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18.05.2009: „After the Fall“: Premiere in Rumänien

München, den 18. Mai 2009 - Mit „Zidul“ („Die Mauer“), einem Stück der rumänischen Dramatikerin Theodora Claudia Herghelegiu, kommt das internationale Theaterprojekt „After the Fall“ im Mai nach Rumänien. Herghelegius Stück ist als Triptychon angelegt, das an die absurde und subversive Theatertradition Rumäniens erinnert und gleichzeitig in die Zukunft blickt. Das Stück ist einer von 17 Beiträgen, in denen sich Dramatiker aus 15 europäischen Ländern mit den gesellschaftspolitischen Entwicklungen in ihrer Heimat nach dem Mauerfall auseinandersetzen.

Ein Triptychon: 2007 – 2009 – Ewig. Zehn mit Strumpfmasken entindividualisierte Schauspieler spielen im ersten Teil (2007) von „Die Mauer“ fünf kleine Alltagsszenen, die an die absurde und groteske Theatertradition Rumäniens erinnern. Miniaturen um Gewalt, Macht und Sozialver-
hältnisse, der Sprache und der Problematik möglicher oder unmöglicher Verständigung. Der zweite Teil (2009) erzählt von sechs jungen Schauspielern eines Provinztheaters, die sich zu einer ungewöhnlichen Protestaktion versammelt haben: Sie haben den zweiten Stock des Theaters besetzt und sich hinter einer selbstgebauten Mauer verbarrikadiert. Die jungen Menschen wollen ein anderes Leben, ein anderes Theater, eine andere Freiheit, individuelle und persönliche Anerkennung erzwingen. Der dritte Teil (Ewig) spielt an der Grenze zwischen Rumänien und dem Rest der Welt. Die zehn Namenlosen vom ersten Teil singen ein rumänisches Volkslied über einen armen Friseur, der eine Schneiderin liebte, die an Tuberkulose starb. Im Refrain erfährt man jedoch, dass die Schneiderin nicht starb, sondern sich verwandelt hat.

Fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall wird in diesem rumänischen Beitrag für das europaweite Theaterprojekt des Goethe-Instituts „After the Fall“ das Theater als Spiegel einer sich stets ändernden Welt gezeigt, innovativ und provokativ und gleichzeitig ratlos in unterschiedlichsten Facetten. Theater war zu Zeiten des Sozialismus in Rumänien Zufluchtsort. Klassische Texte, den strengen Augen der Zensur unterworfen, dienten dazu, mit dem Publikum über die Lebenswirklichkeit im kommunistischen Regime zu kommunizieren. Inszenierungen waren gespickt mit subversiven Anspielungen. Diese traditionelle Funktion des Theaters scheint verloren – jeder Protest verhallt an ganz neuen Mauern.

Noch 11 weitere Stücke werden für „After the Fall“ europaweit uraufgeführt, als Höhepunkt laden das Theaterbüro Mülheim an der Ruhr und das Staatsschauspiel Dresden im November 2009 eine Auswahl der Produktionen zu Gastspielen nach Deutschland ein. Begleitend dazu findet eine Gesprächsreihe statt, veranstaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung.

„After the Fall“ ist ein europaweites Theaterprojekt des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Staatsschauspiel Dresden, dem Theaterbüro Mülheim an der Ruhr und der Bundeszentrale für politische Bildung. Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts. Medienpartner ist der ZDFtheaterkanal. Partner der RUHR2010

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