Programm
In Rumänien und der Republik Moldau unterstützt das Goethe-Institut Bukarest die deutsche Minderheit durch sprachfördernde Maßnahmen, die Kooperation mit Bibliotheken und Beiträgen zu kulturellen Programmen. Dabei wird eng mit dem landesweiten Netzwerk der deutschen Kulturzentren zusammengearbeitet.
Oft sind Schüler wie Lehrer an muttersprachlichen Schulen meist selbst keine Muttersprachler mehr. Deshalb richten sich integrierte sprachliche und methodisch-didaktische Fortbildungskurse speziell an die Lehrer/innen, die an Schulen der deutschen Minderheit Sprach- oder Fachunterricht auf Deutsch erteilen.
Die Seminare und Fortbildungsveranstaltungen wenden sich auch an Deutschlehrer/innen aus der Republik Moldau. Das Goethe-Institut Bukarest trägt außerdem zur Sicherstellung der Versorgung mit deutschen Lehrbüchern bei und unterstützt Kultureinrichtungen der deutschen Minderheit in der Republik Moldau mit Lehrmaterial.
„Faustspuren"
Historie
Die erste deutsche Besiedlung Rumäniens durch die Siebenbürger Sachsen geht ins 12. Jahrhundert zurück. Damals erschlossen die ersten Siedler die Region Nord- und Südsiebenbürgens, die heutige Provinz Transsilvanien. Die Einwanderung in die Gebiete des heutigen Rumäniens hielt bis ins 18. Jahrhundert an. Nach den Siebenbürger Sachsen bildeten die Banater Schwaben die zweitgrößte deutsche Siedlergruppe. Zehn weitere Gruppen emigrierten ebenfalls, allerdings bei weitem nicht in derart geschlossene Siedlungsgebiete. Auch in Bessarabien, dem Gebiet der heutigen Republik Moldau, ließen sich Deutsche nieder.
Nach dem 1. Weltkrieg und der Staatsgründung Rumäniens lebten dort knapp 750.000 Deutsche; sie bildeten nach den Ungarn die zweitgrößte Minderheit im Land. Nach dem Einmarsch der Sowjetarmee mussten viele Deutsche Rumänien und Moldau verlassen oder wurden in die UdSSR deportiert. Während vor 1940 ca. 90.000 Deutsche in Bessarabien lebten, zählte man nach dem Krieg nur noch ca. 1.000.
In der Nachkriegszeit gab es drei Emigrationswellen: 1945 durch die Deportationen in die Sowjetunion, in den 70er und 80er Jahren aufgrund einer Art Kopfprämie, die von der Bundesrepublik an Rumänien gezahlt wurde, und ab 1990 bedingt durch die neue Reisefreiheit.
Nach der Wende wurden den Minderheitengruppen in Rumänien wieder mehr Rechte zugestanden. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) wurde 1989 gegründet und ist die offizielle Vertretung der deutschen Minderheit im Parlament. Das Forum unterstützt das muttersprachliche Schulwesen, einen Seniorenstift und die deutschen Zeitungen in Rumänien. Darüber hinaus unterhält es eigene Jugendgruppen und Kulturhäuser sowie zwei deutsche Bühnen in Temeswar und Hermannstadt.
Nach der letzten Volkszählung von 2002 sind die Deutschen nach Ungarn, Roma und Ukrainern heute die viertgrößte Minderheit in Rumänien.
Wichtige Adressen
Zentrum für Lehrerfortbildung in deutscher Sprache Medias (ZfL)
www.zfl.ro
Friedrich Schiller-Haus
Casa de Cultura “Friedrich Schiller”
Str. Batistei Nr. 15
020932 Bucuresti
www.casaschiller.ro
Allgemeine Deutsche Zeitung (ADZ)
www.adz.ro
Hermannstädter Zeitung (HZ)
www.hermannstaedter.ro
Publikationen
Gabanyi, Anneli Ute: Geschichte der Deutschen in Rumänien, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Aussiedler, Informationen zur politischen Bildung, Heft 267, Jg. 2000
Lazarescu, Mariana-Virginia: „Schau, das Leben ist so bunt“. Selma Meerbaum-Eisinger, Karin Gündisch und Carmen Elisabeth Puchianu: Drei repräsentative deutsch schreibende Autorinnen aus Rumänien. Berlin 2009
Müller, Herta: Atemschaukel. Roman, München 2009
Shchyhlevska, Natalia: Deutschsprachige Autoren aus der Bukowina. Frankfurt/Main 2004
Kontakt und Information
Goethe-Institut BukarestBeate Köhler / Institutsleitung
Str. Tudor Arghezi 8-10
RO-020945 Bukarest
Tel: ++40 21 3119762, 3119782, 3120231
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