Passagen

Editorial

Das aktuelle Magazin „Passagen“ wird zum letzten Mal als Printausgabe veröffentlicht. Wenn HUMBOLDT ab 2014 als Magazin unter www.goethe.de ausschließlich im Internet erscheint, bleibt es der Tradition seines Namenspatrons Alexander von Humboldt verbunden. Brechen wir mit HUMBOLDT auf in eine neue Zeit!

Als Kulturzeitschrift des Goethe-Instituts fördert und gestaltet HUMBOLDT den Kulturdialog zwischen Deutschland und Lateinamerika, Spanien und Portugal mit. Es beschwört dabei Alexander von Humboldt, der durch seine Erforschung des lateinamerikanischen Kontinents den Grundstein für einen regen Austausch zwischen den Nationen legte und zum Symbol einer tiefen Verbindung zwischen Deutschland, Europa und Lateinamerika wurde. Auch HUMBOLDT geht der Sache auf den Grund: Jede Ausgabe widmet sich einem Schwerpunkt aus Kunst, Kultur und Gesellschaft – zweimal jährlich auf Spanisch und in brasilianischem Portugiesisch. Offenheit und Interesse an anderen Kulturen sowie der Anspruch, globalgesellschaftliche Themen aufzugreifen und aus verschiedenen Perspektiven zu reflektieren, sind die Prämissen, denen die Zeitschrift folgt. Das wird sie auch weiterhin tun – allerdings nicht mehr in gedruckter Form. Das aktuelle Magazin „Passagen“, das Sie in Händen halten, wird zum letzten Mal als Printausgabe veröffentlicht.

Als HUMBOLDT 1960 zum ersten Mal erschien, war das Internet noch nicht einmal Zukunftsmusik. Heute ist es weltweit längst ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Alltags und seine Verbreitung grenzenlos. Nun will auch HUMBOLDT die multimedialen Möglichkeiten des Dialogs stärker als bisher nutzen und das digitale Format unter www.goethe.de/humboldt von den Online-Lesern aktiv mitgestalten lassen. Denn das Internet bietet in Bezug auf Reichweite, Aktualität und Interaktivität weitaus mehr Möglichkeiten als eine gedruckte Ausgabe.

Der literarische Bogen der Kulturzeitschrift ist sehr weit gespannt: Bis heute kamen immer wieder viele bedeutende Persönlichkeiten wie Gabriela Mistral, José Ortega y Gasset, Jorge Luis Borges, Camilo José Cela oder Ramón Menéndez Pidal zu Wort. Andere Artikel stammten wiederum von Wolfgang Borchert, Walter Höllerer, Ernst Jünger, Heinrich Böll oder Friedrich Dürrenmatt. Zuerst erschien HUMBOLDT im Übersee-Verlag Hamburg, ab 1972 im Münchner Bruckmann-Verlag. Ein Medium gegen Totalitarismus sollte es sein und Hoffnungsschimmer zugleich – eine Gratwanderung angesichts der damaligen politischen Verhältnisse in Lateinamerika und Iberien. Gründer war der Kunsthistoriker, Übersetzer, Hochschullehrer und Journalist Albert Theile (1904–1986). Als Gegner des Nationalsozialismus war er über Norwegen, Frankreich, Indien, Japan, China, die Sowjetunion und die USA nach Chile emigriert. 1952 kehrte er aus dem Exil zurück und ließ sich in der Schweiz nieder. Nach HUMBOLDT gründete er auch die Schwesterzeitschrift Fikrun wa Fann für den islamisch geprägten Kulturraum.

Von Theiles Nachfolger, dem Journalisten Werner Karsunky, übernahm 1989 das Redaktionsteam der beiden Romanistinnen Brigitte Simon de Souza (bis 1993) und Margarete Kraft (bis 2007) die redaktionelle Verantwortung. Von 1993 bis heute war die Kunsthistorikerin Isabel Rith-Magni, zunächst im Team mit Margarete Kraft, seit 2007 mit der Ethnologin Ulrike Prinz, verantwortliche Redakteurin. Die Zeitschrift wurde zunächst kommerziell vertrieben, bevor die von Bundespresseamt und Auswärtigem Amt finanzierte Mittlerorganisation Inter Nationes die Schirmherrschaft übernahm. Mit der Fusion von Inter Nationes mit dem Goethe-Institut 2001 wurde HUMBOLDT eine der beiden überregionalen Publikationen des weltweit tätigen Kulturinstituts der Bundesrepublik Deutschland. In dieser Zeit hat es HUMBOLDTimmer wieder verstanden, das Ereignishafte kultureller Veranstaltungen im In- und Ausland mit dem Bleibenden des Gedruckten zu verbinden.

Wenn HUMBOLDT ab 2014 als Magazin unter www.goethe.de im Internet erscheint, bleibt es der Tradition seines Namenspatrons Alexander von Humboldt verbunden, indem es sich interessiert zeigt, neue Wege beschreitet und einen wichtigen Beitrag zum Austausch zwischen den Kontinenten bietet. Brechen wir mit HUMBOLDT auf in eine neue Zeit!
Johannes Ebert
Generalsekretär des Goethe-Instituts

Copyright: Goethe-Institut e. V., Humboldt Redaktion
Juni 2013

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