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Thema des Jahres 2018:
Die Lebensmittelrevolution

Wenn wir über Bedrohungen für die Umwelt nachdenken, stellen wir uns Autos und wachsende Städte vor, nicht aber das Essen auf unseren Tischen. Tatsächlich stellt unser Bedarf an Nahrung jedoch eine der größten Gefahren für den Planeten dar. Das Science Film Festival 2018 widmet sich deshalb der Ernährung der schnell wachsenden Weltbevölkerung als einer der zentralen Herausforderungen dieses Jahrhunderts.

Die Landwirtschaft trägt am stärksten zur Erderwärmung bei. Sie erzeugt mehr Treibhausgase als all unsere Autos, Lastwagen, Züge und Flugzeuge zusammen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Methan, das durch Viehzucht und das Düngen von Feldern freigesetzt wird. Auf Rinderfarmen und Reisfeldern entsteht Distickstoffoxid, durch die Abholzung der Regenwälder für neue Anbauflächen Kohlendioxid. Die Landwirtschaft ist zudem die durstigste Nutzerin unserer wertvollen Wasservorräte und sorgt zugleich für große Verschmutzungen. Der Abfluss von Düngemitteln und Gülle zerstört Seen, Flüsse und Ökosysteme an Küsten auf der gesamten Welt. Die Landwirtschaft bedroht auch die Artenvielfalt. Indem wir Gebiete mit Grünland und Wald für Farmen und Ackerflächen roden, sterben wichtige Lebensräume unserer Wildtiere.

Die Herausforderungen für die Umwelt durch die Landwirtschaft sind enorm, und sie werden angesichts des wachsenden Bedarfs an Nahrungsmitteln weltweit noch zunehmen. Mitte des 21. Jahrhunderts leben wahrscheinlich zwei Milliarden mehr Menschen als bisher auf dem Planeten, die ernährt werden müssen – insgesamt mehr als neun Milliarden Menschen. Aber das schnelle Bevölkerungswachstum ist nicht der einzige Grund für die erhöhte Nachfrage nach Nahrungsmitteln, sondern auch die zunehmende Verbreitung von Wohlstand auf der ganzen Welt. Setzen sich diese Trends fort, benötigen wir bis zum Jahr 2050 bereits etwa die doppelte Menge an Nutzpflanzen wie Getreide.