„Movement (1920-2020)“
RAP ALS GLOBALE UMGANGSSPRACHE

Black Athena
© Paris Tavitian

MOVEMENTRADIO soll ein Treffpunkt der diversen und kreativen Communities in Athen werden, ein fruchtbares Feld des gemeinsamen Handelns und Zusammenlebens. MOVEMENTRADIO wurde im Zentrum Athens geboren und wird weiterhin hier tätig sein. Das Radioprogramm „Black Athena“, wird am 2. November 2020 gelauncht und täglich zwischen 12 und 14 Uhr unter www.movement.radio zu hören sein, die Macher*innen interagieren mit Künstler*innen unterschiedlicher ethnischer Herkunft und sehen Rap als globale Umgangssprache, die Menschen zusammenbringt.

Stefanie Peter, Leiterin der Programmarbeit des Goethe-Instituts Athen, sprach mit Kostis Nikiforakis über die Geschichte des Radiogramms, die Kooperation mit dem Goethe-Institut Athen und die Zukunft von „Black Athena“.

1. "Black Athena" - wie kam es zu diesem Namen für die Radiosendung?

Wir haben in Athen Black Music gespielt, also hat der Name perfekt gepasst. Ich habe das Gefühl, dass die Sounds auch eine besondere Harmonie haben, daher sollte auch im Namen der Sendung eine gewisse Musikalität stecken…

2. Wie würden Sie die Geschichte von „Black Athena“ in wenigen Sätzen zusammenfassen?

In den letzten fünfzehn Jahren haben wir die Lautsprecher und Funkwellen der Stadt konsequent mit einigen der modernsten Klänge aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft bespielt. Dabei gab Qualität den Ausschlag: Was gut ist, wird gespielt. Egal wer es gemacht hat, wann und wo oder in welchem ​​Stil oder Tempo. Wir sind für Rap bekannt, und ich denke, es gehört ja auch gerade zum Rap, dass er aus vielen Quellen schöpft und mit vielen verschiedenen Materialien arbeitet. Wir haben Partys und Konzerte veranstaltet, wir betreiben ein Plattenlabel, wir haben Künstler*innen unterstützt und sogar in Plattenläden gearbeitet!

3. Wie interagieren Sie mit den lokalen Communities  und inwiefern spiegelt Ihr Publikum die Diversität Athens wider?

Seit 2013 arbeiten wir sehr eng mit Künstler*innen unterschiedlicher ethnischer Herkunft zusammen. Wir hatten das Glück, die ersten Radiointerviews einiger wirklich talentierter Musiker*innen zu produzieren, die später zu einem festen Bestandteil der Athener Szene wurden: Negros Tou Moria, Kareem Kalokoh, Moose, Gio Melody, Golden Child und Tosin Martyns sind einige, die in unser Studio gekommen sind. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Musik, wenn sie genug Energie hat, jeden ansprechen kann. Rap ist seit vielen Jahren eine globale Umgangssprache. Über den Rap gelingt es uns, sehr viele Menschen anzusprechen.

4. Wer sind Ihre Hörer*innen im Jahr 2020 und wie stellen Sie sich Ihre zukünftigen Hörer*innen vor?

Unsere Hörer*innen waren schon immer Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen, die eine große Leidenschaft für Musik haben. In unserer Sendung ging es seit der Gründung im Jahr 2007 um Inklusivität. Mit Rap und seiner universellen Anziehungskraft konnten wir Menschen unterschiedlichster Herkunft in Athen und darüber hinaus erreichen.

Da Musik zugänglicher ist als je zuvor, stelle ich mir vor, dass unsere zukünftigen Hörer*innen musikalisch informiert und kreativ sind sowie in der Lage, verschiedene Programme zu begreifen, in denen Skepta und Fela Kuti, Moodymann, Octavian, Westside Gunn und King Jammy nebeneinander stehen.

5. Was könnte eine Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Athen zu Ihrer Mission beitragen?

Das Goethe-Institut in Athen war für mich schon immer eine zukunftsorientierte Kulturorganisation. Von den 1980er Jahren, als sich der legendäre Sun Ra in Athen etablierte, bis zu den aufregenden Initiativen von heute. Ich bin sehr stolz und aufgeregt über diese Zusammenarbeit, und ich glaube, dass wir gemeinsam dazu beitragen können, die Wahrnehmung dessen, was Musik, Kunst und Radioprogramme in der antiken Stadt ausmacht, wiederzubeleben.



Black Athena sind ein DJ-Duo, eine Radiosendung und seit neuestem ein Plattenlabel, das zwischen 2000 und 2010 im und um das Zentrum von Athen konzipiert wurde.

„In der Black Athena-Philosophie geht es sowohl um das Lokale als auch um das Globale. In einem Underground-Musikbereich, in dem es zunehmend um A&Ring-Musik direkt aus dem Internet geht und Labels entstehen, die von Künstler*innen angeführt werden, die bereits als "cool" akzeptiert wurden, geht es bei Black Athena darum, eine persönliche und  "echte" Verbindung zu den Künstler*innen zu schaffen, sie zu fördern und auf einer globalen Bühne zu platzieren. In einem Land, das von Unsicherheit und finanzieller Instabilität geprägt ist, glauben wir, dass es von größter Bedeutung ist, junge Menschen in den Vordergrund zu stellen und ihnen durch ihre Kreativität und  Liebe zur Musik zum Erfolg zu verhelfen.

Unsere Strategie ist in allen Medien, mit denen wir arbeiten, dieselbe: Black Music, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Sound von Black Athena handelt ebenso vom Sound des zeitgenössischen US-Rap wie zum Beispiel von Kendrick Lamar, Drake und A$ap Rocky, sowie von der Deep House-blueprint von Moodymann und Theo Parrish. Es geht genauso um Wiley, Skepta und D Double E wie um Prince, Marvin Gaye, Prince Jammy & Chic.