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Berlinale Blogger 2018
Der Eisbär und ich

Die Berlinale 2018 aus Griechischer Perspektive
© Berlinale 2018

​Die Jagd auf den Goldenen Bären beginnt und die 68. Berlinale hält für Filmbegeisterte einige Überraschungen bereit. Griechische Filmemacherinnen bekommen internationale Aufmerksamkeit, der griechische Filmmarkt hinkt noch etwas hinterher, aber dank einiger Koproduktionen ist er sichtbar. Berlinale Blogger Gerasimos Bekas teilt seine ersten Eindrücke.

Von Gerasimos Bekas

Gänsehaut scheint in diesem Jahr garantiert. Schon vor der ersten Filmvorführung. Kein Wunder, bei den Temperaturen. Der Berliner Winter hat sich in diesem Jahr Zeit gelassen, aber jetzt ist er da. Ein Eisbär hat es richtig gemacht. Er hat sich im beheizten Whirlpool des SOHO House, eines Privatclubs in Berlin-Mitte, ausgebreitet und schaut mich müde an. Cocktails stehen vor dem Becken bereit. Das ist das erste Berlinale-Plakat, das ich zu sehen bekomme. Bis zum offiziellen Start sind es noch ein paar Tage. Ich schlendere durch Berlin-Kreuzberg und komme an den HAU Theatern vorbei, sie sind Austragungsorte einiger Filmvorführungen und Talkrunden. Techniker verladen Kisten und schleppen Kabel durch die Gänge. Hier wird für die Berlinale gebaut. Mein Telefon vibriert und zeigt mir immer neue Pressemitteilungen von den Veranstaltern, Agenturen, Pressestellen.

Kaffee ja, Becher nein

Ein Kuriosum aus griechischer Sicht, das mir schon bei der ersten Pressemitteilung auffällt, ist die Bring your own Cup!-Politik. Für Journalisten gibt es bei der Berlinale kostenfrei Kaffee, den Becher muss man jedoch selbst mitbringen. Mit dieser Maßnahme soll unnötiger Müll durch Pappbecher vermieden werden. Toll für die Umwelt, kompliziert für mich. Es wird viel Kaffee brauchen, um die nächsten Tage durchzustehen. Etwa 400 Filme wollen gesehen werden. Kein Mensch schafft sie alle, aber was, wenn man ausgerechnet den einen Film verpasst, der einem die Augen öffnet, gar das Leben verändert?

Griechinnen auf der Berlinale

Ich verwerfe den Gedanken und freue mich, dass in diesem Jahr auch aus Griechenland einige Beiträge eingeladen wurden. Es sind vor allem die griechischen Frauen, die es mit ihrer Arbeit nach Berlin geschafft haben. Evangelia Kraniotis Obscuro Barocco läuft in der Sektion Panorama, Marina Gioti ist mit im Forum Expanded mit The Invisible Hands vertreten. Das Athener Publikum konnte den Film bei der documenta 14 erstmals erleben. Wie bei The Invisible Hands, wenn auch strenger dokumentarisch, ist Ägypten der Schauplatz von Reem Salehs What comes around. In dieser griechischen Koproduktion, an der insgesamt fünf Staaten beteiligt sind, begleitet die Kamera über Jahre einen der ärmsten Kairoer Stadtteile.

Bei den Berlinale Talents wurden gleich drei Griechinnen ausgewählt, die für den griechischen Filmmarkt keine Unbekannten sind: Ira Dika als Regisseurin, Elizampetta Ilia-Georgiadou als Drehbuchautorin und Phaedra Vokali als Produzentin. Die Zukunft des Films ist also weiblich und griechisch. Mit diesem Gefühl kann die Berlinale beginnen.

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