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19:00–21:30 Uhr

Die Ausstattung der Welt

Filmvorführung mit Nachgespräch|Metabolismus: Anorganische Evolution

  • Abteilung Kultur und Bildung, Shanghai

  • Sprache Deutsch mit chinesischen Untertiteln; Die anschließende Diskussion findet auf Chinesisch und Englisch statt.
  • Preis Kostenlos, keine Anmeldung erforderlich
  • Teil der Reihe: Metabolismus: Anorganische Evolution

Die Ausstattung der Welt © BramkampWeirichGbR

Die Ausstattung der Welt © BramkampWeirichGbR

Der erste Langfilm von Robert Bramkamp (Chinesische Wochen, 1987) und der bislang neuste von Susanne Weirich und Robert Bramkamp (Die Ausstattung der Welt, 2023) werden in einer von Zhichao Zhou kuratierten Reihe von Screenings und Workshops präsentiert, die die Abteilung Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai zusammen mit dem Shanghai Institute of Visuals Arts, dem YUZ-Museum und Fotografiska Shanghai im Mai organisiert.

„Ein komplementärer evolutionärer Weg für das „Objekt“: Bramkamp treibt die evolutionäre Seele der Erzählung voran, während Weirich den taktilen Körper der Materie formt. Durch Filmvorführungen, Dialoge und Workshop-Praktiken werden wir miterleben, wie sich Objekte von standardisierter toter Materie auf einem Fließband in eine Erzählung mit emotionaler Spannung und historischer Tiefe verwandelt. Hier ist die Evolution des Anorganischen kein physischer Zufall mehr, sondern ein vitalistischer Stoffwechsel, der von künstlerischem Willen angetrieben wird, ein bewegtes Bildexperiment zur Rekonstruktion der Realität.“
– Zhichao Zhu, Kurator
Dokufiktion
Regie: Susanne Weirich, Robert Bramkamp
2023, Farbe, 99 min


Sprache: Deutsch mit chinesischen Untertiteln
Gast: Susanne Weirich, Robert Bramkamp
Moderatorin: Dr. Evelin Hust
Die anschließende Diskussion findet auf Chinesisch und Englisch statt.
 
Sie spielen in jedem Film eine entscheidende Rolle, ohne sie wären die Reisen in verschiedene Epochen und Milieus nicht möglich, trotzdem werden sie selten bewusst wahrgenommen – die vielen großen und kleinen Dinge der Ausstattung. Die Filmemacher*innen erforschen die tiefgreifende Wirkung von Filmrequisiten, indem sie sich in Requisitenlager wie Studio Babelsberg, Delikatessen Berlin und FTA Props in Hamburg begeben. Jeder Gegenstand, von der Lampe bis zum Gemälde, verkörpert Geschichten, die über ihre physische Form hinausgehen.

Durch die Perspektive der BiPOC-Aktivistin und Schauspielerin Thelma Buabeng erforscht der Film zudem die postkoloniale Geschichte bestimmter Objekte, wie beispielsweise dem Gemälde „African Woman Holding a Clock“ aus dem 16. Jahrhundert und bietet einen nuancierten Kommentar zu Darstellung und Identität.

Weirichs und Bramkamps Arbeit ist eine Mischung aus Dokumentarfilm und Fiktion, die über die Bedeutung von unbelebten Objekten für das Erzählen von Geschichten nachdenkt. DIE AUSSTATTUNG DER WELT wurde von der Kritik für sein innovatives Storytelling und seine aufschlussreiche Erzählweise gelobt und lädt das Publikum dazu ein, die Rolle von Objekten im Film zu überdenken und die ungesehenen Geschichten, die sie erzählen, sowie die vergessenen Geschichten, die sie verkörpern, zu enthüllen.
 

