Artwork by Rehema Chachage

Die Gewinnerin: Rehema Chachage

Rehemas Arbeit fand bei der Jury großen Anklang aufgrund ihrer bodenständigen und zugleich weitreichenden Auseinandersetzung mit überliefertem Wissen, Ontologie und kollektiver Präsenz. Ihre Praxis unterstreicht die Dringlichkeit, künstlerisches Schaffen in gelebte Gemeinschaftskontexte einzubetten, und widersetzt sich gleichzeitig der Auferlegung einer singulären Urheberschaft oder der Last der Repräsentation. In Rehemas Arbeit findet eine behutsame und ethische Auseinandersetzung mit Sichtbarkeit statt – eine, die die Abstammungslinie und das gemeinsame Wissen würdigt, ohne es in festgelegte Narrative zu pressen.

Insbesondere versteht die Jury Rehemas Praxis nicht als endgültige Formulierung, sondern als einen fortlaufenden Prozess der Rückkehr und Erneuerung. Ihre Performances, sowohl intime als auch öffentliche, inszenieren einen kontinuierlichen Dialog zwischen Selbst und Gemeinschaft, Vergangenheit und Gegenwart. Auf diese Weise existiert ihr Werk in Bewegung – es zirkuliert zwischen Räumen, verwurzelt sich neu und taucht mit jeder Wiederholung wieder auf. Rehema verkörpert eine Praxis, die zugleich zutiefst persönlich und kollektiv ist und eine sich ständig weiterentwickelnde künstlerische Sprache signalisiert, die auf Fürsorge, Gegenseitigkeit und Transformation gründet.

Der Henrike-Grohs-Kunstpreis fördert zu Ehren seiner Namensgeberin die Prinzipien und Werte des internationalen Kulturaustauschs, wie sie vom Goethe-Institut verstanden werden, und steht als Leuchtturm für die Anerkennung und Förderung herausragender künstlerischer Talente.

Herzlichen Glückwunsch an die Zweitplatzierten 2026

Kunstwerk von Rania Atef: Eine immersive Installation mit hängenden, ausgeschnittenen Figuren, die vielschichtige Schatten auf geschwungene weiße Wände werfen und so eine schwebende, traumhafte Szene aus abstrakten Wesen und Formen erschaffen.

Rania Atef

VR Animation von verschiedenen Tongefäßen auf einer freien Fläche vor einem Abendhimmel. Name des Kunstwerks: Efi Kesiem (Compund House) - Henrike Grohs Arts Award 2024: Frederick Ebenezer Okai

Younès Ben Slimane

hohenschwangau-valley-europe-bavaria-germany-wallpaper-preview © Lara Buchman

20 Künstler*innen auf der Shortlist für den HGAA 2026

Wir haben eine rekordverdächtige Anzahl an Bewerbungen für den Henrike Grohs Art Award 2026 erhalten – 490 Bewerbungen aus 29 Ländern des afrikanischen Kontinents! Zwanzig Künstler*innen wurden von einem Auswahlkomitee in die engere Wahl aufgenommen. Dieses Komitee besteht aus Ken Aïcha Sy (Kuratorin, Kulturunternehmerin und Aktivistin, deren Arbeit die zeitgenössische Kunstlandschaft in Westafrika neu gestaltet), Grace Kalima (kongolesische Kulturproduzentin und multidisziplinäre Künstlerin, die derzeit unabhängig zwischen Lubumbashi und Kinshasa arbeitet) und Don Handa (Kurator mit Sitz in Nairobi, Kenia, dessen Praxis sich auf die kulturellen und politischen Kontexte Ostafrikas konzentriert). Eine internationale Jury wird die drei Hauptpreisträger auswählen. Der/die Gewinnerin des Hauptpreises erhält 20.000 € sowie 10.000 € für die Publikation seiner/ihrer Arbeit. Zwei weitere Finalistinnen erhalten jeweils 5.000 €.

Shortlist 2026

Der zu Ehren der verstorbenen Henrike Grohs – einer engagierten Förderin der zeitgenössischen Kunst in Afrika – ins Leben gerufene Preis zielt darauf ab, herausragende künstlerische Praktiken zu unterstützen und zum kulturellen Dialog auf dem afrikanischen Kontinent beizutragen. Seit seiner Inauguration im Jahr 2018 hat sich der Preis als herausragende Möglichkeit zur Förderung brillanter afrikanischer  zeitgenössischer Kunstpraxis etabliert. Bewerben können sich zeitgenössische bildende Künstler*innen verschiedener Disziplinen, die auf dem afrikanischen Kontinent leben und arbeiten.

Der*die Gewinner*in der renommierten Auszeichnung erhält einen Geldpreis in Höhe von 20.000 €, sowie 10.000 € für die Erstellung einer Publikation. Zwei weitere Künstler*innen oder Kollektive werden als Zweitplatzierte ausgewählt und erhalten jeweils einen Geldpreis von 5.000€.

Frühere Preisträger sind: Kitso Lynn Lelliott (2024),  Gladys Kalichini, Sambia (2022), Jackie Karuti, Kenia (2020) und Em'kal Eyongakpa, Kamerun (2018).

Über den Henrike Grohs Art Award

Der Henrike Grohs Art Award ist eine künstlerische Auszeichnung für Bildende Kunst, die alle zwei Jahre verliehen wird. Gegründet wurde der Preis vom Goethe-Institut und der Familie Grohs in Erinnerung an die frühere Leiterin des Goethe-Instituts in Abidjan, Henrike Grohs.

Über den Award