Die Uckermärkische Seenlandschaft besticht durch sanfte Hügel, glitzernde Seen und eine reiche Tierwelt. Historische Orte wie Lychen und das liebevoll restaurierte Kirchlein im Grünen verbinden Naturerlebnis mit Kulturgeschichte.
Die Seenlandschaft der Uckermark ist ein Erbe der letzten Eiszeit. Im Norden und Osten ist die Landschaft von überlappenden Endmoränenzügen, kuppigen Grundmoränen, Wallbergen und Söllen geprägt. Im Süden und Westen erstrecken sich ausgedehnte Sanderflächen mit Binnendünen, Rinnenseen und durchströmten Mooren. Auch die vielen großen Gesteinsbrocken – sogenannte Findlinge – sind ein Andenken an die Eiszeit. Gletscher haben sie transportiert und als sie schmolzen, zurückgelassen. Im 12. Jahrhundert zogen Siedler in die Region, rodeten Wälder, jagten, fischten und legten Äcker und Wiesen an. So entstand die charakteristische und bis heute bestehende Kulturlandschaft.
Aus dieser Zeit stammt auch das malerische und zwischen den Seen liegende Städtchen Lychen. Es ist sowohl mit dem Auto, Zug, Fahrrad als auch mit dem Boot gut erreichbar. Weil die Flößerei früher zu den wichtigsten Erwerbszweigen gehörte, trägt Lychen die Zusatzbezeichnung Flößerstadt. Das Flößereimuseum vermittelt Einblicke in die schwere Arbeit vergangener Zeiten. Das Städtchen lässt sich bequem zu Fuß erkunden, zum Beispiel auf dem Lychener Pinnenpfad, einem historischen Stadtrundgang. Zahlreiche Badeorte laden zum Verweilen ein. Auch Wanderungen und Radtouren sind möglich. Am besten erkundet man die Gegend allerdings auf dem Wasser – mit Kanu, Kajak oder Floß.
Einen Ausflug wert ist auch das Kirchlein im Grünen. Man erreicht es von Lychen aus über die Alte Poststraße oder den Uckermärkischen Radweg. Die ehemalige Gutskapelle von Alt Placht, erbaut um 1700, fügt sich sanft in die Umgebung ein. Sie ist im Stil eines traditionellen Fachwerkbaus gehalten, eierschalenfarben verputzt, mit einem blau angestrichenen, holzverkleideten Kirchenturm. Rundherum stehen mehrere uralte Linden, gepflanzt zur Zeit des Kirchenbaus. Lange Zeit stand das Kirchlein kurz vor dem Verfall. Wind und Wetter hatten dem Fachwerk und dem Reetdach stark zugesetzt. Nach der Wiedervereinigung schlossen sich Menschen zusammen, um das Gebäude zu retten: Denkmalpfleger, Handwerker und freiwillige Helfer restaurierten den Bau. Heute erstrahlt das Kirchlein im Grünen in alter, neuer Pracht.
April 2026