Videointerviews Reunification Revisited

Dekolonisierung – Gab es Rassismus in der DDR?
Foto (Detail): © picture alliance / ZB
  • 30. September 2020 — 31. Dezember 2022

  • Dekolonisierung

  • New York City (USA)

Dreißig Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung fragt das Goethe-Institut Amerika Menschen mit ausländischer Herkunft, die in der DDR und der Bundesrepublik aufwuchsen, wie sie Rassismus in den beiden Teilen Deutschlands erlebt haben und seit der Deutschen Einheit erleben, wie das Thema Kolonialismus in deren unterschiedlichen Schulsystemen behandelt wurde und wie sie heute darüber denken.

Das Projekt Reunification Revisited, das sich vor allem an junge Deutschlernende richtet und interaktive Materialien für Lehrkräfte bereitstellt, untersucht, wie die Kolonialgeschichte, der Holocaust, Antisemitismus und Islamophobie die Debatte über Race und Rassismus in beiden Ländern vor und nach der Wiedervereinigung beeinflusst haben.

Die Videointerviews thematisieren, ob der in der DDR zur Staatspolitik erhobene Antirassismus, der Rassismus de facto illegal machte, den Rassismus wirklich ausgelöscht hat. Und wenn die DDR angeblich frei von Rassismus war, welche Gründe dann für rassistisch motivierte Gewalt nach 1990 insbesondere im Osten Deutschlands verantwortlich sind.

Historische Filme zeigen, wie Gastarbeiter*innen in beiden Teilen Deutschlands – in der DDR kamen sie aus Kuba, Vietnam oder Mosambik, in der BRD vor allem aus Italien und der Türkei – halfen, die Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufzubauen, von der einheimischen Bevölkerung jedoch weitgehend isoliert lebten.

In aktuellen Videos kommen dekoloniale Wissenschaftler*innen etwa zur Kontroverse um das Humboldt Forum in Berlin zu Wort, das im wiederaufgebauten preußischen Stadtschloss an der Stelle des ehemaligen Palasts der Republik der DDR künftig die ethnologischen Sammlungen der einstigen Kolonialmacht Deutschlands aufnehmen soll. Eines der vielen Interviews, die auf Englisch geführt und mit deutschen Untertiteln versehen wurden, fragt in diesem Zusammenhang: Wie präsent ist die koloniale Vergangenheit heute in Deutschlands öffentlichem Diskurs? 

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