Wie klingt es eigentlich, heute in Europa aufzuwachsen? In allen Ländern, die im Perspectives-Netzwerk vertreten sind – Litauen, Estland, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, die Ukraine und Deutschland – stellten wir diese Frage. Das Ergebnis ist eine einzigartige Playlist mit 38 Songs einer neuen Welle politisch bewusster mittel- und osteuropäischer Künstler*innen und Bands.
Einleitung von Sarah Bakšytė
Es ist eine merkwürdige Zeit, jung zu sein.
Seit Jahrzehnten hilft Musik jungen Menschen dabei, aus der Welt um sie herum einen Sinn zu erschließen. Sie hilft, Emotionen zu verarbeiten und sich gegen Normen zu wehren oder Gefühle zu artikulieren, die in politischen Debatten übersehen werden.
Heute ist die Musikwelt so umkämpft wie nie zuvor. Unter andauernden Nachrichtenzyklen, Algorithmen, und einer tiefsitzenden, aber stillen Tendenz zum Overthinking, klingt die Musik ganz anders als in den Jahrzehnten zuvor. Musik entsteht heute zwischen digitaler Vernetzung und emotionaler Isolation, zwischen Freiheit und Unsicherheit, zwischen politischem Bewusstsein und dem Gefühl, nur wenig verändern zu können.
Von Vilnius bis nach Budapest wurde die Musik auch während des Kalten Krieges und anschließend von den postsozialistischen Erfahrungen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion geprägt. Diese Kontexte sind nicht für jedes Land identisch. Sie weisen jedoch Parallelen auf, die ein gemeinsames Verständnis des mittel- und osteuropäischen Sounds ermöglichen, der Künstler*innen aus dieser Region von denen anderswo unterscheidet.
Hinter dem Politischen verbirgt sich Angst, Widerstand und eine fortwährende Suche nach Zugehörigkeit.
All diese unterschiedlichen Hintergründe haben einen gemeinsamen Nenner: Hinter dem Politischen verbirgt sich Angst, Widerstand und eine fortwährende Suche nach Zugehörigkeit.
Hiermit präsentieren wir eine einzigartige Playlist mit 38 Songs einer neuen Welle politisch bewusster mittel- und osteuropäischer Künstler*innen. Die Songs wurden ausgewählt von Autor*innen aus den Redaktionen der im Perspectives-Netzwerk vertretenen Medien. Sie selbst gehören der Generation Z an und stellen Musiker*innen und Bands aus ihren jeweiligen Ländern vor. Einige dieser Künstler*innen zählen ihre Aufrufe in Millionen, andere in Hunderten. Aber alle von ihnen geben eine Vorstellung davon, wie es ist, jung zu sein, in diesem Teil Europas, in der heutigen Zeit.
Hört mal rein, wie das klingt!
UKRAINE
Ausgewählt von Polina Tolpygina (NARA):hatespeech (хейтспіч)
Die nach der groß angelegten Invasion im Jahr 2022 gegründete ukrainische Rockband hatespeech (хейтспіч) stammt aus Odesa; ihr Sänger Dmytro ist Soldat in der ukrainischen Armee. Ihre neueste Single, Договорнячок, trägt einen ironischen Titel, für den es keine direkte deutsche Entsprechung gibt. Am ehesten könnte man es etwa mit „Hinterzimmer-Deal“ übersetzen – ausgesprochen in einem spöttischen und abweisenden Ton, der die Verachtung zum Ausdruck bringt, die die Ukrainer*innen gegenüber den Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland empfinden. Der Text bezieht sich auf aktuelle gesellschaftliche und politische Ereignisse, die das ukrainische Volk weiterhin beunruhigen, wie die Beschneidung der Unabhängigkeit der ukrainischen Antikorruptionsbehörden NABU und SAPO, die allgemeine Enttäuschung über den „weltlichen Humanismus“ und die zunehmende Zahl russischer FPV-Drohnen über ukrainischem Territorium – allesamt Probleme, die durch den Anschein einer politischen „Vereinbarung“ gelöst werden sollen.Tember Blanche
Nach dem Beginn der groß angelegten Invasion in der Ukraine schloss sich auch das mittlerweile verheiratete Musikduo Tember Blanche dem Trend an und schrieb einige Lieder über den Krieg, wie Du lebst (Ти живий) oder Ungeboren (Ненародженим). Aber musikalisch und textlich sind sie wirklich am stärksten, wenn sie ukrainische Volksklänge und Weihnachtslieder verarbeiten, wie in Wenn der Tag die Nacht verdrängt (Як день посуне ніч). Oder wenn sie von ukrainischen gesellschaftlichen Phänomenen singen, wie im Lied Vechornytsi (Вечорниці), das das Duo berühmt machte. Es handelt von den ukrainischen Hausparties, die traditionell von der Jugend im Osten und Süden der Ukraine veranstaltet werden.MUR (МУР)
