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11:00–19:00 Uhr

TECHNO WORLDS — FINAL SAMPLING

Ausstellung|Ausstellung

  • Power Station of Art, Shanghai

  • Preis Eintritt frei
  • Teil der Reihe: TECHNO WORLDS

TECHNO WORLDS

TECHNO WORLDS

TECHNO WORLDS — FINAL SAMPLING

Öffnungszeiten: 25. April – 28. Juni 2026, Di.-So., 11:00-19:00
Veranstaltet durch: Power Station of Art
In Kooperation mit: Abteilung Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai
Zusammen mit: UFO Terminal
Kurator*innen: Mathilde Weh, Justin Hoffmann, Creamcake, Sensend
Ausstellungsdesign: Wu Juehui, Liang Xiaoming
Teilnehmende Künstler*innen: Aleksandra Domanović, ayrtbh, Benjamin Bacon & Vivian Xu, Carsten Nicolai, Chicks on Speed, Daniel Pflumm, DeForrest Brown, Jr. & AbuQadim Haqq, Henrike Naumann & Bastian Hagedorn, Jeremy Shaw, Kerstin Greiner, Mamba Negra, Maryam Jafri, Rangoato Hlasane, Robert Lippok, Ryōji Ikeda, Sarah Schönfeld, The Otolith Group, Tobias Zielony, Tony Cokes, UFO Media Lab, Adel-Jing Wang, Zhang Ding, Zuzanna Czebatul
 

TECHNO WORLDS

Gemeinsam mit der Power Station of Art (PSA) präsentieren wir vom 25. April bis zum 28. Juni 2026 die Ausstellung „TECHNO WORLDS – FINAL SAMPLING“. Neben der Musik befasst sich „TECHNO WORLDS“, eine 2021 vom Goethe-Institut initiierte Tournee-Ausstellung, mit einem breiten Spektrum an Themen – darunter Kunst, Medien, Technologie, Identität und Raum – die sich durch vielfältige Erzählungen und Praktiken über verschiedene zeitliche und räumliche Kontexte hinweg entfalten. Nach Ausstellungen in Budapest, Montreal, New York, Portland, Los Angeles, Mexiko-Stadt, Montevideo, Zürich, Dresden, Colombo, Kolkata und Peking hat das Projekt nun seinen letzten Stopp in Shanghai. Hier wird „TECHNO WORLDS“ im Dialog mit chinesischen Künstler*innen die interpretativen Dimensionen und die Bedeutung von Techno weiter ausbauen und neu formulieren.

„TECHNO WORLDS“ definiert nicht nur einen spezifischen Zustand, sondern fungiert als Beispiel der Geschichte und als Antwort auf die Gegenwart. Die Ausstellung vereint 23 Gruppen von Arbeiten aus unterschiedlichen zeitlichen und räumlichen Kontexten und wirft ein Schlaglicht auf die Unterschiede wie auch die Resonanzen zwischen Menschen, Kultur, Geschichte und Technologie. Dabei zeichnet sie eine vielschichtige Landschaft: den postindustriellen Rückgang Detroits, die durch den urbanen Wandel Berlins geprägten interkulturellen Verbindungen, das historische Gefüge der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und den Afrofuturismus. In der Ausstellung treten Stimmen in den Hintergrund, und die Sprache erweist sich als unzureichend. Die Dissonanz von Zeit und Systemen entsteht durch niederfrequente Impulse und gesättigte Klanglandschaften, während digitale Inhalte in physische, greifbare Formen zerlegt werden.

Diese künstlerischen Praktiken greifen weite Themenbereiche in einem umfassenderen Kontext auf. „Techno“ bezeichnet nicht nur ein Musikgenre, sondern auch verschiedene widerständige Praktiken, die aus Kontexten der „erzwungenen Stille“ hervorgehen. Es spiegelt die Spannung zwischen globalen Narrativen und lokaler Neuerfindung wider und zeichnet gleichzeitig nach, wie Technologien – einst von utopischer Vorstellungskraft durchdrungen – einen Wandel durchlaufen und durch kommerzielle Logik, disziplinären Druck und soziale Ungleichheit angefochten werden. Innerhalb dieses multidimensionalen Feldes werden die Beziehungen zwischen Subjektivität, Identität und Technologie kontinuierlich hinterfragt, jedoch nie endgültig geklärt.

Diese Ausstellung ist das erste Projekt des PSA, das sich ausschließlich der Musik und den damit verbundenen Kulturen widmet. Gleichzeitig scheint sich die Beziehung zwischen Mensch und Maschine angesichts der fortschreitenden Entwicklung computergestützter Technologien – wie etwa der künstlichen Intelligenz – in Richtung eines zunehmend „reibungslosen“ Zustands zu bewegen, der durch Stabilität, Effizienz und Vorhersehbarkeit gekennzeichnet ist. Vor dem Hintergrund dieser Tendenz rückt eine kritische Wachsamkeit gegenüber dieser „Reibungslosigkeit“ in eine zentrale Rolle innerhalb der Ausstellung. In diesem Licht stellt jeder Moment, in dem Subjektivität zum Vorschein kommt, eine Reflexion und eine Reaktion auf die Beziehung zwischen Technologie und dem menschlichen Körper dar.

