Stipendiatinnen / Stipendiaten

2014 Dresden-Hellerau

Ayça Sabuncuoğlu, Türkei

Ayça SabuncuoğluGeboren 1972 in Istanbul, Türkei. Nach dem Besuch des österreichischen St.-Georgs-Kollegs studierte sie englische Literatur an der Bogazici Universität. Schon während des Studiums begann sie zu übersetzen. Seitdem ist sie freiberufliche Übersetzerin aus dem Deutschen und Englischen ins Türkische. Darüber hinaus arbeitete sie als Lektorin in verschiedenen Verlagen. Zu ihren Übersetzungen aus dem Deutschen gehören u.a. Stefan Zweigs „Schachnovelle“, Heinrich Bölls „Billard um halb zehn“, Franz Kafkas „Amerika“, Uwe Timms „Am Beispiel meines Bruders“, Martin Walsers „Ohne einander“, Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“, Ingo Schulzes „Adam und Evelyn“ sowie Kinder- und Jugendliteratur.

2012 wurde sie mit dem Übersetzerförderpreis Tarabya ausgezeichnet. 2013 nahm sie am Internationalen Übersetzertreffen des Literarischen Colloquiums Berlin sowie an der Werkstatt für Übersetzer deutschsprachiger Literatur für junge Leser „Kein Kinderspiel!“ teil.

In Dresden-Hellerau arbeitete sie an der Übersetzung von Uwe Timms Roman „Vogelweide“.


2014 Dresden-Hellerau

Mahmoud Hosseini Zad, Iran

Mahmoud Hosseini ZadMahmoud Hosseini Zad ist der bedeutendste Übersetzer zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur ins Persische. Nach seinem Studium in Deutschland Ende der Sechzigerjahre war er in Teheran Dozent für deutsche Sprache und Literatur. Er übertrug Brecht ins Persische, ebenso wie Romane von Dürrenmatt. Seit 2000 übersetzt er hauptsächlich zeitgenössische deutsche Literatur. Sein Engagement hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Autoren wie Judith Hermann, Ingo Schulze, Uwe Timm, Peter Stamm und Julia Franck den iranischen Lesern zugänglich sind. Viele seiner Übersetzungen wurden mit Preisen ausgezeichnet und mehrfach aufgelegt, was auf dem iranischen Buchmarkt außergewöhnlich ist. In Vorträgen und Lesungen engagiert er sich als Vermittler der deutschsprachigen Film- und Theaterszene der Gegenwart.

Für seine Leistungen und sein Engagement als Kulturvermittler par excellence in Literatur, Theater und Film hat Mahmoud Hosseini Zad 2013 die Goethe-Medaille erhalten.

In Dresden-Hellerau arbeitete er an der Übersetzung von Arno Geigers „Der alte König in seinem Exil“.


2014 Dresden-Hellerau

Gergana Fyrkova, Bulgarien

Gergana FyrkovaGergana Fyrkova, geboren 1965, wohnt in Sofia. Sie studierte Germanistik an der Sofioter Universität und zwei Semester an der Humboldt Universität zu Berlin. Ihre ersten Übersetzungen ins Bulgarische („Film als Kunst“ von Rudolf Arnheim, und „Von Caligari zu Hitler“ von Siegfried Kracauer) erschienen noch während des Studiums. Sie widmet sich der literarischen Übersetzung und Filmuntertitelung sowie ihrer filmkritischen und journalistischen Tätigkeit. Schwerpunktmäßig übersetzt sie Literatur des frühen 20. Jahrhunderts (Franz Kafka, Robert Walser, Joseph Roth), Chamisso-Autoren wie Ilija Trojanow und Dimitre Dinev sowie neueste deutsche Literatur (Clemens J. Setz, Marion Poschmann). Heute ist sie als Dozentin an der Fakultät für klassische und moderne Philologie der Universität „St. Kl. Ohridski“ in Sofia tätig. Sie ist Mitglied des Verbandes der bulgarischen Übersetzer, des Verbandes der bulgarischen Filmschaffenden und des Verbandes der bulgarischen Journalisten, Mitbegründerin und Mitglied des Verbandes der Germanisten in Bulgarien sowie Mitglied des Europäischen Übersetzer-Kollegiums in Straelen.

In Dresden-Hellerau arbeitete sie an der Übersetzung des Romans „Die Sonnenposition“ von Marion Poschmann.


2014 Dresden-Hellerau

Isabella Amico di Meane, Italien

Isabella Amico di MeaneGeboren 1979 in Turin, Italien, lebt dort nach längeren Aufenthalten in Deutschland, u.a. im Rahmen eines DAAD-Forschungsstipendiums an der Freien Universität Berlin.

Nach dem Grundstudium der Germanistik an den Universitäten Turin und Wien promovierte sie mit einer Dissertation über Fernsehsatire im deutsch-italienischen Vergleich. Seit dem Abschluss eines Fortbildungskurses für literarische Übersetzer 2010 arbeitet sie als freiberufliche Übersetzerin und Vermittlerin zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur, wobei Jugendliteratur einer ihrer Schwerpunkte ist. Seit 2012 ist sie Lehrbeauftragte für Deutsche Sprache an der Universität Turin.

In ihrer Übersetzung ins Italienische erschienen bisher Bücher von Helene Hegemann („Axolotl Roadkill“), Rafael Horzon („Das weiße Buch“) und Marica Bodrožić („Das Gedächtnis der Libellen“). Derzeit arbeitet sie an der Übersetzung von „Untergetaucht. Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940–1945“ von Marie Jalowicz-Simon. 2012 nahm sie am Internationalen Übersetzertreffen des Literarischen Colloquiums Berlin teil und verbrachte einen Arbeitsaufenthalt im Europäischen Übersetzer-Kollegium Nordrhein-Westfalen in Straelen.

Isabella Amico di Meane arbeitete in Dresden-Hellerau an der Übersetzung von „Freak City“ von Kathrin Schrocke.


2014 Gut Siggen

Samuel Pakucs Willcocks, Rumänien/Großbritannien

Samuel Pakucs WillcocksUrsprünglich aus Brighton an der Südküste Englands stammend, ließ sich Samuel Pakucs Willcocks (Jahrgang 1973) 2012 in Cluj (Klausenburg), Rumänien, nieder, wo er mit Familie, Hund und mehreren Haustauben lebt. Studium und Wanderjahre trieben ihn nach Cambridge, Berlin, České Budĕjovice, Ljubljana, Philadelphia, London und Bukarest, ohne je zu einem Doktorabschluss zu führen.

2010 gewann er den ersten Übersetzerpreis der Deutschen Botschaft London und verbrachte einen Monat im Literarischen Colloquium Berlin. Seitdem arbeitet als freier Übersetzer aus vier ost- und mitteleuropäischen Sprachen ins Englische. Unter anderen Titeln hat er Andreas Eschbachs „Herr aller Dinge“, Hugo Loetschers „Noah“ und Gert Loschütz' „Dunkle Gesellschaft“ übersetzt. Er hat einen Hang zur Phantastik, einschließlich Science-Fiction, hat aber auch Sachbücher und geisteswissenschaftliche Texte übersetzt.

In Gut Siggen arbeitete er an der englischen Übersetzung von Werner Bräunigs unterdrücktem DDR-Roman „Rummelplatz“.

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