МУР ist ein kreatives Kollektiv, das Musik, Poesie und Geschichte miteinander verbindet, um einer jüngeren Generation das ukrainische kulturelle Gedächtnis wieder näherzubringen. Ihre Arbeit greift oft auf historische Traumata zurück, insbesondere auf das Erbe der „Erschossenen Renaissance“, und verbindet vergangene Unterdrückung mit gegenwärtiger Identität. Das Bildungsprojekt entwickelte sich zu einer kreativen Gruppe und Musikband. МУР, was auf Ukrainisch „Mauer“ bedeutet und hier die ewige Trennung zwischen ukrainischer und russischer Kultur und Poesie symbolisieren soll – besteht aus vier jungen Männern, die sich der Popularisierung der ukrainischen Geschichte und Poesie verschrieben haben, allerdings mit einem modernen Ansatz.Das erste Album, das ihnen landesweiten Ruhm einbrachte, war Du [Romantik] (Ти [Романтика]), ein Musical über die „Erschossene Renaissance“, eine Generation ukrainischer Künstler*innen, von denen viele während Stalins Großem Terror ermordet wurden. Das Musical enthält Elemente aus Pop, Jazz und Rap, Spoken-Word-Einlagen sowie eine Reihe von Kollaborationen mit ukrainischen Künstler*innen, Performer*innen und Persönlichkeiten des ukrainischen „Zeitgeistes“. Ein Song zum Einstieg: Третя Рота
The Unsleeping
The Unsleeping, eine selbsternannte „Bedroom-Punk“-Band aus Uman in der Oblast Kyjiw, kam 2013 erstmals zusammen, um bei einer Schulveranstaltung aufzutreten. Heute spielen sie auf Festivals in der Ukraine und im Ausland und schreiben selbstreflexive Lieder auf Englisch und Ukrainisch, unter anderem über Nostalgie für die Jugend und die Sehnsucht nach einem besseren Leben. Die meisten ihrer Lieder sind zwar sozialkritisch, aber eher persönlich und spielen nur am Rande auf Kriegsthemen an. Dennoch hinterlässt das Musizieren vor dem Hintergrund des Krieges, wie bei vielen ukrainischen Songwritern, Spuren in den Texten und der allgemeinen Stimmung der Band. So handelt ihr Song Aus Glas (Зі скла) davon, die Vergangenheit zu vermissen, die nun in „Glasscherben“ zerbrochen ist, und sich vorzustellen, an einem besseren Ort zu sein – Visionen, die schnell durch „Kuckucke, die mit dem Klang der Sirene summen“ zerstört werden, was ein Verweis auf die Luftangriffswarnungen in der Ukraine ist.UNGARN
Ausgewählt von Emma Szilasi, einer auf Posttotalitarismus spezialisierten Journalistin aus Ungarn:Azahriah
Azahriah (mit bürgerlichem Namen Attila Baukó) wuchs inmitten eines Meers von Plattenbauten aus der Sowjetzeit auf und brachte sich alles selbst bei – Singen, Gitarrespielen, Produktion, Abmischen. Seine Musik lässt sich nicht in eine Schublade stecken: Gypsy-Swing geht in Metal über, Hip-Hop in Electronica, Reggae und Latin in Jazz und Klassik. Er ist Ungarns meistgestreamter Künstler, und es gibt niemanden, der ähnlich wäre.Sein Aufstieg machte ihn zu groß, um ihn zu ignorieren – auch für Orbán, der sich seine Popularität für TikTok-Videos zunutze machte. Dann tauchte Azahriah bei regierungskritischen Protesten auf, und regierungsnahe Medien begannen, Verleumdungen in Umlauf zu bringen. Er ließ sich nicht beirren. Sein Video zum Song Four Moods 2 beginnt mit einem Zitat von Orbáns eigenem politischen Direktor über Medienkontrolle, unterlegt mit Archivaufnahmen aus der sozialistischen Ära Ungarns, von Diktator Rákosi und Chaplins Hitler.
Zwei Tage vor der Wahl 2026 war Azahriah Headliner des „Rendszerbontó Nagykoncert“ (Großkonzert zur Systemänderung) auf dem Heldenplatz in Budapest und beendete den Abend mit einem brandneuen, eigens für diesen Anlass geschriebenen Song: Utema. Hinter ihm ein Chor, vor ihm Zehntausende.
„Wir stehen wahrhaftig an der Schwelle zu einer neuen Welt – in der die Nation zusammenhält, auch wenn die Meinungen auseinandergehen.“
Duckshell
Wenn der Song Törpekirály zu spielen beginnt, setzt sich die Menge im Kreis auf den Boden. Dann bewegen sie sich langsam in der Hocke vorwärts, werden schneller, richten sich auf, bis alle aufrecht stehen und rennen, und dann kommt der Drop und es wird ein Moshpit. Jedes Mal.Die Band entstand im Gólya, einer linken Underground-Bar im achten Bezirk von Budapest, als dort eine Gruppe von Waldorfschülern unter dem Namen DjümDjüm zu proben begann. Ihr Sound verbindet ungarische Volks- und Roma-Musik mit brasilianischen Rhythmen aus ihrem familiären Erbe.
