Dokumentation der gesamten Debattenreihe zu DEUTSCH 3.0

29.01. – ERÖFFNUNGS- VERANSTALTUNG

06.–07.02. – Deutsch als Wissenschafts- sprache

26.03. – Das mehrsprachige Klassenzimmer

28.03. – DEUTSCH 3.0 bei ZDF aspekte

29.03. – Sprache fördern in allen Fächern

seit Mai – Deutsch für internationale Ingenieurinnen und Ingenieure an den TU9

15.05. – Zwischen Alphabet und Algorithmus

15.–17.05. – Rolle und Positionierung des Deutschen

28.05. – Ursprung der Wissenschaftssprache Deutsch

16.06.–02.07. – Sprache im Laboratorium –
Sprache beobachten, messen, visualisieren

28.06. – DEUTSCH 3.0 – Perspektiven auf  und aus Österreich

02.–04.07. – Wissenschaftssprache Deutsch

07.07. –
Text als Werkstück

17.07. – Deutsch regional

05.08. –
Translation Slam

26.08. –
Rhetorikseminar „Menschen bewegen oder Die Macht der Sprache“

08.10. – MACHT POLITIK SPRACHE ... verständlich?

08.10. – Sprache im Wandel:
Wie sieht unsere Sprache der Zukunft aus?

09.–10.10. –
PlurCur –  Implementierung von Gesamtsprachencurricula an Schulen

13.10. – Zweisprachiges Biel – Bienne bilingue. Deutsch und Französisch im Alltag einer Schweizer Stadt

15.10. – Wörterbücher im 21. Jahrhundert

16.10. – Die Sprache von Forschung und Lehre

16.10. –
Sprachberatung im Gesetzgebungsverfahren

03.11. – Wirtschaftsfaktor Sprache

04.11. – Geisteswissenschaften oder Humanities? Deutsch als Wissenschaftssprache

06.–07.11. – SPRACHE. MOBILITÄT. DEUTSCHLAND

07.11. – Das Fach Deutsch als Fremdsprache

13.11. – Abschlusspodium: Deutsch für internationale Ingenieurinnen und Ingenieure an den TU9

13.–14.11. – Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe

14.11. –
Wissen – Sprache – Digital

19.11. –
Was ist uns unsere Sprache wert

21.11. –
Grenzenlose (Vor-)Lesefreude

27.11. – Exil und Sprache. Exilanten in Deutschland heute

27. und 28.11. – Medien und Minderheiten. Fragen der Repräsentation im internationalen Vergleich

28.11. – Deutsche Fachsprache als Standortvorteil für den wirtschaftlichen Erfolg

29.–30.11. – DEUTSCH 3.0 – Deutsch in Indien

01.12 – Die Deutschen und ihre Sprache

01.12 – Abschluss- veranstaltung

© Goethe-Institut, Deutsch 3.0 Eröffnungsveranstaltung

DEUTSCH 3.0 – 12 Monate im Zeichen der Sprache: Sprachinstitutionen starten Großprojekt


Mit einer abwechslungsreichen Auftaktveranstaltung startete das Goethe-Institut am 29. Januar – gemeinsam mit seinen Mitveranstaltern und mehr als 30 Projektpartnern – die Debattenreihe zur deutschen Sprache und deren Zukunft DEUTSCH 3.0. In mehr als 25 Veranstaltungen im In- und Ausland sowie Diskussionen und Foren im Internet sollen sich in den kommenden zwölf Monaten viele Experten und andere Interessierte über Entwicklungen, Einflüsse und Ziele austauschen und so eine möglichst breite und intensive öffentliche Debatte über die Zukunft des Deutschen ins Rollen bringen.

Einstimmung mit Versatzstücken der deutschen Sprache

Der Saal des Humboldt Carrés in Berlin ist gut gefüllt, als er sich verdunkelt und eine sonore Bass-Stimme Fragmente unter anderem aus den Merseburger Zaubersprüchen, Goethes „Erlkönig“ und Herta Müllers „Atemschaukel“ rezitiert. Die künstlerische Sprachinszenierung lädt ein: zum Nachdenken über Sprache, ihre Vielfältigkeit, ihre Bedeutung und Bandbreite.

