Christina Ciupke

wait and see, © Andreas Stirnberg
wait and see, © Andreas Stirnberg

Video: „Kannst du mich umdrehen“

Christina Ciupke entwickelt als Choreografin und Tänzerin in kollaborativen Prozessen Projekte und spezifische Situationen. Kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet sie mit den Choreografen Nik Haffner, Mart Kangro, der Filmemacherin Lucy Cash, dem bildenden Künstler Lars Ø Ramberg, dem Komponisten Boris Hauf und dem Dramaturgen Igor Dobricic. Von 2003 bis 2004 war Christina Ciupke Gastkünstlerin am Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM). 2013 erhielt sie einen Master in Choreografie an der Amsterdam School of the Arts.

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Kurzporträt

»wait and see«, so lockt Christina Ciupke – die Kleine, Schmale, Starke – ihre langjährigen Sparring-Partner Nik Haffner und Mart Kangro zum Dreierclinch. Eingangs wird jeder Zuschauer mit Handschlag und Wein begrüßt wie zu einer Stehparty. Schau’n wir mal... wie sich Kommunikation, Konversation, Konvention in prima Klima so verschränken, als hätten sie rein gar nichts miteinander zu schaffen. Die Allianz ist vertrackt – und delikat zugleich, denn ineinander verkeilt übt das Trio mit geöffneten Poren und höchster Hingabe Hautnähe, oft auf der Kippe zum Sturz. Die Gästeschar wandert amüsiert mit, Auge und Ohr eng am Geschehen, wenn die zum Einzeller verschmolzenen, ineinander verbohrten Wesen sich taumelnd durch den Raum schieben und in lockerem Smalltalk von Gott und der Welt plaudern.

Was und wie wir bewusst oder unbewusst miteinander umgehen, bestimmte auch die früheren Duette zwischen Christina Ciupke und den beiden Kollegen. Mit Nik Haffner übte sie Spielarten von Intimität und Kontrollverlust, vom zarten Flüstern, Anpusten und Fallen bis zum satten Aufprall. Sie forcierten die Lust und Last am elementaren Kräftemessen und mutierten dabei im Rausch des Voranstürmens und Aneinanderklebens zu Dummies auf einer Versuchsstrecke. Mit Mart Kangro teilte sie in Fitness-Verausgabungen die gemeinsamen Süchte von Ausdauer, Euphorie und physischer Grenzerfahrung. »wait and see« ist der handfeste Versuch, sämtliche Kräfte zu einer Einheit zu bündeln, die Fäden zu einem Knäuel zu knoten und sich dabei überaus humorvoll das Vertrauen auszusprechen.
Irene Sieben


Mich interessieren sinnliche Wahrnehmungsprozesse und zwischenmenschliche Begegnungen. In meiner Arbeit entwickele ich spezifische Räume und Situationen, wo Nähe und Distanz, Intimität, Zeitempfinden und das Zusammensein von Zuschauer und Performer immer wieder neu verhandelt werden.
Christina Ciupke

Tourneefähige Produktionen

»What moves moves« (2013)
2 Performer, 60 min, in collaboration with Boris Hauf

»wait and see« (2012)
3 Performer, 60 min, in Zusammenarbeit mit Nik Haffner und Mart Kangro

»kannst du mich umdrehen« (2011)
2 Performer, 60 min, in Zusammenarbeit mit Nik Haffner

»from the other side« (2010)
solo, 55 min, in Zusammenarbeit mit Lucy Cash

»rissumriss« (2002)
solo, stage 11 x 11 m, 55 min, in Zusammenarbeit mit der Fotografin Gisela Dilchert