Digitale Resilienz für Jugendliche. Bibliotheken als CheckZones der Zukunft.
Was ist echt — und was nur perfekt gemacht? Wie erkennt man eine Lüge, wenn sie aussieht wie Wahrheit? Und wo lernen Jugendliche, sich in einer digitalen Welt zu orientieren, die sich schneller verändert als jedes Schulbuch?InfoCheck Central Asia ist ein regionales Projekt des Goethe-Instituts Usbekistan mit Partnern aus Zentralasien und Deutschland. Es stärkt Jugendliche im Umgang mit Desinformation, Deepfakes, KI-generierten Inhalten, Cybermobbing und digitalen Risiken. Nicht durch trockene Belehrung, sondern durch interaktive Formate, spielerisches Lernen und neue Erfahrungsräume in Bibliotheken.
Im Zentrum stehen die Jugendlichen selbst. Sie bringen ihre Fragen, ihre Medienrealität und ihre digitalen Fähigkeiten ein. IT-affine Schüler*innen entwickeln beim Hackathon in Taschkent erste Ideen und Prototypen für digitale Lernprodukte. Diese werden anschließend professionell weiterentwickelt und später in öffentlichen Bibliotheken eingesetzt — in sogenannten CheckZones.
Warum InfoCheck?
Jugendliche bewegen sich täglich durch eine Flut aus Bildern, Videos, Nachrichten, Kommentaren, Memes und Algorithmen. Informationen sind überall verfügbar. Verlässlich sind sie deshalb noch lange nicht.
InfoCheck Central Asia setzt genau dort an, wo digitale Bildung heute gebraucht wird: mitten im Alltag junger Menschen.
Fakten von Fakes unterscheiden
Jugendliche lernen, Quellen zu prüfen, Bilder und Videos kritisch einzuordnen und Manipulationen zu erkennen.
Digitale Risiken verstehen
Deepfakes, Cybermobbing, Datenschutz und Online-Sicherheit werden in Formate übersetzt, die Jugendliche wirklich erreichen.
Bibliotheken neu denken
Bibliotheken werden zu CheckZones: offenen, betreuten Orten, an denen junge Menschen digitale Inhalte nicht nur konsumieren, sondern hinterfragen, testen und gemeinsam verstehen.
Von der Idee zum Lernprodukt
Im ersten Projektjahr kommen Jugendliche, Bibliotheken und Expertinnen zusammen. Ausgewählte Schülerinnen aus Zentralasien nehmen an Online-Workshops teil und entwickeln beim Hackathon in Taschkent eigene Ideen für interaktive Lernformate. Dabei geht es nicht darum, fertige Antworten vorzugeben. Es geht darum, Jugendliche als Expert*innen ihrer eigenen digitalen Lebenswelt ernst zu nehmen: Welche Fakes begegnen ihnen? Welche Risiken sehen sie? Welche Formate würden sie selbst nutzen?
Die stärksten Ideen werden gemeinsam mit einem Entwicklungsteam der HAW Hamburg zu zwei spielbaren, pilotfähigen digitalen Lernprodukten weiterentwickelt. Diese Produkte werden später in den CheckZones der Pilotbibliotheken erprobt.
Bibliotheken als Infrastruktur digitaler Orientierung
Bibliotheken sind Orte des Wissens. Mit InfoCheck Central Asia werden sie auch zu Orten digitaler Orientierung.
In den CheckZones können Jugendliche künftig interaktive Lernprodukte ausprobieren, über schwierige Online-Situationen sprechen und gemeinsam mit geschulten Bibliothekar*innen Strategien gegen Desinformation und digitale Risiken entwickeln.
Dafür werden Vertreterinnen der Pilotbibliotheken zu Multiplikatorinnen geschult. Sie erhalten Methoden der Medienkompetenzvermittlung, Impulse für die Arbeit mit Jugendgruppen und konkrete Werkzeuge für die Umsetzung der CheckZones vor Ort.
So entsteht ein Netzwerk von Bibliotheken, das junge Menschen in Zentralasien dabei unterstützt, sich sicherer, kritischer und selbstbewusster in digitalen Räumen zu bewegen. Denn digitale Resilienz beginnt nicht mit Technik. Sie beginnt mit einer Frage: Stimmt das wirklich?