Buchmesse Turin

Drei Fragen an die deutschen Autoren

Hier die Antworten von Jan Assmann, Ulrike Edschmid, Markus Gabriel, Joachim Meyerhoff, Jennifer Teege, David Wagner, Isabel Kreitz, Frank Schätzing, Nadia Budde, Günter Wallraff und Katja Petrowskaja auf die Fragen, die wir ihnen gestellt haben:

Was ist für Sie das Wunderbare an Italien?

Meine Erinnerungen an Rom.
[ULRIKE EDSCHMID]
Kindheitserinnerungen: Trabucco, Peschici, italienische Küche, der Pinienduft...
[JENNIFER TEEGE]
Das Wunderbare an Italien ist für mich ein Geheimnis zwischen Gabicce Monte und Monte Conero, einmalig in der Welt und es zieht mich immer wieder dahin…
[GÜNTER WALLRAFF]
Italien ist für viele ein Traum, der stimmt tatsächlich. Hier ist alles schön von Mülleimer bis zum Kunstwerk. Man hat oft das Gefühl, dass die Kunst aus dem Boden organisch gewaschen ist. Aber vielleicht ist es nur für die Fremde so.
[KATJA PETROWSKAJA]
Für mich ist das Wunderbare an Italien, dass es voll von Wunderbarem ist. Was ist etwas Wunderbares? Etwas, was uns über den Eindruck erhebt, wir seien nur Sterbliche, die im Dreck dieses Planeten wühlen. Das wusste schon Goethe und die Romantiker sind ihm darin gefolgt. Im Wort klingt ja Rom an.
[Prof. Dr. MARKUS GABRIEL]
Die Ruinen. Die Mode. Der Kaffee. Venedig. Und noch einige andere Dinge...
[DAVID WAGNER]
Die kleinen Wunder – angefangen mit dem ersten Espresso an der ersten Autobahnraststätte nach der Grenze.
[FRANK SCHÄTZING]
Die Filme!
[NADIA BUDDE]


Wer ist Ihr Lieblingsautor/Ihre Lieblingsautorin aus Italien?

Natalia Ginzburg.
[ULRIKE EDSCHMID]
Oriana Fallaci, eine bemerkenswerte Frau.
[JENNIFER TEEGE]
Umberto Eco – immer noch der Meister des literarischen Ornaments.
[FRANK SCHÄTZING]
Ich liebe Goldoni – Der Diener zweier Herren ist eines meiner Lieblingsstücke.
[JOACHIM MEYERHOFF]
Italo Calvino.
[Prof. Dr. MARKUS GABRIEL]
Giovanni Boccaccio und Giorgio Bassani.
[DAVID WAGNER]
Roberto Saviano.
[NADIA BUDDE]
Immer noch Dante, Verzeihung!
[KATJA PETROWSKAJA]
Carlo Levi, Fabrizio Gatti, Pier Paolo Pasolini.
[GÜNTER WALLRAFF]


Welcher italienischen Persönlichkeit fühlen Sie sich am nächsten?

Pasolini.
[ULRIKE EDSCHMID]
Taiye Selasie, auch wenn sie keinen italienischen Pass besitzt. Ihre derzeitige „Wahlheimat“ ist Italien und sie spricht die Sprache.
[JENNIFER TEEGE]
Sergio Leone – für die kürzeste längste Eröffnungsszene der Filmgeschichte.
[FRANK SCHÄTZING]
Den ligurischen Hausfrauen, die das Pesto alla Genovese entdeckt haben.
[ISABEL KREITZ]
Giordano Bruno, weil er beinahe schon alles gesagt hat, was heute in der Philosophie wichtig ist.
[Prof. Dr. MARKUS GABRIEL]
Francesco Totti und Nanni Moretti.
[DAVID WAGNER]
Federico Fellini oder Herrn Rossi.
[NADIA BUDDE]
Ich wollte – bescheiden – Monica Vitti sagen. Aber mein Mann meinte, dass ER sich am nächsten zu Monica Vitti fühlt. Nun weiss ich echt nicht, ob es für mich dort ein Platz bleibt.
[KATJA PETROWSKAJA]