In Jakob Heins satirischem Roman Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste gerät der junge DDR-Beamte Grischa Tannberg Anfang der 1980er-Jahre in ein politisches und wirtschaftliches Abenteuer. Als schüchterner Assistent der Staatlichen Plankommission entwickelt er überraschend einen genialen – und völlig unorthodoxen – Plan, um die marode DDR-Wirtschaft zu retten. Ausgangspunkt ist ein staatlich kontrolliertes Cannabis-Experiment, das Grischa im Rahmen der Handelsbeziehungen zum „Bruderland“ Afghanistan anstößt.
Die Geschichte verknüpft diese absurde Idee mit einem realen historischen Ereignis: dem Milliardenkredit, den Franz Josef Strauß 1983 für die DDR vermittelte. Hein erzählt daraus eine humorvolle, pointierte und bewusst überdrehte Erklärung dafür, wie es zu diesem politischen Coup kam – inklusive eines „Wunders von Bayern“, das die Handlung in immer skurrilere Bahnen lenkt.
Der Autor Jakob Hein ist im März 2026 zu Gast bei Meet the Author, um seinen Roman im Gespräch mit Dorine Schellens, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leiden, vorzustellen. Die Veranstaltung findet online und in deutscher Sprache statt.
Nicht im Traum wäre sein Chef darauf gekommen, dass ausgerechnet Grischa, dieser schüchterne Assistent der Plankommission, zu Subversion neigt und einen – zugegeben – ziemlich genialen Plan ausheckt, wie ihr maroder Laden an eine neue, überraschend gut sprudelnde Finanzquelle gelangt. Wobei ‚Laden‘ in diesem Fall für ein ganzes Land steht.
Grischas Chef kommt aus dem Staunen nicht raus, und mit ihm staunen alle möglichen greisen Minister im Zentralkomitee. Am meisten staunt allerdings kurz darauf der Polizeichef von Westberlin, als sich am Grenzübergang Invalidenstraße tumultartige Szenen abspielen, und zwar auf der falschen (!) Seite. Hunderte junge Leute wollen nach drüben, in den Osten, als wäre Magie im Spiel. Als die Regierung in Bonn Wind davon bekommt, wird die Lage brenzlig.
Doch da macht der Osten dem Westen ein Angebot, das er nicht ablehnen kann!
Textquelle: © Galiani