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Licht & Schatten Skulpturengarten
Modul 2


Schule // Workshop // 12-18 Jahre // 2 Stunden // 3 Unterrichtseinheiten
Basteln // Entwerfen // Inszenieren
Vorkurs // Gemeinschaft // Material // Josef Albers
Licht // Schatten
Kombinierbar mit Modul 4

Workshop Modul 2 Silke Wittig | CC BY-NC-SA 4.0 benötigt werden:

  • Aluminiumdraht
  • farbige Folie
  • Scheren
  • Klebefilm
  • Seitenschneider
  • Bastelmaterialien nach Wahl
  • Projektor
  • Projektionsfläche

Anleitung

In Anlehnung an die Materialübungen und Studien zu Licht und Schatten aus dem Vorkurs sowie an die Glasmalereien und Fensterarbeiten von Josef Albers werden in diesem Modul farbige Skulpturen aus Aluminiumdraht und Folie gefertigt, auf ihre Eigenschaften untersucht und im Spiel von Licht und Schatten gemeinsam inszeniert. Hier kommt es nicht auf die perfekt gefertigte Skulptur an, sondern darauf, was das Licht mit ihr macht und wie sich die einzelnen Objekte zu einem Gemeinschaftswerk im Licht inszenieren lassen.

Schritt 1: Die Teilnehmer*innen fertigen aus Aluminiumdraht eine skulpturale Form, die Standfestigkeit aufweist.

Schritt 2: Diese Struktur dient als Basis für farbige und fantasievolle Objekte, die in ihrer Entstehung immer wieder in der Lichtquelle betrachtet und ihre Wirkung untersucht werden sollten.

Schritt 3: Sobald alle Teilnehmer*innen ein Objekt gefertigt haben, werden sie gemeinsam in der Lichtquelle arrangiert, so dass sie ein großes gemeinsames Bild ergeben. Je nach Standort vor der Lichtquelle variieren Größe und Kontur.

Schritt 4: Optional: Die Projektionen der Skulpturen lassen sich mit einfachen Mitteln zu einem Stop-Motion-Film animieren, zum Beispiel mit einem Smartphone und einer App (z.B. Stop Motion Studio, Lapse It, iMotion o. ä.).

Der Architekt Walter Gropius gründete 1919 das Bauhaus mit dem Anspruch, Kunst und Handwerk zu verbinden. Ziel der Schule war die Ausbildung eines neuen Künstlertypus, der Produkte im Bereich Design und Architektur verbinden sollte, welche sich für die industrielle Massenproduktion eigneten. Die Schule trat mit der Idee an, Lebensvorgänge und somit die Gesellschaft insgesamt gestalten zu wollen, das Schaffen von Gesamtkunstwerken durch gemeinschaftliche Arbeit stand dabei im Fokus. Gleichzeitig waren Interdisziplinarität und experimentelles Ausprobieren entscheidende Komponenten der pädagogischen Ausrichtung.

Zu Beginn der Ausbildung am Bauhaus absolvierten alle Studierenden einen einsemestrigen Vorkurs, der auf pädagogisch neue und experimentelle Weise den Umgang mit Materialien sowie gestalterische Grundprinzipien vermittelte. Die Studierenden entwickelten räumliche Strukturen, bei denen der Zusammenhang von Material, Konstruktion, Funktion und Herstellung im Vordergrund stand und auf bestmögliche Produktion bei minimalem Materialeinsatz und Energie- und Zeitaufwand abzielte.

Der Schweizer Maler und Kunstpädagoge Johannes Itten konzipierte den Vorkurs am Bauhaus in Weimar. Für ihn bildete das individuelle Empfinden, subjektive Erkennen und objektive Erfassen die Basis für kreatives Gestalten. In seinem Unterricht als Leiter des Vorkurses (1919–1923) standen Natur- und Materialstudien sowie die Farb- und Formenlehre im Vordergrund, ferner waren Analysen alter Meister sowie das Aktzeichnen Bestandteil seines Unterrichts. 1923 verließ Itten das Bauhaus und László Moholy-Nagy übernahm 1923 die Leitung des Vorkurses, den er gemeinsam mit Josef Albers führte. Moholy-Nagy verlegte den Schwerpunkt von künstlerischen auf technische Fragen. Er übernahm die Pädagogik Ittens, indem er die Schüler selbstständig Materialübungen durchführen ließ. Doch wollte er nicht die reine Individualität seiner Schüler fördern, sondern sie systematisch in einer Synthese der Sinne an die Vermittlung technischer Grundlagen wie Statik, Dynamik und Gleichgewicht heranführen. 1928 wurde Josef Albers offizieller Leiter des Vorkurses. Er ließ mit einfachen Werkzeugen die Materialeigenschaften verschiedener Stoffe wie Metall, Holz und Papier untersuchen und legte einen besonderen Fokus auf die Darstellung und Wirkung von Licht, Schatten und Perspektive.
Josef Albers wechselte 1920 als Student von der Königlich-Bayerischen Akademie der Bildenden Künste in München an das Bauhaus nach Weimar. Er belegte den Vorkurs bei Johannes Itten und besuchte die Glasmalereiwerkstatt. 1923 wurde er von Walter Gropius in das Kollegium des Bauhauses berufen, er erhielt einen Lehrauftrag für den Vorkurs und wurde noch als Geselle Werkmeister in der Glasmalereiwerkstatt. 1925 wurde er zum Jungmeister berufen, von 1925 bis 1927–1928 leitete er am Bauhaus Dessau gemeinsam mit László Moholy-Nagy den Vorkurs. Nach dessen Weggang 1928 war Albers alleiniger Leiter des Vorkurses und bis 1929 Leiter der Tischlereiwerkstatt. Am Berliner Bauhaus war Albers von 1932–1933 bis zur Auflösung des Bauhauses Leiter des Vorkurses und Lehrer für Zeichnen und Schrift. Nach der Schließung des Bauhauses 1933 emigrierten Josef und Anni Albers in die USA. Hier wurden sie auf Empfehlung des Museum of Modern Art an das Black Mountain College in Ashville, North Carolina, berufen. Albers unterrichtete dort bis 1949 Kunst. Sein Unterricht zog junge Künstler nach Ashville. Zu ihnen zählten beispielsweise Willem de Kooning, Robert Motherwell und Robert Rauschenberg.
  • Licht & Schatten Silke Wittig | CC BY-NC-SA 4.0
  • Licht & Schatten Silke Wittig | CC BY-NC-SA 4.0
  • Licht & Schatten Silke Wittig | CC BY-NC-SA 4.0
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