Lesung & Diskussion Kakehashi-Literaturpreis 2022 - Artur Becker & Tsuzuko Abe

Preisträger*innen Kakehashi-Literaturpreis 2022 © Goethe-Institut Tokyo

So, 30.10.2022

15:00 Uhr – 16:30 Uhr

Goethe-Institut Villa Kamogawa, Saal

Veranstaltung des Goethe-Instituts Villa Kamogawa

Das Goethe-Institut und die Gesellschaft für Germanistik Osaka Kobe veranstalten gemeinsam eine Lesung des Romans „Drang nach Osten“. Gäste sind der Autor Artur Becker und die Übersetzerin Tsuzuko Abe, die mit dem Kakehashi-Literaturpreis 2022 ausgezeichnet werden.

Der Kakehashi-Literaturpreis wird seit 2013 alle zwei Jahre durch die Merck KGaA und das Goethe-Institut Tokyo verliehen, um deutschsprachige Gegenwartsliteratur und ihre Übersetzungen in Japan zu fördern. 2022 wurde Artur Beckers Roman „Drang nach Osten“ mit dem Preis ausgezeichnet.

Dem Roman zu Grunde liegt eine autobiografische Erzählung, in der der Protagonist aus Bremen in seine alte Heimat Masuren zurückkehrt und seine Erinnerungen und die Geschichte seiner Familie im Polen der Nachkriegszeit Revue passieren lässt. Im Anschluss an die Lesung stellt Artur Becker sein Werk vor, das die Nachkriegsgeschichte Deutschlands und Polens aus der Perspektive des Autors schildert. Darüber hinaus erzählt Tsuzuko Abe, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen studierte und in der Sprache und Kultur beider Länder versiert ist, wie sie dazu kam, dieses Werk zu übersetzen.

Preisträger*in
Artur Becker wurde 1968 als Sohn polnisch-deutscher Eltern in Bartoszyce (Masuren). Seit 1985 lebt er in Deutschland. Er schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Aufsätze und ist auch als Übersetzer tätig. Artur Becker ist Mitglied im P.E.N.- Zentrum Deutschland und im Exil-P.E.N.-Club sowie im Verband deutscher Schriftsteller (VS) von ver.di. Artur Beckers Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis 2009, dem DIALOG-Preis der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e.V. 2012. Im Jahr 2020 wurde ihm die Chamisso Poetik Dozentur verliehen. Becker erhielt zahlreiche Aufenthaltsstipendien, u.a. für New York, Venedig und Santiago de Chile. Der Roman „Drang nach Osten“ erschien 2019 im Weissbooks, Frankfurt am Main. 2022 erschien sein neues Werk „Links – Ende und Anfang einer Utopie“.

Dr. Tsuzuko Abe studierte zunächst mit einem Rotary-Stipendium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, dann mit dem Stipendienprogramm der polnischen Regierung an der Universität Warschau, gefolgt von einem Studium an der European University Viadrina Frankfurt (Oder) als DAAD-Stipendiatin. Nach ihrer Rückkehr nach Japan 2001 arbeitete sie als Justizdolmetscherin und ist seit 2016 Lehrkraft für Deutsch an der Doshisha Universität in Kyoto. 2010 wurde sie für die Übersetzung von Alissa Walsers „Am Anfang war die Nacht Musik“ mit dem 2. Preis des Literarischen Übersetzungswettbewerbs des Goethe-Instituts Japan in Tokyo ausgezeichnet. 2019 promovierte sie mit einer Arbeit zum Thema „Die Erosion der ‚Modellregion‘ – Der politische Rechtsrutsch in Polen und die deutsche Minderheit“.

Zum Werk „Drang nach Osten“
„Arthur, Ende 40, stammt aus Masuren und lebt als Historiker und Schriftsteller in Bremen. Für Recherchen besucht er seinen Onkel Stanislaw in Kalifornien und erfährt von dem ehemaligen Stalinisten, dass er 1945 freiheitshungrige Menschen gefoltert hat, darunter auch Arthurs polnischen Großvater. Schockiert beschließt Arthur, sein nächstes Buch dem Schicksal seiner Großeltern zu widmen, die damals in Masuren ein neues Leben begonnen haben. Rasch gerät er in die Zeit unmittelbar nach Kriegsende, zu entsetzlichen Entschlüssen und Taten, die über Leben und Tod entscheiden. Besessen vom Denken des Undenkbaren begegnet er Malwina, einer alten Freundin aus Warschau. Mit ihr verbindet ihn eine unglückliche Liebe, die ihm jedoch plötzlich überwindbar erscheint.“ (Weissbooks)
 

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