Ihr Album Sötét Anyag (Dunkle Materie) handelt von dem Ungarn, in dem die meisten dort leben: dem Geruch von Pálinka und feuchtem Putz, Rentner*innen, die allein in Dorfkneipen trinken und von einer Rente leben, die kaum etwas abdeckt, Oppositionspolitiker*innen, die alle immer wieder enttäuschen, Nächten, die damit enden, dass jemand unter einen Zug gerät. All das, gespielt in Hardcore-Jazz, Folk und Gypsy-Musik.
„Ich gehe nirgendwohin, ich schließe mich keiner Seite an / die eine ist falsch, die andere noch falscher als erwartet / wie zwei schlechte Eltern, aber eine Familie, das Parlament / und die Nation schaut nur zu und sucht nach einem anständigen Vorbild.“
Pogány Induló
Hört ihr diese Rauheit in seiner Stimme? Pogány Induló hat sein Debütalbum 2023 mit nur achtzehn Jahren aufgenommen. Und er ist nach wie vor die prominenteste Figur im ungarischen Rap.In den ersten Zeilen dieses ersten Albums sagt er, er habe eine Eingebung von oben bekommen, dass er nicht derjenige sein werde, der etwas Neues bringe – er werde derjenige sein, der das Alte zurückbringe. Und genau das tut er auch, indem er seine Tracks auf Samples ungarischer Klassiker aus dem letzten Jahrhundert aufbaut.
Pogány Induló (mit bürgerlichem Namen Szirmai Marcell) rappt über Gras, was nicht unbemerkt blieb – die damalige Fidesz-Regierung ging gegen ihn vor und behauptete, er würde den Drogenkonsum bei jungen Menschen fördern. Seine Antwort darauf war, immer wieder auf die Welt hinzuweisen, in der diese jungen Menschen tatsächlich leben.
„Der Bulle hat mich dort wunderbare zwölf Stunden lang sitzen lassen / und wundert sich dann, warum ich mich nicht an die kurze Leine nehmen lasse.“
Aber das ist nur ein Teil des Ganzen. Er rappt auch darüber, wie er in Szeged (der drittgrößten Stadt Ungarns) aufgewachsen ist, darüber, der Beste zu sein, über Liebeskummer – und vor allem darüber, dass er seine Mutter vermisst. Ein Song zum Einstieg: Pogi Hip-Hop
Csinszka
Kein ungarisches Album hat 2026 so eingeschlagen wie Transformania, das zweite Album von Csernik Csinszka – transsilvanische Volksmusik und Székely-Kultur gemischt mit Autotune und experimentellem Pop.Obwohl sie weit außerhalb des Mainstreams angesiedelt ist, hat Csinszka auf TikTok eine riesige Fangemeinde aufgebaut, wo Hirten, Reiter und Bauern aus ganz Ungarn und Siebenbürgen regelmäßig Videos zu ihren Songs posten. Felsütött a Napsugara wurde zu einer Hymne im Zusammenhang mit dem Regierungswechsel – bei Protesten gesungen und im Vorfeld der Wahl in den sozialen Medien verbreitet.
„Und während ich nach Hause gehe, öffnet sich der Himmel in drei Richtungen / er öffnet sich in drei Richtungen, weil ich nach Hause gehe / und die Sterne leuchten auf mich herab, weil sie wissen, dass ich zu Hause bin.“
Deva
Deva schreit ungarische Volkslieder über elektronische Beats. Ihre Musik ist verwurzelt in der Natur, der Weiblichkeit und Dingen, die bewusst vergessen wurden. Wenn sie schreit, denkt sie oft an jene alten, weisen Frauen, die im Einklang mit der Erde lebten und ihren Dörfern als Heilerinnen dienten. Sie waren immer da. Sie wurden nur zum Schweigen gebracht.„Sie entzünden das Feuer / und doch erlischt es / es gibt keine Liebe / die nicht vergeht.“
Ein Song zum Einstieg: Witchcraft
TSCHECHIEN
Ausgewählt von Rebeka Provazníková (revue Prostor):Amelie Siba
Es war ein schonungsloses, intensives psychologisches Bekenntnis, das mich so tief bewegte, dass ich Amelie Sibas neuestes Album immer wieder hörte, obwohl ich mich normalerweise eher zur Rap-Musik hingezogen fühle. Auf ihrem neuesten Album verleiht die Künstlerin Gefühlen der Angst und Wut musikalische Gestalt, die aus dem ständigen gesellschaftlichen Druck entstehen, wie wir zu sein haben – genauer gesagt: aus den Erwartungen, wie Frauen zu sein haben. Sie drückt Frustration und Wut aus, aber auch ein Gefühl absoluter Leere und Nichtigkeit, wenn eine Person einen Zustand gewisser Dissoziation erreicht. Ihre Musik fungiert nicht nur als persönliches Zeugnis, sondern auch als subtiler gesellschaftlicher Kommentar zu Leistungsdruck und weiblicher Identität. Ein Song zum Einstieg: MatchesBranko’s Bridge
Branko's Bridge ist eine Boyband, die in ihrer Musik eine unverwechselbare Fusion verschiedener Genres schafft – von Psychedelic Rock, Garage und Post-Punk bis hin zu Surf-Rock sowie Country-Elementen. Die Musik ist energiegeladen, rau und voller Vitalität, und genau diese kraftvolle Energie kann absolut jeden zum Tanzen bringen. Ihre Konzerte sind intensive Erfahrungen, die man wirklich live erleben sollte.Ich fotografiere die Jungs schon seit ihren Anfängen, daher erinnere ich mich noch gut an die Zeit, als sie beim Povaleč-Festival auf der allerkleinsten Bühne spielten und nur von ein paar Freunden gehört wurden. Trotzdem gelang es ihnen mit ihrer Energie, ihrer Wildheit und ihrer fast schon wahnsinnigen Bühnenpräsenz, eine Menschenmenge anzuziehen, die das große Zelt, in dem sie spielten, fast zum Einsturz brachte.
