Politische Kultur

Modell Europa Parlament

Die vorherrschende Meinung, die Jugend sei unpolitischer geworden, wird von jüngsten wissenschaftlichen Untersuchungen widerlegt. Die Jugendlichen in Deutschland interessieren sich weniger für Großorganisationen wie Parteien oder Gewerkschaften, aber sehr wohl für politische Inhalte.

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Autor: Zaza Rusadze
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Sie möchten nachvollziehen, wie Politik funktioniert, wie Kompromisse zustande kommen und wie dadurch die Europäische Gemeinschaft zusammenwachsen kann. Der Film begleitet eine Gruppe politikinteressierter Jugendlicher, die an einer EU-Parlamentssimulation, kurz MEP – „Modell Europa Parlament“ – genannt, teilnehmen.

Das MEP – „Modell Europa Parlament“ – ist eine Initiative, die aus den Niederlanden kommt und die Simulation des Europaparlaments für Schulgruppen der zehnten und elften Klassen veranstaltet. Wie in vielen anderen europäischen Ländern findet auch in Deutschland jedes Jahr das „Modell Europa Parlament“ auf nationaler Ebene statt. Das MEP.de arbeitet zusammen mit der internationalen „Model European Parliament Foundation“ mit Sitz in Den Haag und gehört zu einem EU-weiten Netz von nationalen „Model European Parliament“-Organisationen. Es wird unter anderem vom Auswärtigen Amt und dem Deutschen Bundesrat gefördert.

Eine Woche lang reisen jeweils acht Schüler aus jedem Bundesland nach Potsdam und Berlin, um dort an einer Parlamentssimulation teilzunehmen. Den ersten Tag verbringen sie in der Jugendherberge in Potsdam. Damit sie sich besser kennenlernen, werden zunächst Gruppenspiele organisiert. Am nächsten Tag wird es jedoch schon ernst. Als Delegierte vertreten die Schüler einen ihnen zugeteilten EU-Staat. Im Bundespresseamt wird das nationale „Modell Europa Parlament“ feierlich eröffnet, und nachdem die Delegationen begrüßt wurden und sich vorgestellt haben, beginnt die Ausschussarbeit.

Jeder der acht Delegierten pro EU-Staat ist Mitglied in einem Ausschuss. Die Ausschüsse haben jeweils 16 Mitglieder und werden von zwei Ausschussvorsitzenden geleitet. Sie behandeln unterschiedliche politische Probleme und Fragestellungen, wie zum Beispiel: Wie kann die EU dazu beitragen, den wachsenden Klimakatastrophen entgegenzuwirken? In welcher Form kann die EU beispielhafte Modelle entwickeln, um den Integrationsprozess von Ausländern zu begünstigen? Oder auch: In welcher Form soll sich die EU an der Bewältigung der Konflikte im Mittleren und Nahen Osten beteiligen? Aufgabe der Delegierten ist es, eine Resolution zu erarbeiten, in der das Problem und Lösungsansätze dargestellt werden. Diese Ausschussarbeit wird am darauffolgenden Tag fortgesetzt.

Ist die Arbeit an den Resolutionen abgeschlossen, werden diese gedruckt und an alle Delegierten verteilt. Im Deutschen Bundesrat in Berlin findet schließlich die Plenarsitzung statt. Diese wird vom Präsidium geleitet. Die Aufgabe der Ausschüsse ist es hier, ihre Resolutionen zu erläutern, sie in der Debatte zu verteidigen und zu erreichen, dass in der auf die Aussprache folgenden Abstimmung die Mehrheit der Delegierten für die Resolution des Ausschusses stimmt.

Wird die Resolution angenommen, wird sie an das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und den Rat der Europäischen Union weitergeleitet. Zweimal im Jahr finden internationale Parlamentssimulationen in verschiedenen europäischen Städten statt. Die Jugendlichen, die sich bei den nationalen MEPs durch ihre politische Reife und Überzeugungskraft bewiesen haben, nehmen als Delegierte an den internationalen Parlamentssimulationen teil.

Goethe-Institut e. V. 2007
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