Dokumentarfilmpreis

Dokumentarfilmpreis Foto: Goethe-Institut/Schöttger Dokumentarfilme erzählen reale Geschichten, porträtieren Persönlichkeiten, stellen Fragen zu gesellschaftlichen Umbrüchen. Einmal im Jahr vergibt das Goethe-Institut einen Dokumentarfilmpreis und schickt den prämierten Film auf Reisen um die Welt.

Seit 2003 ehrt das Goethe-Institut einmal jährlich eine herausragende filmische Arbeit mit dem Dokumentarfilmpreis. Auswahl und Preisverleihung finden im Rahmen von DOK Leipzig statt, das zu den wichtigsten internationalen Dokumentarfilmfestivals gehört. Mit dem Preis würdigt das Goethe-Institut einen abendfüllenden deutschen Dokumentarfilm der Offiziellen Auswahl (Wettbewerbe und Internationales Programm).

Ein Film geht um die Welt

Die Auszeichnung mit dem Dokumentarfilmpreis umfasst ein Preisgeld von 2.000 Euro. Das Goethe-Institut erwirbt außerdem die Lizenzen des Films, so dass er weltweit an allen Instituten und filmischen Partnerinstitutionen gezeigt werden kann. Zudem übernimmt das Goethe-Institut die Untertitelung in acht Sprachen; so wird der Film einem Publikum in aller Welt zugänglich. Neben primär cineastischen Kriterien sollte der Film einen Deutschlandbezug in Verbindung mit einer interkulturellen oder globalen Perspektive aufweisen, so dass er weltweit eingesetzt und einen Beitrag zu den gesellschaftspolitischen Diskursen in den Gastländern leisten kann.

Die Jury

Die Leitung der Jury hat ein Dokumentarfilmer beziehungsweise ein Dokumentarfilmexperte inne. Voraussetzung ist, dass er selbst nicht am laufenden Wettbewerb teilnimmt. In der Jury sind außerdem Filmexperten des Goethe-Instituts vertreten. Denn entscheidend für die Auswahl ist neben filmästhetischen Aspekten, dass der Film in allen Weltregionen einsetzbar ist sowie einen Beitrag zu den gesellschaftspolitischen Diskursen in den zahlreichen Gastländern des Goethe-Instituts leisten kann. 2013 ging der Dokumentarfilmpreis an „Land in Sicht“ von Judith Keil und Antje Kruska. 2014 erhielt „Die Böhms – Architektur einer Familie" von Maurizius Staerkle-Drux die Auszeichnung. 2015 hieß der Gewinnerfilm „Overgames“ von Lutz Dammbeck, und beim Festival 2016 wurde der Preis an Jakob Schmidt für seinen Film "Zwischen den Stühlen" verliehen. 
Interview mit Lutz Dammbeck

Die Dokumentarfilmförderung des Goethe-Instituts

Das Goethe-Institut ist Botschafter des deutschen Films weltweit. 159 Goethe-Institute in 98 Ländern zeigen die neuesten Entwicklungen der deutschen Filmkunst. Aufgrund seiner besonderen Filmästhetik und seiner Vielseitigkeit war der deutsche Dokumentarfilm im Repertoire des Goethe-Instituts schon immer eine feste Größe. Seine künstlerische Qualität wird inzwischen weit über die deutschen Grenzen hinaus gewürdigt. Gerade in Zeiten, in denen der Dokumentarfilm verstärkt um Aufmerksamkeit kämpft, ist die Förderung des Dokumentarfilms für das Goethe-Institut eine vordringliche Aufgabe: Derzeit sind mehr als die Hälfte aller Filme des Goethe-Instituts dokumentarisch.

Bisherige Preisträger des Dokumentarfilmpreises

2016: "Zwischen den Stühlen" (Jakob Schmidt)
2015: "Overgames" (Lutz Dammbeck)
2014: "Die Böhms - Architektur einer Familie" (Maurizius Staerkle-Drux)
2013: "Land in Sicht" (Judith Keil und Antje Kruska)
2012: "Vergiss mein Nicht" (David Sieveking)
2011: "Peak" (Hannes Lang)
2010: "How to Make A Book With Steidl" (Gereon Wetze und Jörg Adolph)
2009: "Shanghai Fiction" (Julia Albrecht und Busso von Müller)
2008: "Zuletzt befreit mich doch der Tod" (Beate Middeke)
2007: "The Halfmoon Files" (Philip Scheffner)
2006: "Die Unzerbrechlichen" (Dominik Wessely)
2005: "Mein Bruder - We'll Meet Again" (Thomas Heise)
2004: "Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?" (Gerhard Friedl)
2003: "Für den Schwung sind Sie zuständig" (Margarete Fuchs)