In diesem Jahr traten sie wieder auf demselben Festival auf – diesmal jedoch bereits zur Prime Time auf der Hauptbühne. Vor der Veröffentlichung ihres neuesten Albums Hobby Horse Cowboy stellten sie die Single I Feel Fine vor, die sich mit einer Erfahrung befasst, die viele junge Menschen heute machen – dem Burnout-Syndrom, einem Gefühl der Unsicherheit und einer ungewissen Zukunft.
Ausgewählt von Michael Džindžichašvili (revue Prostor):
Pyraboyz
Der ehemalige Ministerpräsident Petr Fiala sollte mit Andrej Babiš (ebenfalls ehemaliger und mittlerweile wieder amtierender Ministerpräsident sowie Agrarbaron) über den Anbau von Gras diskutieren, nicht über ein weiteres Feld voller gelber Rapsblüten. Die Pyraboyz haben gerade die Aufträge unterzeichnet und krönen sich selbst zu Ministern des tschechischen Rap sowie für Wirtschaft und Grasanbau. Das Mixtape The Green Deal greift persönlich das gesamte Spektrum der politischen Landschaft an und bezieht sich dabei auf Memes, politische und kriminelle Affären, Fake News, Verschwörungserzählungen, Ökologisches und gleichzeitig die üblichen Rap-Ego-Themen. Schließlich behaupten sie, die institutionelle Macht der tschechischen Rap-Gesetzgebung zu besitzen.Das Thema der politischen Rap-Satire wird auf der 2024 erschienenen EP Cancel Culture Musick weitergeführt, mit Tracks wie Stanjura (benannt nach dem ehemaligen Finanzminister), Orban Broz oder Free Pekova, über eine tschechische Mikrobiologin, die sich während der Covid-Pandemie gegen Impfungen aussprach. Das sind (unter anderem) die kleinen Details, die mich an der Musik von Pyraboyz und ihren wahren Ansichten zweifeln lassen, da es manchmal so wirkt, als würden sie alles sagen, nur um gut dazustehen.
Kellner
Die Hardcore-Punk-Band Kellner ist benannt nach dem tschechischen Milliardär Petr Kellner, der 2024 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam. Und sie ist ziemlich sauer – auf Kapitalismus, Konsumismus, Völkermord, soziale Verantwortung und die Staats- und Regierungschefs dieser Welt –, wie sie auf ihrem kurzen und knackigen Album Criminal Activity aus dem Jahr 2025 durch laute Gitarren schreien. Auch gegen internationale Führer wie Donald Trump und Elon Musk sowie den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico richten sie sich. Ein Song zum Einstieg: Kapitál dissPOLEN
Ausgewählt von Zuzia Piontke (Kultura Liberalna):KiNi
KiNi macht introspektive Musik. Er ist ein Künstler, der emotionale und persönliche Geschichten erzählt. Die Tracks auf dem Album PUDŁO konzentrieren sich auf die Begrenzungen, die wir erleben und die unsere Wahrnehmung der Realität prägen. In seinen Werken untersucht er oft, wie die Realität durch innere und äußere Blasen geprägt wird. Der Titelsong PUDŁO reflektiert verzerrte Wahrnehmung und emotionale Isolation.Mata
Mata ist einer der einflussreichsten jungen polnischen Rapper, bekannt dafür, Jugendkultur mit gesellschaftskritischen Kommentaren zu verbinden. Seine Musik thematisiert oft Bildungssysteme, Privilegien und politische Spannungen. Der Song GiEwOnT befasst sich mit den ideologischen Spaltungen Polens und den sich wandelnden politischen Identitäten. Mit der Veröffentlichung seines Debütalbums, das die Lebensgeschichten von Schüler*innen einer Eliteschule erzählte, wurde er weithin bekannt.Bedoes 2115
Bedoes ist bekannt für emotional direkte Texte über das Erwachsenwerden, Klassenkampf und Jugendidentität. Seine Musik erreicht die Zuhörer durch ihre Verletzlichkeit und Authentizität auf sehr persönliche Weise. Er ist einer der engagiertesten Rapper Polens, wenn es um die Interaktion mit Fans geht. Außerdem engagiert er sich häufig in sozialen Projekten. Der Song 1998 (mam to we krwi) (1998 (Es liegt mir im Blut)) reflektiert persönliche und soziale Kämpfe, die mit Herkunft und Ehrgeiz verbunden sind.susk
