Phim & Peter

Phim & Peter (Bangkok)


Mario ist sieben Monate alt. Krabbelnd erkundet der kleine Junge die Welt in seinem Zuhause in Bangkok. Er wird zweisprachig aufwachsen: seine Mutter Phim spricht Thai mit ihm, Peter, sein Vater, Deutsch.

Für Phim ist es bereits die zweite Ehe. Die erste zerbrach daran, dass sich ihr Mann nicht so um sie kümmerte, wie sie es brauchte. Weil eine Freundin behauptete, dass deutsche Männer in dieser Hinsicht die besseren Ehemänner seien, fasste Phim den Entschluss, Deutsch zu lernen. So begann sie vor vier Jahren mit dem Unterricht am Goethe-Institut in Bangkok. Hoch motiviert war sie bei der Sache, nicht zuletzt auch deshalb, weil ihr der Lehrer so gut gefiel. Für den Unterricht vergab dieser an die Schüler deutsche Vornamen, und weil Phim mit „Melanie“ den Namen seiner Exfreundin erhielt, wurde in der Klasse bereits über die Bedeutung dieser Namensgebung spekuliert. Phim beflügelte dieser Wink des Schicksals und sie zeigte ihrem Lehrer nun verstärkt ihr persönliches Interesse. Zum Kursende erfolgte die erste Verabredung. Zwei Jahre später wurde Peter ihr Ehemann.

In ihm hat Phim den Mann gefunden, den sie gesucht hat. Er kümmert sich um sie und auch um ihre Familie, die er – der thailändischen Tradition entsprechend – „mitgeheiratet“ hat. Zuhause sprechen die beiden im Moment Thai miteinander, weil Peter sich in dieser Sprache weiter verbessern will. Phims Deutschkenntnisse haben dadurch gelitten. Das soll jetzt anders werden, sie will einen Auffrischungskurs besuchen. Ihre Schwiegermutter und ihre Schwägerin bestärken sie in diesem Wunsch.

Mario soll in Deutschland zur Schule gehen, denn Phim hält das deutsche Schulsystem für besser als das thailändische. Der Umzug ist also beschlossen. Vielleicht wird dann eines Tages das geplante zweite Kind in ihrem neuen Zuhause in Hamburg krabbelnd die Welt erkunden.

Links zum Thema