Rehema Chachage

Profile Photo of Rehema Chachage © Nicholas Calvin Rehema Chachage (geb. 1987 in Daressalam, Tansania) pflegt eine forschungs- und prozessorientierte Praxis, die sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Medien und Methoden auszeichnet. Basierend auf generationsübergreifendem Wissen, Erinnerung und alternativen Erzählweisen integriert ihre Arbeit Performance, Fotografie, Video, olfaktorische Elemente, Stimme, Text und Installation, um immersive, multisensorische Erfahrungen zu schaffen, die visuelle, auditive und olfaktorische Register ansprechen.

Im Mittelpunkt ihrer Praxis steht die Erforschung des matrilinearen Familiengedächtnisses, die sie in Zusammenarbeit mit ihrer Mutter und Großmutter entwickelt hat. Gemeinsam schaffen sie ein „performatives Archiv“, das Erinnerungen, Geschichten, Lieder, Rituale und mündliche Überlieferungen zu einem fortlaufenden, offenen Prozess verwebt – ähnlich einem offenen Gewebe –, in dem der Körper gleichzeitig als Ort und Medium der historischen Wissensproduktion fungiert. Durch kollektive, polyphone Auseinandersetzungen spürt Chachage Geschichten, Räume und verkörperte Erzählungen nach und schlägt alternative Methoden vor, um sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und deren Auslöschung durch enaktive, generationsübergreifende Kontinuität zu verhindern.

Chachage hat einen BA in Bildender Kunst (2009) von der Michaelis School of Fine Art der Universität Kapstadt, einen MA in Zeitgenössischer Kunsttheorie (2018) von Goldsmiths, University of London, und einen PhD in Praxis von der Akademie der bildenden Künste in Wien (2025). Ihre Arbeiten wurden vielfach in Afrika, Europa, Asien und Amerika ausgestellt. Derzeit lebt sie in Tansania und Österreich. In ihren jüngsten Projekten interpretiert sie Bauen, Hausarbeit und Zugehörigkeit als iterative Prozesse neu, durch die Gemeinschaften über Entfernungen hinweg relationale Infrastrukturen aufrechterhalten.