susk ist eine feministische Rap-Stimme, die Kapitalismus, Ungleichheit und den Mangel an systemischer Unterstützung kritisiert. In ihren Werken verbindet sie Aktivismus mit persönlichem Ausdruck. Sie schrieb auch die Musik für den Film über das Abortion Dream Team, Polens bekannteste Pro-Choice-Organisation. Der Song Kapitał fordert strukturelle Veränderungen und Übernahme von Verantwortung für wirtschaftliche Ungerechtigkeit.asthma
asthma ist ein Rapper und Performer, dessen Werk stark politisch geprägt ist. Der Song centrala thematisiert die Polarisierung der Gesellschaft und den Zusammenbruch des Vertrauens in die Institutionen. Er gewann aufgrund der politischen Untertöne in seinen Texten schnell an Popularität.SLOWAKEI
Ausgewählt von der Redaktion des Magazins Kapitál:Berlin Manson
Berlin Manson ist eine Punkband, die 2020 von Patrik Nagy und Adam Dragun gegründet wurde. Sie veröffentlichten 2022 ihre Debüt-EP Život končí keď máš trinást (Das Leben endet, wenn du dreizehn bist) und 2024 ihr Debütalbum Poor But Sexy. Seitdem ist Berlin Manson zu einem Phänomen geworden, das den Kapitalismus und Polizeibrutalität kritisiert, die Kriegsverbrechen in Palästina verurteilt und auf die Gefahr des Faschismus aufmerksam macht. Die Band ist authentisch, mutig und hält der Gesellschaft einen Spiegel vor. Netancujem, kývem hlavou (Ich tanze nicht, ich nicke mit dem Kopf) ist ihr erster großer Hit. Er thematisiert die Loslösung von gesellschaftlichen Erwartungen und politische Desillusionierung.Fvck_kvlt
Denis Bango begann seine Karriere mit der Punkband The Wilderness, experimentiert heute jedoch mit einer Vielzahl von Genres. In seinem Soloprojekt Fvck_kvlt verbindet er die Rohheit des Punk mit der Poesie des Rap und philosophischer Tiefe. Seine Songs sind in erster Linie eine Anklage gegen den Kapitalismus und die Menschen, die ihn blind verteidigen und aufrechterhalten. In seinen Texten spricht Bango auch Themen wie psychische Gesundheit und soziale Frustration an. In seinem Song Mŕtva revolúcia I. (Tote Revolution I.) heißt es: „Die tote Revolution lebt für immer, Amen; bis sie wiedergeboren wird“. Er übt Systemkritik und fordert einen Umdenkprozess.Erika Rein
Die Songs von Erika Rein bewegen sich an der Schnittstelle von Avant-Pop, R&B und Hyperpop, wobei der Schlüssel zu dieser Verschmelzung in ihrer spielerischen Herangehensweise an die Vermischung dieser Genres liegt. Die soziale Dimension oder das politische Engagement ihrer Arbeit ist nicht offensichtlich, sondern verbirgt sich vor allem in ihrer Adaption traditioneller Roma-Musik, durch die sie ihren Wurzeln Tribut zollt. Erika Rein arbeitet derzeit mit dem Musikproduzenten Jonatan Pastirčák (Isama Zing) zusammen. Ihr Song Bruised Knees lenkt die Aufmerksamkeit auf sexualisierte Gewalt, insbesondere die von kirchlichen Autoritäten ausgeübte, und die vom direkten Umfeld oft bewusst übersehen wird. Die Opfer müssen nicht nur das Grauen verarbeiten, das sie erlitten haben, sondern auch mit der Verurteilung durch ihre Angehörigen und Bekannten fertig werden.Mishino
Mishino ist ein junger Alternative-Gitarrist aus Trnava. Er verbindet Genres wie Indie-Rock, Post-Punk und Midwest-Emo. Innerhalb dieser Genres sticht er durch seine unverwechselbaren Texte und eingängigen Melodien hervor. Er thematisiert die Probleme, die seine Generation prägen: die Klimakrise, psychische Gesundheit, die Gefahr eines Krieges. Kritiker haben sein Album als unverfälschtes Statement der Generation beschrieben, voller Emotionen, Ehrlichkeit und Gefühlen, die keine Angst haben, an die Oberfläche zu kommen. Der Song Nedokážem dýchať (Ich kann nicht atmen) thematisiert Krise der psychischen Gesundheit unter jungen Menschen, die unter ständigem Leistungsdruck stehen und schon in jungen Jahren einen Burnout erleben. Wer wird ihnen helfen, sich zu befreien?Nina Kohout
