2001

09.03.01: Verleihung der Goethe-Medaillen 2001

München, den 09.03.2001 - Am Donnerstag, den 22. März 2001, verleiht Hilmar Hoffmann, Präsident des Goethe-Instituts, die Goethe-Medaillen 2001 im Festsaal des Stadtschlosses zu Weimar. Als Festredner wird Julian Nida-Rümelin der Stadt Weimar seinen ersten Besuch abstatten. Geehrt werden in diesem Jahr der libanesische Dichter und Schriftsteller Adonis (Ali Ahmad Esber), die russische Komponistin Sofia Gubaidulina, der italienische Rechtsphilosoph Gerardo Marotta sowie der deutsche Kunsthistoriker Werner Spies. Die Goethe-Medaille wird seit 1992 jedes Jahr zum Todestag Goethes am 22. März im Festsaal des Schlosses zu Weimar an Persönlichkeiten verliehen, die sich im Ausland um die deutsche Sprache und den internationalen Kulturaustausch besonders verdient gemacht haben.

Der als Ali Ahmad Esber 1930 in Syrien geborene libanesische Dichter und Schriftsteller Adonis gilt als der bedeutendste arabische Lyriker des 20. Jahrhunderts. In seinen Gedichten verbindet er die westliche Moderne mit seiner Muttersprache in einer gelungenen Synthese von Okzident und Orient, von Tradition und Erneuerung. Von Nietzsche beeinflusst ist Adonis ein Grenzgänger zwischen Sprachen, Dichtungen und Kulturen. Als Übersetzer hat er außerdem zahlreiche Werke aus dem Deutschen und aus anderen Sprachen ins Arabische übertragen.

Mit Sofia Gubaidulina ehrt das Goethe-Institut eine international anerkannte, in Deutschland lebende russische Komponistin tatarischer Herkunft, die sich bereits in frühen Jahren von deutscher Literatur und Musik inspirieren ließ. Ihr musikalischer Stil ist eine Verbindung von europäischer und amerikanischer Avantgarde mit ursprünglichen Elementen der russisch-kaukasischen und mittelasiatischen Volksmusik. Ihre Affinität zu deutscher Dichtung findet Ausdruck in den Werken Sofia Gubaidulinas, deren wesentlicher Bestandteil Texte deutscher Dichter sind.

Für die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen setzt sich Gerardo Marotta, Präsident des Istituto Italiano per gli Studi Filosofici, seit vielen Jahren ein. Der 1927 in Neapel geborene Rechtsphilosoph gründete bereits 1975 das Institut für philosophische Studien, ein Forschungszentrum von Rang, das sich seither auf höchstem wissenschaftlichen Niveau mit deutscher Philosophie beschäftigt. Zahlreiche Veranstaltungen zu Fragen der Philosophie und anderen Wissenschaften tragen fortwährend zu einem intensiven kulturellen Austausch beider Länder in Europa bei.

Als konkurrenzloser Kenner der Werke von Max Ernst und Pablo Picasso gilt der Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher Werner Spies, 1937 in Tübingen geboren und seit 1962 in Paris lebend. Den kulturellen Dialog zwischen Frankreich und Deutschland belebten seine zahlreichen international anerkannten Ausstellungen sowie die Übersetzungen französischer Autoren (Nathalie Sarraute und Marguerite Duras). Werner Spies war von 1997 bis 2000 Direktor des Museums für zeitgenössische Kunst im Centre Pompidou. Dort verabschiedete er sich kürzlich mit der fulminanten Skulpturen-Ausstellung "Picasso Sculpteur", mit der sich der Mittler zwischen Deutschland und Frankreich in beiden Ländern hohes Ansehen erwarb.

 

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Nr. 8/2001

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