Über Techno und TECHNO WORLDS

Als globales Phänomen hat Techno nicht nur die Musikgeschichte geprägt, sondern auch Impulse gesetzt, die in die Gegenwartskultur, in Kunst, Popkultur, Medienkonsum und Technologien hineinwirken. Techno ist Musik, aber Techno ist auch viel mehr als Musik und findet seinen Widerhall in Design und Mode, in der Philosophie, in der Subkultur, im Verhältnis der Menschen zur Maschine, zum Virtuellen, in politisch-emanzipatorischen Projekten und in den Ruinen und Bruchlinien der Hegemonie. Techno als ein Lebens- und Zeitgefühl setzt sich über Grenzen hinweg, reflektiert die jeweiligen gesellschaftlichen, lebensräumlichen und wirtschaftlichen Strukturen und kann politisches Mittel sein.

Ausgehend von Detroit entwickelt und verbreitet sich Techno seit den 1980er-Jahren rasant und weltweit. Die noch vergleichsweise „überschaubare“ Welt verändert sich radikal mit der Digitalisierung und mit der politischen Wende 1989/90. In Deutschland galt Techno nach dem Mauerfall als verbindendes Element von Ost und West. Insbesondere Berlin, das in den 1990er-Jahren mit der Love Parade und mit legendär gewordenen Technoclubs auf sich aufmerksam machte, stieg zu einer der wichtigsten Techno-Metropolen auf.

Techno und Clubkultur haben verschiedene Epochen, Stile und Varianten hervorgebracht und sich selbst immer wieder neu erfunden. TECHNO WORLDS bezieht sich auf vielfältige Techno-Szenen, Genres und subkulturell-politische Projekte zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten der Welt und lässt eine Auswahl dieser Phänomene von Werken bildender Künstler*innen und Musiker*innen erzählen und darstellen. Die Kunstwerke beziehen sich auf diese Vielschichtigkeit von Techno und thematisieren seine Verbindungen mit Technologie und Philosophie, Konsumkritik und Kommerzialisierung, Club- und Stadtraum sowie seine vielfältigen lokalen – vor allem aber queeren, feministischen und afrofuturistischen – Geschichten und Narrative.

Die Ausstellung in Shanghai präsentiert ayrtbh, Benjamin Bacon & Vivian Xu, UFO Media Lab, Adel-Jing Wang und Zhang Ding und zeigt damit fünf lokale künstlerische Perspektiven, die sich im zeitgenössischen technologischen Kontext mit Zeit, Medium und Wahrnehmung auseinandersetzen. Ihre Arbeiten erstrecken sich über mehrere Dimensionen: eine Untersuchung der Beziehung zwischen Zeit und Medien durch die Linse der „machine historicity“; eine Infragestellung linearer Erzählungen, die sich stattdessen der „Mikrozeit“ unterhalb der Schwelle menschlicher Wahrnehmung zuwendet; die Transformation von „Benennung“ in eine berechenbare zeitliche Struktur, die auf ein „automatisiertes Ritual“ innerhalb systemischer Abläufe hinweist; eine Untersuchung potenzieller „Ethik des Gehörs“ im Urzustand des Klangs, vor dessen Kommodifizierung als kulturelles Zeichen; und ein „reaktiver Klangapparat“, gesteuert durch stummgeschaltete Systeme, der eine Kritik an der pathologischen Landschaft der zeitgenössischen Kultur bietet. Bestimmte Werke übersetzen digitale Inhalte zudem in eine strukturelle Präsenz im physischen Raum, die gewaltsam ein kontinuierlich generatives liminales Feld zwischen „physischer Realität“ und „dem Cyber-Reich“ eröffnet.

PARTNER
Power Station of Art
Die am 1. Oktober 2012 gegründete Power Station of Art (PSA) ist das erste staatliche Museum für zeitgenössische Kunst auf dem chinesischen Festland. Es ist zudem Austragungsort der Shanghai Biennale. Die PSA, das aus dem ehemaligen Kraftwerk Nanshi umgebaut wurde, war während der Weltausstellung 2010 in Shanghai als „Pavillon der Zukunft“ bekannt. Das Museum war nicht nur Zeuge der gewaltigen Veränderungen der Stadt vom Industriezeitalter zum IT-Zeitalter, sondern bot mit seinem schlichten, aber geradlinigen architektonischen Stil auch eine reichhaltige Inspirationsquelle für Künstler. Als Motor der neuen Stadtkultur Shanghais betrachtet die PSA unaufhörliche Innovation und Fortschritt als Schlüssel zu seiner langfristigen Vitalität. Das Museum ist bestrebt, der Öffentlichkeit eine offene Plattform zu bieten, um zeitgenössische Kunst kennenzulernen und zu schätzen, die Barriere zwischen Leben und Kunst zu überwinden und die Zusammenarbeit sowie den Wissensaustausch zwischen verschiedenen Kunst- und Kulturströmungen zu fördern.