In der heutigen slowakischen Alternative-Musikszene ist Nina Kohout einer der hellsten Sterne: eine klangliche Geschichtenerzählerin, die die Grenzen musikalischer Konformität sprengt und einen ständigen Dialog zwischen eindringlichem Horror und zerbrechlicher Reinheit schafft. Ihre Musik verwebt die Atmosphäre alter slowakischer Folklore, klassischer Elemente und düsterer Electronica. In ihrem Song Pebble Dance kontrastiert sie einen majestätischen Klang mit Texten, die zutiefst persönlich, ja sogar intim sind. Die Texte erforschen, wie sich eine Beziehung verändert, reift, zerbricht oder Bestand hat.ESTLAND
Ausgewählt von Alina Baranova (narvamus):nublu
Nublu ist einer der populärsten jungen Rapper Estlands, bekannt für ironische, minimalistische Songs über den Alltag. Seit seinem Durchbruch Ende der 2010er Jahre ist er zu einer prägenden Stimme der lokalen Gen-Z-Szene geworden. Seine Musik reflektiert die urbane Jugendkultur und deren emotionale Ambivalenz. Öölaps! (Nachtkind!) fängt das Nachtleben, die Freiheit und die emotionale Instabilität der Generation Z ein. Gleichzeitig spielt der Track auf Themen wie emotionale Intensität und Instabilität an und enthält verspielte Anspielungen auf sich wandelnde Beziehungsdynamiken. Zusammen ergeben diese Elemente eine Momentaufnahme der zeitgenössischen Jugendkultur in Estland, die sich sowohl persönlich als auch nachvollziehbar anfühlt.NOËP
Die Mischung aus Elektronik, Indie und Pop ist charakteristisch für Andres Kõppers Musik. In seinen Werken behandelt er Themen wie Identität und emotionalen Druck, die oft das Tempo und die Unsicherheit des modernen Lebens widerspiegeln. Days Like This wurde bei der nationalen Vorauswahl zum Eurovision Song Contest aufgeführt, und obwohl er nicht gewann, ist der Titel in den Herzen vieler Est*innen geblieben. Er handelt von der Erfahrung, schwierige Zeiten durchzustehen, und ermutigt die Zuhörer*innen, durchzuhalten und darauf zu vertrauen, dass bessere Tage zurückkehren werden. Zeilen wie „die Nächte werden sich nicht immer so lang anfühlen“ und „es ist schwer, die Sterne in einem Sturm zu sehen“ spiegeln Gefühle von Angst und Unsicherheit wider, die beim Publikum der Gen Z starken Anklang finden. Gleichzeitig aber vermag der Song ein Gefühl von Hoffnung und Genesung zu vermitteln.säm
säm steht für eine neue Welle estnischer Gen Z-Künstler*innen, die sich auf Verletzlichkeit und emotionales Storytelling konzentrieren. Seine Musik verbindet Hip-Hop, melodischen Rap und Einflüsse aus dem Alternative-Rock und handelt von Beziehungen und Unsicherheit. In seinem Song Kanuu bedient er sich humorvoller und leichter Bildsprache, wie zum Beispiel dem Dahintreiben in einem Kanu oder der Beschreibung romantischer Verwirrung. Themen wie Missverständnisse und kulturelle oder sprachliche Barrieren verdeutlichen, wie Beziehungen heutzutage gleichzeitig intim und verwirrend wirken können. Im Kern schafft der Song ein Gleichgewicht zwischen Verletzlichkeit und Momenten der Freiheit.LITAUEN
Ausgewählt von Aleksandras Znamerovskis (NARAs Nauja Scena – Neue Szene):Palėpė
Das anhaltende Grunge-Revival in Litauen verdient wahrscheinlich eine eigene Liste, aber Palėpė ist eine unterhaltsame Band, die sich über den aktuellen kulturellen Zeitgeist lustig macht. Sie hat 2026 eine EP mit dem Titel Labai blogai (Sehr schlecht) veröffentlicht, die ihren sarkastischen Humor und Schlagfertigkeit zur Schau stellt. Der erste Song der EP Šiku and scrolinu (Kacken und Scrollen), macht sich über die sinnlose Scroll-Kultur lustig, der wir selbst auf der Toilette nicht entkommen können. Die vorherige EP behandelte so düstere Themen wie den Wahnsinn und die Sinnlosigkeit des Krieges, aber auch weniger ernste Themen, wie die Frustration über den Zustand des öffentlichen Nahverkehrs (4 troleibusas – deutsch: 4. Oberleitungsbus). Palėpė sind sehr produktiv und treten häufig live auf – definitiv eine Band, die man im Auge behalten sollte. Ein Song zum Einstieg: Šiku ir skrolinuValkos
