5 moderne Gebäude in Deutschland   Glas, Beton und Hightech

Großer Konzertsaal der Elbphilharmonie in Hamburg
Gemacht für ein außergewöhnliches Musikerlebnis: Großer Konzertsaal der Elbphilharmonie in Hamburg Foto (Detail): © mauritius images / Michael Pasdzior / imageBROKER

Deutschland ist bekannt für seine historischen Bauten. Bestes Beispiel: Schloss Neuschwanstein. Doch heute prägen gerade die modernen Gebäude die Städte hierzulande – mit anspruchsvoller Architektur und Hingucker-Qualität.

Elbphilharmonie in Hamburg

Fast zwei Jahrzehnte hat die Planung gedauert, dann wurde 2017 eines der berühmtesten Konzerthäuser Deutschlands eröffnet: die Elbphilharmonie in Hamburg. Das Gebäude, entworfen vom renommierten Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron, steht im Stadtteil HafenCity, nahe der Hamburger Speicherstadt. Man wollte mit diesem Vorzeigeobjekt ein „Kulturdenkmal für alle” und ein neues Wahrzeichen für die Stadt errichten. Die Elphie, wie das Haus liebevoll umgangssprachlich heißt, besteht aus einem Sockel mit einem modernen Aufbau. Der Sockel ist die Fassade des ehemaligen Kaispeichers A – man hat ihn extra für die Philharmonie entkernt. Der gläserne Aufbau soll die Betrachtenden an Wasserwellen, Segel oder Eisberge erinnern, passend für eine Hafenstadt. Die Elbphilharmonie bietet nicht nur zwei Konzertsäle, sondern auch eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform, ein Hotel mit Restaurant und sogar Wohnungen. Gekostet hat all dies allerdings deutlich mehr als geplant: Statt 77 Millionen Euro mussten satte 866 Millionen aufgebracht werden.
Die Elbphilharmonie mit Besuchern auf der Aussichtsplattform in der HafenCity von Hamburg

Die Elbphilharmonie mit Besuchern auf der Aussichtsplattform in der HafenCity von Hamburg | Foto (Detail): © mauritius images / Justus de Cuveland / imageBROKER

Phaeno in Wolfsburg

Das Phaeno ist Wissenschaftsmuseum und Science Center gleichzeitig – und liegt direkt neben der Wolfsburger Autostadt. Seit 2005 strömen Neugierige in das von der irakisch-britischen Architektin Zaha Hadid (1950-2016) entworfene Gebäude. Hadid sorgte dafür, dass beim Museumsbau moderne Spezialbaustoffe wie selbstverdichtender Beton und Stahl zum Einsatz kamen. Das 170 Meter lange Haus steht auf sechs kegelförmigen Betonpfeilern. Im Inneren sorgen schräge Wände und ein geknicktes und unverdecktes Stahlträger-Dachtragwerk für ungewöhnliche Eindrücke. Immer wieder werden sanfte und fließende Verläufe durch schroffe und kantige Partien gebrochen. Die wissenschaftliche Ausstellung im Phaeno lädt alle Besuchenden zum Ausprobieren ein – egal, welches Alter sie haben. Es gibt 300 Experimentierstationen, die teilweise sogar von Künstler*innen designt worden sind und erstaunliche Erlebnisse versprechen.
Das Museum und Wissenschaftscenter Phaeno in Wolfsburg, atmosphärisch angeleuchtet

Das Museum und Wissenschaftscenter Phaeno in Wolfsburg, atmosphärisch angeleuchtet | Foto (Detail): © mauritius images / Schoening / imageBROKER

BMW-Welt in München

Der Münchner Olympiapark glänzt mit architektonisch spannenden Bauten wie der Olympiahalle und dem Olympiastadion. Direkt daneben befindet sich aber ein noch neuerer Bau: die BMW-Welt. Der Autohersteller ließ von 2003 bis 2007 einen Ausstellungs-, Auslieferungs- und Veranstaltungsort von beachtlicher Größe errichten. Mehr als 200 Vorschläge wurden beim Architekturwettbewerb eingereicht, gewonnen hat schließlich der Entwurf des Wiener Professors Wolf D. Prix mit dem Architekturbüro Coop Himmelb(l)au. Unübersehbar ist die Glas- und Stahlfassade der BMW-Welt. Besonders ins Auge sticht der sogenannte Doppelkegel, der dem Gebäude eine dynamische Wirkung verleiht. Auf dem Dach befinden sich Solarpanels. Über drei Millionen Besucher*innen verzeichnet die BMW-Welt jährlich. Ihr Interesse gilt wohl vor allem den dort ausgestellten neuen Modellen der Marken von BMW.
BMW Welt mit Olympiaturm im Münchner Olympiapark

BMW Welt mit Olympiaturm im Münchner Olympiapark | Foto (Detail): © mauritius images / Christian Bäck

Omniturm in Frankfurt

Das Stadtbild von Frankfurt am Main wird entscheidend von seiner Skyline geprägt. Eines der vielen Hochhäuser ist besonders interessant: der Omniturm. Dieses 190 Meter hohe Gebäude ist ein sogenannter Mixed-Use-Bau, er vereint also Büro-, Wohn- und öffentliche Flächen. In der Frankfurter Innenstadt gelegen, entstand der Omniturm von 2016 bis Ende 2019, die Pläne dafür waren deutlich älter. Das US-Immobilien-Unternehmen Tishman Speyer Properties verantwortete den Bau, den der dänische Architekt Bjarke Ingels plante. Architektonisch spannend ist das Hochhaus durch eine spiralförmige Achsenverschiebung in der Mitte, auch „Hüftschwung“ genannt. Zwischen dem 16. und dem 22. Stockwerk sind die Etagen um bis zu 5 Meter zur Grundfläche versetzt. Dies bietet Platz für die Terrassen der Wohnungen, die in diesen Stockwerken liegen.
Der Omniturm im Bankenviertel von Frankfurt am Main, Blick auf den sogenannten Hüftschwung

Der Omniturm im Bankenviertel von Frankfurt am Main, Blick auf den sogenannten Hüftschwung | Foto (Detail): © mauritius images / Stefan Ziese / imageBROKER

Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein

Nahe der Schweizer Stadt Basel, in Weil am Rhein, zieht seit November 1989 das Vitra-Design-Museum Architekturbegeisterte in seinen Bann. Der auffällige Bau beherbergt jährlich bis zu zehn Ausstellungen aus den Bereichen Architektur und Design. Rolf Fehlbaum, einstiger Inhaber des Schweizer Möbelherstellers Vitra, hatte das Gebäude zunächst als Ausstellungsort für die eigene Stuhl- und Möbelsammlung gedacht, entschied sich schlussendlich aber für die Nutzung als Museum mit wechselnden Ausstellungen. Man verpflichtete den US-amerikanischen Star-Architekten Frank O. Gehry (1929-2025), der das Museum und das dahinter liegende Produktions- und Verwaltungsgebäude plante. Bei der Realisierung unterstützte ihn der Lörracher Architekt Günter Pfeifer. Nach nur drei Jahren Bauzeit wurde mit dem Vitra-Design-Museum Frank O. Gehrys erstes Gebäude in Europa eröffnet.
Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein

Das Vitra Design Museum – außergewöhnliche Architektur in Weil am Rhein | Foto (Detail): © mauritius images / Franz Walter / imageBROKER

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