Sprache ist ein emotionales Thema – auch für den Bundestagspräsidenten

Das zentrale Identitäts-Merkmal der Deutschen sei die Sprache, zitiert der Schirmherr der Initiative Norbert Lammert aus dem Bericht der Enquete-Kommission zur Rechtschreibreform. Insbesondere da nicht primär die Politik für die Sprache zuständig sei, müsse sich der Einzelne seine Verantwortung für seine Sprache vergegenwärtigen. Lammert endet mit der Aussage „Nicht jedes Event ist ein Ereignis“.

Interview mit Prof. Dr. Norbert Lammert

Deutsch ist in vielen Ländern im Aufwind

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Maria Böhmer verwies auf durchaus positive Tendenzen im Ausland: So haben im Schwellenland Indien 1.000 Schulen Deutsch als reguläres Schulfach eingeführt, was über einer Million Menschen die Möglichkeit eröffnet, Deutsch zu lernen. Auch der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, hält fest, dass Deutsch wieder beliebter sei und – natürlich auch in Folge des wirtschaftlichen Erfolges – mehr Menschen interessiere. In vielen Bereichen ergeben sich aus den Entwicklungen neue Chancen.

Keine Angst vor Überfremdung oder Jugendsprache

„Schon Goethe wurde vorgeworfen, er schreibe so fehlerhaft wie kein anderer“, führt Heinrich Detering, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, in seinem Plädoyer für mehr Gelassenheit und eine positivere Sicht auf die Einflüsse des Sprachwandels an. An der Sprache wahrnehmbare Veränderungen wurden schon früher als Indizien für den Untergang des Abendlandes gedeutet. Doch nie war der Wortschatz so groß und ausdifferenziert wie heute. Die sprachliche Vielfalt könne man daher statt als Bedrohung auch als Chance sehen: Während in vergangenen Zeiten das Fremde meist als Gefahr gewertet worden sei, würden heute sprachliche Eigenheiten und Einflüsse immer öfter geschätzt und genutzt. „Es ist immer ein schöner Anblick, wenn Bollwerke zu Brücken werden“ und „Fremd- und Modewörter von heute können die schönen Lehnwörter von morgen sein“, unterstreicht der Literaturwissenschaftler.
Download SymbolEröffnungsrede Heinrich Detering (PDF, 299 KB)

Der richtige Zeitpunkt, sich mit dem Deutschen zu beschäftigen

In einer kurzen Podiumsdiskussion umreißen Klaus-Dieter Lehmann, Ludwig Eichinger, Direktor des Instituts für Deutsche Sprache, Marion Winkenbach, Geschäftsführerin des Bibliographischen Instituts, das auch den Duden herausgibt, und Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Geschäftsführer des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, ihre Motivationen und Ideen zur Entwicklung des Projektes DEUTSCH 3.0.
>> Bildergalerie Eröffnungsveranstaltung

Bevor diese erste Debatte im Rahmen von DEUTSCH 3.0 endet, lauscht das Publikum der Sängerin und Popakademie-Absolventin Mine, die in ihren selbstkomponierten Liedern „Worte pflückt“ und daraus musikalische Lyrik kreiert. Der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, gibt zum Schluss den DEUTSCH 3.0-Staffelstab weiter an Nicole Colin. Die Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Amsterdam wird am 6. und 7. Februar im Goethe-Institut Amsterdam die nächste Veranstaltung leiten, deren Thema „Deutsch als Wissenschaftssprache – Elitenbildung und Mehrsprachigkeit im Europäischen Bildungsraum“ ist.

Ein Anstoß ist gemacht – und im Verlaufe von vielen Gesprächen, die sich an die Veranstaltung anschlossen, wurde der Diskurs bereits begonnen, den das Goethe-Institut, die Projektpartner und viele andere Interessierte im Verlaufe des Jahres ausbauen und intensivieren werden, um die Zukunft unserer Sprache mitzugestalten.

Projektschreiber: Alexander C. Gutland
TV-Journalist und Filmemacher

    PROJEKTSCHREIBER



    Die Projektschreiber bereiten die einzelnen Live-Veranstaltungen journalistisch auf und geben atmosphärische Einblicke.
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