Black Metal wird vorwiegend mit Nationalismus und rechter Politik in Verbindung gebracht, doch die in Vilnius ansässige Band Valkos bietet eine dringend benötigte Alternative. Entstanden aus der kleinen, aber lebendigen Hardcore-Punk-Szene von Vilnius, sind Valkos eine ausdrücklich antifaschistische Band, die Themen wie Veganismus und Tierrechtsbewegung, Umweltschutz und Feminismus behandelt. Während einige andere Bands in dieser Auswahl eine eher sarkastische Haltung gegenüber Ungerechtigkeit einnehmen, wirkt die erste EP von Valkos, die 2025 erschien, wie Musik von Aktivist*innen für Aktivist*innen und ist in ihrer Aussage vollkommen ernsthaft. Ein Song zum Einstieg: Juodas akmuo (Schwarzer Stein)Sipas
Die Hardcore-Punk-Band Sipas aus der Kleinstadt Šilutė ist vielleicht weniger explizit politisch, erinnert mich aber sehr an Hole (und nein, nicht nur, weil sie auch eine Frontfrau haben) – und das vielleicht aus gutem Grund, da sie bei Live-Auftritten gelegentlich Songs von Hole covern. Sipas begann als Grunge-Band, und Grunge war schon immer ein politisches Genre, wenn auch nicht im klassischen Sinne von Parolen gegen Ungerechtigkeit, sondern als Protest gegen Konformität, Konsumismus und als Sehnsucht nach Authentizität in einer Welt, die sich unecht anfühlt. Sipas fängt diese Energie perfekt ein. Eine im Mai 2026 erschienene EP behandelt stärker auch politische Themen. Ein Song zum Einstieg: Sugedęs telefonas (Defektes Telefon)Speechy
Rap in Litauen wird nach wie vor von Namen der älteren Generation dominiert, doch Künstler*inne aus der Generation Z tauchen allmählich auf. Speechy (mit bürgerlichem Namen Justas Šiburkis) veröffentlichte seine ersten Songs im Jahr 2020, während der Covid-19-Pandemie, und sein Song Taip ir gyvenam (So leben wir eben) fängt das Gefühl der Isolation und die Angst vor dem Unbekannten, das die meisten von uns während der Pandemie erlebt haben, perfekt ein. Weitere Themen, die er in seiner Musik behandelt, sind psychische Gesundheit und der Druck, unter dem junge Menschen stehen, in der Gesellschaft erfolgreich zu sein. Ein Großteil von Speechys früherer Musik ist instrumental, doch die meisten seiner aktuellen Singles enthalten Rap-Elemente, durch die sein Inneres zum Vorschein kommt.Pilaitė
Ein geheimnisvolles und äußerst produktives (veröffentlichte 2025 ein Album und mehrere Singles) unkonventionelles Hip-Hop-Projekt. Es fällt schwer, einen anderen Musiker zu finden, der die Ausgelassenheit des Augenblicks so gut einfängt wie Pilaitė – kryptischer Rap und chaotische Samples machen dieses Projekt ebenso interessant wie verwirrend. Zwischen Songs über das „Flirten mit dem Teufel“ hört man vielleicht ein Sample über die Kriegsverbrechen am palästinensischen Volk. Vielleicht unbeabsichtigt, aber eine solche Collage unterschiedlicher Ideen erinnert mich an den 24-Stunden-Nachrichtenzyklus der Mainstream-Medien – so ernste Themen wie Kriegsgräuel, gefolgt von Lifestyle-Geschwätz. Ein Song zum Einstieg: Free idea generatorDEUTSCHLAND
Ausgewählt von Sarah Bakšytė & Levo Keller (NARA & JÁDU):01099
01099 ist eine Rap-Crew aus Dresden, deren Name sich von der Postleitzahl von Dresden-Neustadt ableitet. Ihre Musik spiegelt oft die ostdeutsche Identität, Nostalgie und die Erfahrung wider, in einer sich schnell wandelnden Gesellschaft aufzuwachsen. Der Song 2000er ist eine nostalgische Schilderung der gemeinsamen Kindheit der Generation Z und greift Themen wie die frühe Internetkultur, eine unbeschwerte Jugend in der Natur und ein Gefühl der Zugehörigkeit zur Generation auf.Paula Hartmann
Die in Berlin lebende Künstlerin Paula Hartmann ist bekannt für ihre Darstellung urbaner Jugend. Ihre Musik fängt Angst, Isolation und emotionale Desorientierung im modernen Stadtleben ein. In ihrem Song Truman Show Boot beschwört sie eine distanzierte, fast surreale Erfahrung der Realität herauf, die die Entfremdung thematisiert, die viele junge Menschen in Großstädten empfinden. Sie singt davon, wie die Liebe an ihr vorbeizieht, und fragt, wo sie stehen muss, damit sie sie erreicht.Apsilon
