Laurent Chétouane

15 Variationen über das Offene, © Thomas Aurin
'M!M', © Oliver Fantitsch
'M!M', © Oliver Fantitsch


Laurent Chétouane, geboren in Frankreich, inszeniert nach einem Ingenieurstudium, einem Studium der Theaterwissenschaft an der Sorbonne und der Theaterregie in Frankfurt am Main seit 2001 an großen deutschen Bühnen (Hamburg, München, Weimar, Köln, Stuttgart) und an Theatern in ganz Europa (Oslo, Zürich, Athen, Wien). Parallel hat er seit 2007 als Choreograf 15 Tanzstücke erarbeitet. 2012 und 2014 erhielten seine Tanzstücke Einladungen zur Tanzplattform Deutschland. Für 2016 plant er ein großes Tanzprojekt zum Thema Chaos in Zusammenarbeit mit Jean-Luc Nancy. Chétouane ist Gastdozent und Gastprofessor an künstlerischen Hochschulen (Berlin, Bochum, Frankfurt, Gießen, Hamburg, Leipzig, Oslo). Er erhielt die Wild Card der RUHR.2010 und 2008 den Förderpreis des Landes NRW für hervorragende junge Künstler.
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Laurent Chétouane: Porträt

Laurent Chétouane ist in mehrfacher Hinsicht ein Quereinsteiger. Als Franzose, der zuerst Chemieingenieurwesen und danach Theater studierte und später in Deutschland als Theaterregisseur Karriere machte, sind ihm keinerlei Grenzen heilig. Auch zwischen Tanz und Theater oder Narration und Abstraktion schafft er neue Verbindungen. Über Heiner Müller erarbeitete er sich die deutsche Sprache und entwickelte als Fremdsprachler ein besonderes Gefühl für rhythmische und klangliche Strukturen. Diesen analytischen Blick übertrug er zunächst auf die Körperarbeit der Schauspielerinnen und Schauspieler, durch abstrakte Bewegungsbilder an der Grenze zu choreografischer Recherche.

Mit seinen Tanzstücken #1 bis #4 (2007-09) etablierte er sich faktisch als Choreograf. Heute arbeitet Chétouane sowohl in Deutschland als auch in Frankreich. Sein Duo M!M für Mikael Marklund und Mathieu Burner (2013) war eine Hymne auf Männerfreundschaft und deutsche Romantik, kreiert für das deutsch-französische Festival Transfabrik – zu Beethoven, inspiriert von Derrida. Hier und in dem Solo O für Marklund (2012) führte er zeitgenössischen Tanz in eine Zone, die Ballett gleicht, wenn auch ohne Sprünge.
Mit Elementen aus der Pantomime und psychologischen Mustern an der Grenze zur Narration stellte er zeitgenössische Tänzer in neues, romantisches Licht.
In der Folge erweiterte er diesen Esprit der Synthese, indem er auf der Bühne Bach spielen ließ (BACH/ PASSION/ JOHANNES, 2013) oder Kleists „Über das Marionettentheater“ zur Grundlage eines Tanzstücks machte (Considering / Accumulations, 2015).
Thomas Hahn

Laurent Chétouane: Produktionen (Auswahl)

BACH/PASSION/JOHANNES (2014)

Considering / Accumulations (2015)

SOLI (2015)

KHAOS (2016)