Übergangsmanagement

„Mein Weg nach Deutschland“ – Das Internet-Portal zum Übergangsmanagement

© Goethe-Institut

Kurze Zeit nachdem das Goethe-Institut die Studie zur Übergangszeit von der Vorintegration im Heimatland zum Integrationskurs in Deutschland durchgeführt hat, sind einige zentrale Empfehlungen daraus bereits umgesetzt: Das Internetportal „Mein Weg nach Deutschland" enthält ein umfassendes Angebot an innovativen Sprachlernangeboten sowie niederschwellig aufbereitete Informationen für Neuzuwandernde und einen Wegweiser für Möglichkeiten der (Migrations-)Beratung.

Das durch den Europäischen Integrationsfonds (EIF) geförderte Projekt hat das Ziel, den Übergang zwischen vorintegrativen Sprachlern-, Informations- und Beratungsangeboten im Ausland und Angeboten zur sprachlichen Erstförderung sowie weiteren Integrationsmaßnahmen des Bundes in Deutschland zu optimieren. Das in diesem Zusammenhang entstandene Internetportal „Mein Weg nach Deutschland“ wird dementsprechend die im Rahmen der Vorintegration erworbenen Sprach- und Landeskundekenntnisse verbessern und festigen. Weiterhin erwirbt diese besondere Lernergruppe durch Nutzung der Angebote des Portals unterschiedliche, für das Leben in Deutschland notwendige Kenntnisse, wie zum Beispiel den Umgang mit verschiedenen Medien oder Orientierungswissen für ihre erste Zeit in Deutschland.

Die Plattform „Mein Weg nach Deutschland“ besteht aus den Bereichen „Deutsch üben“, „In Deutschland leben“, „Hilfe finden“ ,„Häufige Fragen“ und dem „Glossar“. Die bestehenden Rubriken werden sukzessive erweitert.

„Deutsch üben“

„Deutsch üben“ bildet den Kern der Webseite mit unterschiedlichen Angeboten für den Erhalt des Sprachniveaus A1 der Zielgruppe. So zeigt etwa die Serie „Erste Wege in Deutschland“ die alltäglichen Herausforderungen, die Zuwandernde in ihrer ersten Zeit in Deutschland zu bewältigen haben. In acht Folgen sucht und findet die Protagonistin Nevin Coşkun Arbeit, lernt neue Freunde kennen und durchlebt verschiedene andere Alltagssituationen in Deutschland. Zu jeder Episode gibt es zusätzlich Übungen.

© Goethe-Institut

Zwei weitere, innovative Highlights zum Deutsch üben bilden das Browserspiel „Die Einladung zur Hochzeit“ sowie die interaktive Geschichte „Liebe auf Deutsch“. Bei Ersterem müssen die Nutzer in fünf Suchbildern passende Objekte aus dem A1-Wortschatz finden, damit das Spiel an den jeweiligen Stellen weitergeht. Das Konzept von „Liebe auf Deutsch“ wiederum orientiert sich am Wunsch der Zielgruppe nach kurzen, motivierenden Lesetexten: Der Nutzer muss sich nach jedem Absatz entscheiden, wie der Protagonist handelt und bestimmt somit den weiteren Verlauf der Geschichte.

In der „Fotokiste“ gibt es zu verschiedenen Themen je eine kurze Geschichte mit acht Fotos. Unter den Fotos kann man einen Dialog lesen und diesen auch anhören. Übungen zu den Dialogen runden die „Fotokiste“ ab.

Ein weiterer, beliebter Bestandteil von „Deutsch üben“ ist der mobile Vokabeltrainer für den A1-Wortschatz zum Download. Dieser enthält die gesamte Wortliste A1 übersetzt in die 14 Hauptherkunftssprachen der Zielgruppe und ist mit Beispielsätzen und Audios und teilweise mit Bildern versehen.

In dieser Kategorie befindet sich auch der Blog „Der gute Freund“. Hier können die Lernenden mit dem Protagonisten Kimo in einfacher Sprache über Alltagsthemen kommunizieren.