Arda Yolci ist ein in Berlin lebender Rapper und eine der explizit politischsten Stimmen in der deutschen Gen-Z-Szene. Seine Musik lässt sich im alternativen Hip-Hop verorten, und trägt eher minimalistische Züge. Thematisch beschäftigt sich Apsilon mit Migration, Klassenungleichheit und Rassismus und schöpft dabei aus persönlichen Erlebnissen. Er erzählt die Geschichte seiner Jugend, die stark von seinen Großeltern geprägt wurde, die als türkische Gastarbeiter nach Deutschland kamen (der Begriff bezieht sich auf Arbeitsmigranten, insbesondere diejenigen, die zwischen 1955 und 1973 im Rahmen eines offiziellen Gastarbeiterprogramms auf der Suche nach Arbeit nach Westdeutschland gezogen waren), und gibt damit den von systematischer Unterdrückung Betroffenen eine Stimme. Sein Song Köfte reflektiert Fragen der Identität, der Zugehörigkeit und der Erfahrungen der Arbeiterklasse im Gegensatz zu den vorherrschenden Erfolgsgeschichten.Nils Keppel
Nils Keppel bezeichnet seine Musik als Post-Punk mit Einflüssen aus Pop und Shoegaze, zugeordnet wird er oft der Neuen Neuen Deutschen Welle. Seine Lieder reflektieren Desillusionierung und das Gefühl verlorener Jugend, mit Texten, die indirekt das soziale Umfeld und die darin enthaltenen „falschen Wahrheiten“ kritisieren. Auf seinem Debütalbum Super Sonic Youth (2026) singt er von einer verlorenen Jugend, die verzweifelt auf den Konsum von Substanzen zurückgreift, um der Realität und dem Weltschmerz zu entfliehen. Der Song Keine Zukunft thematisiert das Gefühl einer Jugend, in Zukunftslosigkeit gefangen zu sein, während sie emotional betäubt und sich dessen gleichzeitig bewusst ist.Blond
Die deutsche Band Blond wurde 2011 in Chemnitz gegründet. Ob Indiepop, -rock, New Wave oder Techno – Blond experimentieren mit den verschiedensten Sounds. In ihren Texten stellen sie sich gegen das Patriarchat und Gesellschaftsnormen und erzählen von Feminismus und dem Kampf für Gleichberechtigung. Neben ihrer politischen Schärfe thematisieren Songs wie Girl Boss Freundschaft, Liebe und Schwesternschaft.Traumatin
Traumatin aus Bremen singt von Liebe, Herzschmerz und Selbstzweifeln. Gefühlsgeladene Vocals meist mit viel Reverb sind hinterlegt mit Synthesizern und Gitarre, die vor Allem in seinen ersten Liedern an den Sound der 80er Jahre erinnert. Mit seiner ersten Single Genug wurde er 2021 ein Teil der Neuen Neuen Deutschen Welle (NNDW). Der Song König der Welt verhandelt ironisch Ego und emotionale Instabilität in einer digitalen Welt. Melancholische Texte verarbeiten viele Themen, die bedeutend für die Gen Z sind. Sowohl der Umgang mit Emotionen als auch Identitätsfindung, Liebe, oder das Aufbauen einer Fassade durch das Verstecken hinter Masken spielen hier eine Rolle.Ikkimel
Ikkimel ist der Künstlername von Melina Gaby Strauß. Sie ist eine der provokantesten Stimmen in der deutschen Rap-Szene. Nach Abschluss ihres Studiums in Sprachwissenschaften hatte sie 2023 mit Keta und Krawall ihren Durchbruch. Untermalt sind ihre Raps meist mit schnellen Techno-Beats. Feminismus, Sexualität und Drogenkonsum sind die Leitthemen in ihren Texten. Sie bedient sich der im Rap häufig verwendeten sexistischen Sprache, und dreht das misogyne Welt- und Frauenbild sprachlich um. Durch Übertreibung und Satire erobert sie Handlungsmacht zurück und hinterfragt tief verwurzelte Geschlechternormen. Der Song Bikini Grell steht für eine Generation, die sich weigert, still, gefällig oder leicht einzuordnen zu sein.Die Playlist kannst du auch auf den folgenden Plattformen streamen:
Wie klingt es also nun, heute in Europa aufzuwachsen?
Diese Tracks geben keine eindeutigen Antworten. Sie machen vielmehr hörbar, wie eine Generation in unsicheren Zeiten alte Strukturen hinterfragt. Und das nicht durch Schweigen, sondern durch Zuhören und Reaktion: mit einem neuen Sound Europas.
Die Veröffentlichung dieses Artikels ist Teil von PERSPECTIVES – dem neuen Label für unabhängigen, konstruktiven, multiperspektivischen Journalismus. JÁDU setzt dieses von der EU co-finanzierte Projekt mit sechs weiteren Redaktionen aus Mittelosteuropa unter Federführung des Goethe-Instituts um. >>> Mehr über PERSPECTIVES
Mai 2026