Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

Preisträger 2005

Kraft seiner Qualität und Vielseitigkeit war der deutsche Dokumentarfilm im Repertoire des Goethe-Instituts schon immer eine feste Größe. Seine herausragenden inhaltlichen und künstlerischen Eigenschaften werden inzwischen weit über die deutschen Grenzen hinaus gewürdigt.

Auf diesem Hintergrund betrachten wir die Förderung des deutschen Dokumentarfilms durch unseren zum dritten Mal auf der 29. Duisburger Filmwoche vergebenen Preis als konsequente Erweiterung unserer bisherigen Filmarbeit, die sich seit Jahrzehnten nicht zuletzt für die weltweite Vermittlung eines differenzierten Deutschlandbildes stark macht.

Der diesjährige Preis geht an Mein Bruder - We'll Meet Again von Thomas Heise
D 2005 | Farbe | 35 mm | 57 Min.


Synopse

Eine winzige südfranzösische Gemeinde. Durchsagen über die Dorflautsprecher. Hier lebt Andreas, der Bruder. Berlin kehrte er den Rücken, um sein vermeintlich letztes Lebensjahr bei seinen Freunden zu verleben. "Wenn du keine Träume mehr hast, ist Schluss." Aber es kommt anders: Neuer Atem, neue Liebe, neues Leben. Ein Gespräch mit dem Bruder über Zukunft und Vergangenheit. Und über Micha, der die Brüder Heise für die Stasi ausspioniert hat.

Jurybegründung

Der Film thematisiert auf eindrucksvolle, unaufdringliche Weise und mit viel Raum für eigene Interpretationen den schwierigen Weg zur Aussöhnung. Eher beiläufig und dafür umso wirksamer schimmern in den Gesprächen die Verletzungen durch das System der DDR auf. In der Offenheit des Films liegt seine Stärke. Nichtgestellte Fragen erfahren fragmentarische Antworten. Wo die Gespräche verstummen, führt die Darstellung der Natur die Gedanken weiter. Mit einfachen Mitteln erzählt Thomas Heise seine private Geschichte, die gleichwohl über das Individuelle hinausweist und sein Publikum in den Gastländern des Goethe-Instituts finden wird.

Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Zusätzlich wird der Film angekauft, mit englischen, französischen und spanischen Untertiteln versehen und den Goethe-Instituten weltweit zur Verfügung gestellt.

5. November 2005, die Jury: Peter Anders, Friedrich Engelhardt, Cigdem Göymen, Gabriela Massuh, Gerda Mentink, Susanne Ponn-Rassmann, Frank Werner


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