Gast

  • Robert Bramkamp

    Robert Bramkamp, ist Regisseur, Autor, Produzent.  Er studierte Germanistik und Kunst (Filmklasse) in Münster. Seit 40 Jahren realisiert er erzählende Filme, in denen das Verhältnis von Fakt und Fiktion unkonventionelle Verbindungen ermöglicht, darunter „Der Himmel der Helden“ (1988), „Die Eroberung der Mitte“ (1995), „Prüfstand 7“ (2000) und „Art Girls“ (2014). Seine Filme liefen auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals. Er ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Kultur und Raumfahrt. Bramkamp lehrte am Pasadena Art Center und von 1998 bis 2005 an der Filmuniversität Babelsberg Spielfilmregie. Seit 2008 ist er Filmprofessor an dem HfbK-Hamburg. Seit 1988 kooperiert er mit der Künstlerin Susanne Weirich, mit der er 2009 das IFF-Hamburg (International Film Friends GmbH) gründete. Gemeinsam produzierten sie den SciFi-Kinofilm „Art Girls“, mit dem 2019 im Goethe Institut China die Veranstaltungsreihe „Science-Fiction zwischen Ideen und Träumen“ zur Science-Fiction im deutschen Kino endete. In Co-Regie realisierten sie die Dokufiktion „Die Ausstattung der Welt“ die nach der Premiere bei DOK Leipzig Premiere 2024 in die deutschen Kinos kam.

    Viele Filme von Robert Bramkamp finden sich bei arsenal distribution oder als Video on Demand bei sooner.de
    https://bramkamp.info/
     

  • Susanne Weirich

    Susanne Weirich lebt und arbeitet in Berlin und Essen. Sie studierte in Münster Literaturwissenschaft und Freie Kunst, und lehrte an der HFBK Hamburg und dem Pasadena Art Center, LA. Seit 2011 hat sie die Professur für Dreidimensionales Gestalten und Medien am Institut für Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Duisburg-Essen inne. Für ihre Projekte erhielt sie verschiedene Auszeichnungen wie beispielsweise jeweils das Medienkunststipendium vom Edith Russ-Haus für Medienkunst, Oldenburg (2000) sowie des Landes NRW (2008). Das Kunsthaus Zürich richtete bereits 1999 eine Werkschau ihrer Arbeiten aus. Ihre Installationen waren international zudem in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen – dazu zählen unter anderem „Tokyo Rose“ (1999, Nationalgalerie Berlin), „Trostspender“ (2002, Haus der Kunst, München), „Angels in Chains“ (2006, Hamburger Kunsthalle), „Chinese Boxes“ (2014, Essen), und „La Riffa“ (2017, Museum Braunschweig) sowie auf der 10. Bienal Internacional de Arte SIART, Bolivien (2018). Im Jahr 2014 kam zudem der von ihr gemeinsam mit Robert Bramkamp produzierte Film „Art Girls“ mit einer Werkschau ihrer medialen Arbeiten bundesweit in die deutschen Kinos. In gemeinsamer Regie entstand von 2018 - 2023 „Die Ausstattung der Welt“, der auf dem int. Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig Premiere feierte und 2024 in die deutschen Kinos kam.

Kurator

Zhichao Zhu

Zhichao Zhu ist ein Bewegtbildkünstler und Erforscher der visuellen Kultur und promovierte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK). Derzeit lebt und arbeitet er zwischen Shanghai und Hamburg. In seiner Praxis beschäftigt er sich mit Kino, Video und Installation, um die Schnittstellen zwischen privater Erinnerung und gesellschaftlichem Wandel nachzuzeichnen und das Potenzial des bewegten Bildes zu untersuchen, Teilhabe zu vermitteln und Subjektivierung neu zu konfigurieren. Seine Arbeiten wurden auf internationalen Plattformen wie dem Kurzfilm Festival Hamburg, dem Toronto Reel Asian Film Festival und Psarokokalo sowie in verschiedenen Kunstmuseen weltweit präsentiert. Er ist Träger des DAAD-Preises 2021 und des BKM-Kunstfonds 2025. Ergänzend zu seiner künstlerischen Praxis versteht Zhu Kuratieren als Forschungsmethode; als Mitbegründer und Kurator von CFFH fördert er durch kuratierte Ausstellungen und akademische Vorträge kritischen Diskurs und öffentlichen Dialog.