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Martin Walser
Ein liebender Mann

 © Rowohlt Goethe und die Liebe. In diesem ‚Historienroman‘ verliebt sich der 73-jährige Goethe in die junge Ulrike von Levetzow. 45 Jahre trennen sie, aber Goethe wäre nicht Goethe, wenn ihm dazu nichts einfallen würde. Also sagt er sich: “Meine Liebe weiß nicht, dass ich über siebzig bin. Ich weiß es auch nicht.“ Doch wer meint, Goethe würde sich nur in den schönen Schein der jungen Frau verlieben, irrt. Denn die Neunzehnjährige ist mindestens so geistreich und schlagfertig wie ihr Verehrer. So ist sie zum Beispiel der Meinung, all die klugen Sätze Goethes, die ganz Europa zitiert, klängen in ihr Gegenteil verkehrt genauso wahr. Ob sie ihm das sagen dürfe? Goethe: „Wer mir nicht sagt, was er denkt, beleidigt mich.“ Sie, zum Beweis: „Wer mir sagt, was er denkt, beleidigt mich.“ Dafür liebt Goethe sie. Und so ist dieser Roman denn vielmehr ein Buch über die Kunst der Konversation als über die ungleiche Liebe.

Martin Walser (*1927) ist einer der bedeutendsten und produktivsten Autoren der Nachkriegszeit. Er machte als Mitglied der ‚Gruppe 47‘ von sich Reden und wurde schon früh mit höchsten Ehrungen und Preisen ausgezeichnet - u.a. 1981 mit dem Georg-Büchner-Preis, 1987 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz, 1998 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels und 2015 mit dem Internationalen Friedrich-Nietzsche-Preis. 2002 veröffentlicht Walser seinen Roman Tod eines Kritikers, in dem die zentrale Figur starke Ähnlichkeiten mit dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki aufweist, der Walser Antisemitismus vorwirft. Dieses Buch löste einen Skandal aus. 2017 erscheint sein aktuelles Werk Meßmer. Gedanken. Reisen. Momente.

Walser, Martin
Ein liebender Mann
Rowohlt, Reinbek 2008
ISBN: 9783498073633; 349807363X
284 Seiten

Der Titel im Katalog der Bibliothek des Goethe-Instituts Athen
 

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