Shibboleth

Barack Obama sagt, die Mauern verschwinden. Einen Scheißdreck weiß der: in Belfast, Nordirland, weiten sich die Sicherheitsbarrieren gerade aus, die dazu gemacht sind, die Communities auseinanderzuhalten.

Eine Gruppe Maurer lässt die Werkzeuge sinken, als sie an der Baustelle einen mysteriösen Felsblock finden. Sie vermuten es handelt sich um das Grab eines Opfers von “The Troubles”, Irlands langer Gewaltära. Aber jetzt herrscht Frieden, und in der gegenwärtigen Flaute sind Jobs rar gesät. Ein neuer polnischer “Gastarbeiter” bringt die Gruppendynamik in Aufruhr und stellt deren träge Feindseligkiet in Frage. Die Männer streiten herum, eingefleischte Hierarchien und Glaubenssätze stehen auf dem Prüfstand.

Die Mauer selbst – begierig darauf gebaut zu werden – verflucht die Verzögerung. Sie riecht Blut. Aber die Bauarbeiter haben angefangen, Fragen zu stellen, und die mögliche Existenz von Alternativen bringt die Grundfeste des Bekannten, des ‘Normalen’ ins Wanken. Ist WAndel möglich? Kann die Veränderung des Einzelnen den sozial zementierten Teufelskreis der Macht durchbrechen, kann sie unverrückbar scheinende Trennlinien beseitigen?