© Goethe-Institut

Die Nutzer können leicht einen Kommentar unter Kimos Beiträgen veröffentlichen. Der Blog wird im Laufe des Jahres weiterhin evaluiert und ausgebaut, um der Zielgruppe einen authentischen schriftlichen Austausch zu ermöglichen.

In der Rubrik „Informationen suchen“ können sich die Zuwandernden interaktiv mit wichtigen Internetseiten zum Alltagsleben in Deutschland vertraut machen. Zu zwölf Themen gibt es geschlossene Rechercheaufgaben zum Kennenlernen der Internetseiten sowie die Möglichkeit, wichtige Informationen für das eigene Leben in Deutschland zu recherchieren und sich als pdf-Dokument ausdrucken zu lassen. Zwei Rechercheaufgaben eingepflegt sollen den Nutzern auch Kompetenzen im Umgang mit Computer und Internet ermöglichen sollen.

„In Deutschland leben“ und „Häufige Fragen“

Neben den motivierenden Angeboten zum Sprachstanderhalt beinhaltet dieses Internetangebot im Bereich „In Deutschland leben“ Informationstexte mit ganz praktischer Information zu alltagsrelevanten Themen der Zielgruppe, wie z.B. Einkaufen, Wohnen oder Leben mit Kindern. Die Themen werden sprachlich niederschwellig dargestellt.

© Goethe-Institut

Darüber hinaus gibt es den Bereich „Häufige Fragen“, in dem Antworten auf spezielle Themen zum Alltag in Deutschland gegeben werden. Inhaltlich sind die Texte so gehalten, dass sie sich nicht mit den Inhalten thematisch ähnlicher Angebote wie z.B. „Willkommen in Deutschland“ (BAMF) oder „Make it in Germany“ doppeln. Vielmehr werden diese Angebote in den meisten Artikeln weiterführend verlinkt.

Hilfe finden

Das dritte große Element des Angebots bildet die Rubrik „Hilfe finden“: Hier finden die Zuwandernden im Wesentlichen Informationen zum kulturellen Konzept von „Beratung“, welches in einigen Herkunftskulturen wenig bekannt ist, sowie ganz konkrete Hinweise zu Möglichkeiten der Migrationsberatung.

In der Rubrik „Wichtige Adressen“ können die Zuwandernden auf einer interaktiven Deutschlandkarte für ihren Zielort in Deutschland die Adressen der zuständige Ausländerbehörde sowie der Integrationskursträger und Beratungsstellen finden.

Lehrermodul

Neben den oben genannten Kategorien enthält „Mein Weg nach Deutschland“ auch das Lehrermodul „Für Pädagogen“. Um Fachkräften die Einführung des Portals in Unterricht und Beratung zu erleichtern, gibt es hier einen 5-minütigen Informationsfilm mit einem Überblick über alle Elemente des Portals. Außerdem bietet ein knapp 30-seitiges pdf-Dokument konkrete Hinweise und Kopiervorlagen zum Einsatz des Portals in Unterricht und Beratung.

Ausblick

Bis zum Ende der Projektlaufzeit im Dezember 2014 wird dieses Angebot in seiner aktuellen Version ständig erweitert.

Bis zum Ende des Jahres werden die Informationsrubriken des Webportals in den Hauptherkunftssprachen der Zielgruppe zur Verfügung stehen (Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Chinesisch, Französisch, Mazedonisch, Persisch, Portugiesisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Thai, Türkisch, Ukrainisch und Vietnamesisch).

Das Internetportal „Mein Weg nach Deutschland“ ist unter folgender Internetadresse zu finden:
www.goethe.de/mwnd

Anna Hadeler
Goethe-Institut, Abteilung Sprache, Projekt Sprache und Integration

     

    Deutsch für den Beruf

    © Colourbox.de
    Hinweise auf Lernmaterial und Lehrbücher aus verschiedenen Fachgebieten sowie Informationen zu Methodik und Didaktik

    Fikrun wa Fann

    Themenheft „Migration“ der Kulturzeitschrift für den Dialog mit der islamischen Welt