Integrationsdebatte

DiversMbassy – Diversity als Chance

Foto: Bernhard Ludewig

Wie lässt sich soziale Vielfalt am Arbeitsplatz nutzen? Das Goethe-Institut hat ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen: Seit Oktober 2013 diskutieren Jugendliche aus aller Welt über Diversitätspolitik. Insgesamt nehmen 10 Länder an diesem Projekt teil: Spanien, Rumänien, die Niederlande, Deutschland, Indonesien, Indien, China, Kamerun, Jordanien und der Libanon. Am Beispiel Libanons soll der Projektverlauf gezeigt und näher illustriert werden.

DiversMbassy-Workshop in Beirut

Nahezu 100 Jugendliche hatten sich für das Projekt der Initiative PASCH: Schulen, Partner der Zukunft beworben. In einem zweitägigen Workshop des Goethe-Instituts Libanon tauschten sich Ende April 2014 die 30 besten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 und 11 aus. Es ging um all' die Chancen, die Vielfalt bieten kann.

Unterstützt wurde der Workshop von prominenten Gästen: Es gab eine angeregte Diskussionsrunde mit Angelina Eichhorst, EU-Botschafterin der EU-Delegation im Libanon und einen Conference-Call mit Bashar Kilani, dem Vorstandsvorsitzenden von IBM Dubai. Außerdem erörterte Till Heene, Leiter der libanesischen Lufthansa-Niederlassung die wichtige Rolle, die Diversity Management bei Lufthansa spielt. Viele alte Rollenbilder verschwinden in diesem Rahmen. „Nie hätte ich gedacht, dass auch Männer zuhause bleiben und auf ihre Kinder aufpassen. Ich finde das spitze!“ Rabih ist begeistert.

Die Diversity-Woche in Berlin: Workshops und Praktika bei Global Playern

Am Ende der zwei Tage stehen die neun Finalisten fest. Für sie ging es im Juni in die Metropole – nach Berlin: hier beschäftigen sie sich, gemeinsam mit 85 Jugendlichen aus der ganzen Welt mit dem Thema „Diversität“ in all' seinen Facetten.

Highlights des Aufenthalts sind Mini-Praktika bei internationalen Unternehmen wie Bayer, der Unternehmensberatung KPMG, IBM Deutschland und der SRH Hochschule Berlin. An vollen drei Tagen bekommen die Schülerinnen und Schüler die Chance, das Diversity Management von global arbeitenden Firmen und Hochschulen exemplarisch kennenzulernen. „Das ist alles wahnsinnig interessant. Es eröffnet mir völlig neue Perspektiven!“ sagt der 17jährige Joe aus Dhour Shweir nach dem ersten Praktikumstag und schläft auf dem Rückweg in der U-Bahn ein.

Flashmob: Jetzt wird getanzt!

Auch die Kultur kam nicht zu kurz. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung erarbeiten die Jugendlichen gemeinsam mit einem Choreografen, den „DiversMbassy-Flashmob“. Getanzt wurde zu dem eigens komponierten Lied ("timida" – zu Deutsch "schüchtern") vor hunderten überraschter Berliner im Herzen von Berlin auf dem Hackeschen Markt.



Zum krönenden Abschluss kommen alle noch einmal in der Akademie der Künste, direkt neben dem Brandenburger Tor, zusammen und feiern die gelungene Woche. „Ich war sofort dabei, als ich von dem Projekt gehört habe. Wir brauchen mehr Projekte dieser Art,“ sagt Uta Menges, Diversity Managerin von IBM Deutschland begeistert.

Auch das Feedback der Jugendlichen ist durch die Bank weg positiv. „Mein Vater wird mir nicht glauben, was ich alles hier in Berlin in einer Woche erlebt habe,“ sagt Amir unter Tränen, während er sich von seinen neuen Freunden verabschiedet.

Wir machen weiter: Career-Days im Goethe-Institut Libanon

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema bei allen Projekten des deutschen Kulturinstituts und der Initiative PASCH: so sind jetzt schon die 30 Schüler des ersten DiversMbassy-Workshops zu den Career-Days Ende September 2014 eingeladen. Das Thema baut auf die Berliner Diversity-Woche auf: Wie bewerbe ich mich richtig? Wie kann ich in Deutschland studieren? Was sind meine Stärken und wie kann ich sie nutzen?

Hierzu werden wieder Vertreter bedeutender internationaler Unternehmen und Organisationen eingeladen, um gemeinsam diese und noch weitere Fragen mit den Jugendlichen zu diskutieren. „Diversität wird gerade im Laufe der nächsten Jahre eine herausragende gesellschaftliche Rolle spielen,“ sagt DiversMbassy-Projektleiter Alexander Kruckenfellner, „und das Goethe-Institut bleibt natürlich am Puls der Zeit.“
Johanna Klauke
ist Mitarbeiterin des Goethe-Instituts Libanon.

Copyright: Goethe-Institut e. V., Internet-Redaktion
September 2014

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