

'Logobi 4' © Gintersdorfer / Klaßen
Die Theaterregisseurin Monika Gintersdorfer (Hamburg) und der bildende Künstler Knut Klaßen (Berlin) entwickeln seit fünf Jahren Theater-, Video- und Ausstellungprojekte, in denen sie Lebensstrategien und Ausdrucksformen ihrer Darsteller mit ihren eigenen Strategien und Ästhetiken konfrontieren.
Mit ihrem deutsch-ivorischen Team realisierten sie 2009 u. a. die fünfteilige Tanzreihe „Logobi“ und das Festival „Abidschan Mouvement“ an der Elfenbeinküste mit Unterstützung des Goethe-Instituts.
Oftmals entstehen Arbeiten in Zusammenarbeit u. a. mit der Volksbühne im Prater Berlin, Kampnagel Hamburg, FFT Düsseldorf, Sophiensaele Berlin, Theater Aachen, Schauspiel Köln, Ringlokschuppen Mülheim und dem Deutschen Theater Berlin. Monika Gintersdorfer studierte Germanistik und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln sowie Regie in Hamburg.
Sie gründete 2004 mit Jochen Dehn die Performancegruppe Rekolonisation. „Othello c’est qui“ hat 2009 den Impulse-Preis gewonnen.
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Monika Gintersdorfer, Knut Klaßen: Porträt
Fast wäre Monika Gintersdorfer eine ganz normale Regisseurin am Stadttheater geworden. Lauter Erstaufführungen, routinierte Textbehandlung, bis man ihr bei den Salzburger Festspielen auf die Finger schlug.
Zum Glück. In ihrer Aktion „Ausziehen“ zerschmetterte sie in Hamburg mit Jochen Dehn eine Wohnung, lernte einen Bildenden Künstler, Knut Klaßen, kennen, verliebte sich an die Elfenbeinküste, lernte die dortigen Tänzer schätzen. Seitdem ist sie Übersetzerin von Tanz in Theater, von Afrika in Europa.
Übersetzerin zu sein ist nicht das Erklären einer afrikanischen Kultur, die mit dem Tanz spricht, uns also fremd sein soll. Sie machte Schluss damit, die Stärke des (afrikanischen) Tänzers als seine Schwäche, Chaotik und Unverständlichkeit kleinzumachen. Es gibt in ihrer Serie „Logobi“ eine angstlose Konfrontation der ivorischen Tänzer Gotta Depri und Franck Edmond Yao mit je einem deutschen Übersetzer: mal Gudrun Lange, mal Hauke Heumann, mal Laurent Chétouane, mal Jochen Roller, mal Richard Siegal.
Übersetzen heißt hier: sich einem Wettbewerb stellen, sich von einem vollkommen trainierten Körper, der überquillt von Tanzlust, Bewegungsschärfe, Variantenwitz nicht abhängen zu lassen. Es aushalten zu können, dass Afrika den zeitgenössischen Körper verlacht, es hinnehmen, dass unsere Todsünden, Eitelkeit, Neid, Gier afrikanische Tugenden sind. Diese Pas de deux werden auf Augenhöhe getanzt, ohne Gleichheit zu fordern. Es werden fremde Welten geöffnet, ohne sie zu besetzen.
Übersetzen heißt nicht: aneignen. Sondern im Fremden die Freiheit der eigenen Sprache zu finden. Monika Gintersdorfer sorgt für das Urvertrauen, dass man Tanz, gerade in seiner Differenz zur Sprache, sehr genau übersetzen und verstehen kann.
Zum Glück. In ihrer Aktion „Ausziehen“ zerschmetterte sie in Hamburg mit Jochen Dehn eine Wohnung, lernte einen Bildenden Künstler, Knut Klaßen, kennen, verliebte sich an die Elfenbeinküste, lernte die dortigen Tänzer schätzen. Seitdem ist sie Übersetzerin von Tanz in Theater, von Afrika in Europa.
Übersetzerin zu sein ist nicht das Erklären einer afrikanischen Kultur, die mit dem Tanz spricht, uns also fremd sein soll. Sie machte Schluss damit, die Stärke des (afrikanischen) Tänzers als seine Schwäche, Chaotik und Unverständlichkeit kleinzumachen. Es gibt in ihrer Serie „Logobi“ eine angstlose Konfrontation der ivorischen Tänzer Gotta Depri und Franck Edmond Yao mit je einem deutschen Übersetzer: mal Gudrun Lange, mal Hauke Heumann, mal Laurent Chétouane, mal Jochen Roller, mal Richard Siegal.
Übersetzen heißt hier: sich einem Wettbewerb stellen, sich von einem vollkommen trainierten Körper, der überquillt von Tanzlust, Bewegungsschärfe, Variantenwitz nicht abhängen zu lassen. Es aushalten zu können, dass Afrika den zeitgenössischen Körper verlacht, es hinnehmen, dass unsere Todsünden, Eitelkeit, Neid, Gier afrikanische Tugenden sind. Diese Pas de deux werden auf Augenhöhe getanzt, ohne Gleichheit zu fordern. Es werden fremde Welten geöffnet, ohne sie zu besetzen.
Übersetzen heißt nicht: aneignen. Sondern im Fremden die Freiheit der eigenen Sprache zu finden. Monika Gintersdorfer sorgt für das Urvertrauen, dass man Tanz, gerade in seiner Differenz zur Sprache, sehr genau übersetzen und verstehen kann.
Arnd Wesemann
Monika Gintersdorfer, Knut Klaßen: Produktionen
Logobi # 01 (2009)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Logobi # 02 (2009)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Logobi # 03 (2009)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Logobi # 04 (2009)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Logobi # 05 (2010)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Othello c’est qui (2008)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 80 min
7% Hamlet (2009)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Macbeth-très très fort (2009)
4 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 80 min
Très très fort (2009)
6 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 120 min
Betrügen (2009)
3 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 100 min
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Logobi # 02 (2009)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Logobi # 03 (2009)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Logobi # 04 (2009)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Logobi # 05 (2010)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Othello c’est qui (2008)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 80 min
7% Hamlet (2009)
2 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 70 min
Macbeth-très très fort (2009)
4 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 80 min
Très très fort (2009)
6 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 120 min
Betrügen (2009)
3 Darsteller, Bühne 7 x 7 m, 100 min








