Felix Ruckert

'Chastity'  © Foto: IDAN
"Chastity" Foto: IDAN


Video: „MushRoom“

Felix Ruckert schafft magische Räume für theatralisches Geschehen, welches nicht mehr ohne weiteres als Choreografie zu erkennen ist. Er bewegt sich zumeist außerhalb des Theaterbetriebs, dessen künstlerische Möglichkeiten ihm zu eng geworden sind und dessen Strukturen ihm zu hierarchisch erscheinen. Er ist zu der Überzeugung gelangt, dass die Radikalität und Konsequenz seiner Arbeiten in anderen Kontexten besser aufgehoben ist.

Seine aktuell wichtigsten Projekte sind der Veranstaltungsort schwelle7, der ihm auch als experimenteller Arbeits- und Lebensraum dient, das Festival xplore, das 2012 nach Sydney, Wien, Rom und Barcelona expandiert, und die Pop Band Chastity, die gerade ihr erstes Album veröffentlicht hat.

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Kurzporträt

Er sieht aus wie ein Junge, der sich weigert, erwachsen zu werden, aber er hat sich das Staunen und die Abenteuerlust bewahrt. Felix erforscht gerne Grenzen - die zwischen Geist und Körper, die zwischen Moral und Gesellschaft, seine eigenen, die seiner Gäste und Tänzer und die des Publikums. Er gibt zu, dass sein Körper, geformt durch eine Tanzausbildung und beladen mit dem choreografischen und emotionalen Wissen mehrerer Jahrzehnte, mehr braucht.

schwelle7 heißt sein Ort, eine Mischung aus Studio, Hofstaat und Spielzimmer, wo er der Herr und Meister ist, der nutzt, was zur Verfügung steht, um immer neue Kombinationen zu schaffen. Tanz, Familienaufstellungen, Kontaktimprovisation, Body Work, Bondage, BDSM, Massage, Musik und Performancekunst, alles und jeder ist willkommen, so lange eine unausgesprochene, aber klare Bedingung erfüllt wird: Felix zu gefallen. Das klingt nach einer harten Bedingung, aber da Felix Gefallen findet an Authentizität und Mut, und da er Experimente mag, bei denen Grenzen erkundet und neu ausgelotet werden, finden viele Leute aus allen Teilen der Welt den Weg zur schwelle7. Er choreografiert Menschen und Ereignisse und erzeugt eine Bewegung, in der Tänzer und Tanz eins werden. Er hat einen einzigartigen Ort begründet, an dem Elemente aus verschiedenen Genres zusammenkommen und durch die Anerkennung der künstlerischen Ursprünge Brücken zwischen den Welten gebaut werden.

schwelle7 ist kein Ort für Feiglinge, denn dort wird der Weg bereitet in eine Freiheit jenseits des Traditionellen. Und Felix ist kein Mann für Feiglinge, denn er provoziert und fordert. Das ist sein eigentliches Bestreben: sich innerlich von dem zu befreien, was ihm einprogrammiert wurde; sein Leben zu spielen. Dass er dieses Bestreben in seiner Arbeit und an seinem Ort mit anderen teilt, macht ihn zu einem Lebens-Künstler, an dem sich viele, aber nicht alle erfreuen können.

Luc Sala

Tourneefähige Produktionen

Dryade (2011)
4 Darsteller – Bühne 6 x 6 m – 60 min

Chastity (2011)
5 Musiker – Bar / Café 3 x 3 m – 60 min

Spaces for Stories (2009)
solo – Öffentlicher Raum – 90 min

Die Farm (2007)
4 Darsteller – Bühne 10 x 6 m – 55 min

On Pain and Presence (2006)
2 Darsteller – Bühne 6 x 6 m – 120 min

xplore (2006)
15 Darsteller – 3 Zimmer à 150 qm
participative festival – 3 Tage

Secret Service (2001)
17 Darsteller – Bühne 12 x 12 m
participative performance – 240 min

Ring (1999)
21 lokale Darsteller – Bühne 15 x 15 m
participative performance – 120 min