Podcast Voice Versa - Zwei Sprachen, eine Story

Voice Versa
Foto (Detail): Hiba Obaid © DLF Kultur
  • 13. April 2021 — 30. April 2022

  • Postkoloniale Kunstproduktion

  • Berlin (Deutschland); Köln (Deutschland); München (Deutschland)

Der Podcast „Voice Versa – Zwei Sprachen, eine Story“, den Deutschlandfunk Kultur und das Goethe‑Institut gemeinsam entwickelt haben, erkundet die vielen Möglichkeiten, sich in einer mehrsprachigen Realität zu verständigen – auch wenn die Beteiligten nicht alle Sprachen verstehen.

Deutschland ist vielsprachig: Türkisch, Farsi, Rumänisch und viele andere Sprachen sind hierzulande an vielen Orten zu hören. Meist wechseln die Sprecher*innen unbemerkt von der einen in die andere Sprache. Um die mehrsprachige Realität in Deutschland auch im Radio hörbar zu machen, starteten Deutschlandfunk Kultur und das Goethe-Institut am 13. April 2021 den Podcast Voice Versa. Zehn Autorinnen erzählen in 24 Episoden Geschichten aus einer mehrsprachigen deutschen Gesellschaft und ermöglichen dadurch ein neues Hören für das Publikum.

Gerade in Radioformaten werden andere Sprachen schon nach wenigen Sekunden mit einem Voiceover überblendet. Die Originalsprache ist dadurch kaum mehr wahrnehmbar. Der Podcast Voice Versa – Zwei Sprachen, eine Story, den Deutschlandfunk Kultur und das Goethe‑Institut gemeinsam entwickelt haben, geht neue Wege und erkundet die vielen Möglichkeiten, sich in einer mehrsprachigen Realität zu verständigen – auch wenn die Beteiligten nicht alle Sprachen verstehen.

Die 24 Episoden folgen den persönlichen Geschichten von zehn Autorinnen, die im Verlauf der Folgen zu einer vielstimmigen Erzählung zusammenfinden, indem eine Story die andere ergänzt und weiterschreibt. So haben die Autorinnen Hiba Obaid und Lorin Celebi die Erfahrungen vieler syrischer Frauen in die Geschichten ihrer Figur Nora einfließen lassen. Sie gewährt Einblicke in den Alltag einer geflüchteten Frau in Berlin – auf Arabisch und Deutsch. Jobsuche, Dating, Liebe, Drogen und Deutschlernen prägen dieses akustische Tagebuch.

Die Schriftstellerinnen Mithu Sanyal und Jacinta Nandi erzählen, was es für sie bedeutet, die Sprache ihrer Väter, Bengali, nicht zu sprechen. Welchen Einfluss haben koloniale Vergangenheiten und der alltägliche Rassismus auf die eigene Identität, die Erziehung der Kinder und auch die Beziehung zu den eigenen Vätern?

Jurate Braginaite erforscht auf Litauisch und Deutsch den leeren Raum, den sie vor fast 20 Jahren hinter sich gelassen hat, als sie nach Deutschland zog. Rana Rezaei und Sara Zarreh Hoshyari Khah fragen, ob es typisch iranische Familiengeheimnisse gibt: wichtige Informationen, die man vor den eigenen Angehörigen verbirgt.

Dass Essen eine starke Verbindung zur Heimat ihrer Eltern darstellt, beschreibt Laura Anh Thu Dang auf Deutsch und Vietnamesisch und erkundet ihre eigene Haltung dazu. Eine komplexe Geschichte, in der Kolonisierung, Mission, Säkularisierung und Spiritualität miteinander in Wechselwirkung treten, verfolgt Hörfunkautorin Tania Palamkote, wenn sie einen indischen katholischen Priester in einer deutschen Gemeinde begleitet. Und Jasmina Al-Qaisi richtet den Blick auf das Sprechen selbst und erkundet, ob es für sie zwischen Rumänisch, Deutsch und Englisch eine „Language of Choice“ geben kann.

Dominik Djialeu, bekannt aus BBQ, dem Black Brown Queeren Podcast, moderiert als Gastgeber und kommt im Anschluss an die Erzählungen mit den Autorinnen ins Gespräch. Die Musik stammt von der Beatbox-Performerin Lia Şahin.

Ab 13. April 2021 erscheinen die Podcast-Folgen im Rhythmus von zwei Wochen. Deutschlandfunk Kultur sendet monatlich eine Doppelfolge in der Sendung Feature.

Alle Folgen sind nach ihrer Erstausstrahlung auch in der Audiothek von Deutschlandfunk Kultur sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.

Voice Versa – Zwei Sprachen, eine Story ist eine Kooperation von Deutschlandfunk Kultur und Goethe‑Institut.