Südosteuropa: Omnibus für direkte Demokratie geht auf Tournee
Der „OMNIBUS für Direkte Demokratie“, einst von Beuys-Meisterschüler Johannes Stüttgen, Brigitte Krenkers und anderen ins Rollen gebracht, bringt die Idee der direkten Volksabstimmung in Bewegung. Ab September tourt der Bus auf Initiative des Goethe-Instituts acht Wochen durch Südosteuropa. Die Institute werden in dieser Zeit zu Foren des Austauschs über politische Verantwortung. Symbolträchtiger Höhepunkt ist die Fahrt nach Griechenland, dem Ursprungsland der direkten Demokratie.
ab 5. September
Südosteuropa
Joseph Beuys (1921-1986) prägte einen erweiterten Kunstbegriff, der soziales und politisches Handeln als künstlerischen Akt wertet. Auch die Gesellschaft verstand Beuys als Kunstwerk, eine „Soziale Plastik“, die jeder Mensch mitgestalten kann. Der von Beuys initiierte „OMNIBUS für Direkte Demokratie“ ist eine Fortführung der Arbeit an der „Sozialen Plastik“ und repräsentiert die Idee einer Aktionskunst, die das Publikum am kreativen Prozess beteiligt. Nun fährt der „OMNIBUS für Direkte Demokratie“ acht Wochen lang durch Südosteuropa. Der umgebaute Berliner Doppeldeckerbus macht unter anderem an den Goethe-Instituten in Zagreb, Sarajevo, Belgrad, Bukarest, Sofia, Skopje, Istanbul, Thessaloniki und Athen Station; sie werden in dieser Zeit zu Foren der Begegnung und bieten Raum für Diskussionen über die Gestaltungsverantwortung der Menschen. Alle Institute planen dazu eigene Veranstaltungen, eine Beuys-Ausstellung steht ebenfalls auf dem Programm.
Am Ausgangspunkt der Idee
In Athen wird der Bus am längsten halten – zehn Tage am Pnyx, einem Hügel neben der Akropolis. Dieser politische Versammlungsort der Antike ist die Geburtsstätte der direkten Demokratie. Parallel dazu wird auf einer Konferenz in der Athener Kunstakademie diskutiert, wie es mit der Demokratie weitergehen soll. Wie können wir heute selbstbestimmt die Entwicklung der Demokratie fördern? Welche Rolle kann die Kunst als Impulsgeber spielen? Beim „Athener Gespräch“ über Ursprung und Gegenwart der Demokratie diskutieren am 8. und 9. Oktober unter anderen:
Dimitris Th. Tsatsos
Professor für Verfassungsrecht und ehemaliges Mitglied des griechischen und europäischen Parlaments
Andreas Auer
Professor für öffentliches Recht an der Universität Zürich und Direktor des Forschungs- und Dokumentationszentrums für Direkte Demokratie in Genf
Johannes Stüttgen
Meisterschüler und engster Weggefährte von Joseph Beuys, ehemaliger Geschäftsführer der Free International University
Bazon Brock
Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal und Mitglied der Fluxus-Bewegung
Jens Reich
DDR-Bürgerrechtler und Molekularbiologe
Oskar Negt
Prof. em. für Soziologie an der Universität Hannover
Christian Meier
Prof. em. für Alte Geschichte und einer der führenden Historiker Deutschlands. Sein Forschungsschwerpunk ist das klassische Athen.







