden mit ihren Veranstaltungen Gesprächs-Plattformen für ihre Partner und ihr Publikum. Je einer der Autoren bzw. Autorinnen aus Polen, Belarus und der Ukraine, dazu aus Litauen, wird zum Festival „Die Macht der Sprache“ im Juni 2007 in Berlin eingeladen, wo sie in einer von Martin Pollack, einem der renommiertesten Kenner der jungen osteuropäischen Literaturszene, moderierten Diskussion ihre Situation unter heutigen Bedingungen öffentlich reflektieren.

Das Projekt findet in Kooperation mit der Allianz Kulturstiftung statt.

    Publikation zu „Die Macht der Sprache“

    Eine multimediale Publikation reflektiert die Rolle von Sprache in einer globalisierten Welt.

    Online-Publikationen zu „Die Macht der Sprache“

    ergänzend zu der im Langenscheidt Verlag erschienenen Buchpublikation „Die Macht der Sprache“.