2005

18.02.2005: Verleihung der Goethe-Medaille 2005 

München, den 16. Februar 2005 - Am 22. März 2005 um 10 Uhr verleiht die Präsidentin des Goethe-Instituts, Professor Dr. Jutta Limbach, im Festsaal des Residenzschlosses Weimar die Goethe-Medaille an den Vizepräsidenten der Addis Ababa University und Philosophen Samuel Assefa (Äthiopien), die Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Ruth Klüger (USA), den Literaturwissenschaftler Dmytro Satonsky (Ukraine), die Schriftstellerin Yoko Tawada (Japan) und die Dirigentin und designierte Intendantin der Hamburgischen Staatsoper Simone Young (Australien).

Die Festrede hält Nike Wagner; Laudatorinnen und Laudatoren sind: Helga Gräfin Strachwitz (Samuel Assefa), Heinrich Detering (Ruth Klüger), Barbara Monheim (Dmytro Satonsky), Ursula März (Yoko Tawada) und Roger Wilkins (Simone Young).

Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet und ist seit 1975 von der Bundesrepublik Deutschland als offizieller Orden anerkannt. Seit 1992 wird sie jährlich in Weimar am 22. März, dem Todestag Goethes, an Persönlichkeiten aus dem Ausland verliehen, die sich um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch hervorragende Verdienste erworben haben. Informationen zu den Preisträgern und Laudatoren:

Prof. Dr. Samuel Assefa (geb. 1956) studierte und lehrte in den USA Philosophie mit Schwerpunkt Philosophie des Deutschen Idealismus. Er ist Vizepräsident der Addis Ababa University und seine Meinung wird auch bei den politischen Entscheidungsträgern gehört und geschätzt. Sein Einfluss führte u. a. dazu, dass Äthiopien in vielen Bereichen verstärkt mit Deutschland zusammenarbeiten will. So hat er u. a. die Wiedereinrichtung eines Lektorats für deutsche Sprache an der Addis Ababa University erwirkt (2003/2004), hat sich für die neue Unterbringung des Goethe-Instituts in den Räumlichkeiten der Universität eingesetzt und die inhaltliche und organisatorische Verantwortung für das Philosophische Forum des Goethe-Instituts Addis Abeba übernommen, einem der wenigen intellektuellen Treffpunkte Äthiopiens. Die Auszeichnung Assefas fällt zusammen mit dem 100. Jubiläum des Beginns der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Äthiopien.
Laudatorin: Dr. Helga Gräfin Strachwitz ist seit Oktober 2002 Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Äthiopien. Zuvor war sie mehrere Jahre für die Botschaften in Ostafrika und als Afrikabeauftragte des Auswärtigen Amtes tätig.

Prof. Dr. Ruth Klüger (geb. 1931) wurde als Tochter jüdischer Eltern in Wien geboren. Im Alter von zwölf Jahren wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter in das Konzentrationslager Theresienstadt, ein Jahr später nach Auschwitz-Birkenau und dann in das Arbeitslager Christianstadt deportiert. Gegen Kriegsende gelang ihr auf einem der „Todesmärsche“ zusammen mit ihrer Mutter und einer Pflegeschwester die Flucht. Ruth Klüger emigrierte 1947 in die USA, studierte in New York Bibliothekswissenschaften und später Germanistik an der University of California in Berkeley. Die anerkannte Lessing- und Kleistspezialistin lehrte von 1980 bis 1986 an der Princeton University. Heute hat Ruth Klüger eine Professur für Germanistik in Irvine, California, inne. Ein Unfall, der Ruth Klüger wochenlang ans Bett fesselte, gab 1988 den Anstoß zu einem Buch, das ihre Kindheit und Jugend im Dritten Reich sowie die ersten Nachkriegsjahre in Deutschland und ihre Emigration in die USA beschreibt und reflektiert. Gleichzeitig ist dieses Buch eine Auseinandersetzung mit der Verdrängung der nationalsozialistischen Verbrechen, aber auch mit ihrer Rückkehr nach Deutschland, der Mutter und mit ihrer Rolle als Jüdin, als Frau und als Literaturwissenschaftlerin. Die in deutscher Sprache verfassten Erinnerungen erschienen im Herbst 1992 unter dem Titel „weiter leben“ und wurden mehrfach ausgezeichnet.
Laudator: Prof. Dr. Heinrich Detering ist seit 1995 Professor für Neuere Deutsche Literatur und Neuere Skandinavische Literaturen an der Universität Kiel und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Darüber hinaus ist er im Vorstand der Thomas-Mann-Gesellschaft vertreten und Juror zahlreicher Literaturpreise, u.a. des Büchner-Preises und des Ingeborg-Bachmann-Preises.

Prof. Dr. Dmytro Volodymyrovych Satonsky (geb. 1922) ist der Sohn eines ehemaligen hohen Staats- und Parteifunktionärs der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik, der vom Stalin-Regime als Volksfeind ermordet wurde. Satonsky studierte Fremdsprachen und Literaturwissenschaft in Kiew und arbeitet nach dem Krieg als Dolmetscher in der sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland. Erst nach Stalins Tod konnte Satonsky in Kiew promovieren. Er unterrichtete Deutsch an der Universität Kiew und war von 1960 bis 1961 Dekan der Fakultät für Philologie an der Universität Kiew. Seit 1961 arbeitet er im Shevchenko-Institut für Literatur der Akademie der Wissenschaften der Ukraine. Er gründete dort die Abteilung für ausländische Literatur, die er in den Jahren 1962 bis 1974 leitete und der er seit 1986 bis heute vorsteht. Seit 1967 ist Satonsky Mitglied der internationalen Assoziation der Literaturkritiker, seit 1974 Vorstandsmitglied der Goethe-Gesellschaft in Weimar. Seine zentralen Werke „Realismus ist Zweifel“ (1992) und „Modernismus und Postmodernismus: Gedanken über den ewigen Kreislauf raffinierter und nicht raffinierter Künste“ (2000) wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Von Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn an hat sich Satonsky für die Verbreitung deutscher Kultur in der Ukraine, in Russland und in anderen slawischen Kulturen eingesetzt.
Laudatorin: Barbara Monheim gründete Mitte der neunziger Jahre den deutsch-polnisch-ukrainischen Verein für Osteuropa und errichtete nach jahrelangem Kampf mit den Behörden den ersten privaten Hort für Straßenkinder in Kiew. In dem 2004 eröffneten Heim sind Werkstätten untergebracht, in denen sich Straßenkinder zusammen mit arbeitslosen Pädagogen eine bessere Zukunft schaffen.

Yoko Tawada (geb. 1960) gilt sowohl in Japan als auch in Deutschland als eine der renommiertesten und wichtigsten Autorinnen ihrer Generation. Sie studierte Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt russische Literatur in Tokyo und Germanistik in Hamburg. Seit 1982 lebt sie in Hamburg und veröffentlicht in deutscher und japanischer Sprache Gedichte, Romane und Erzählungen, für die sie unter anderem den höchsten japanischen Literaturpreis (Akutagawa Preis) und den deutschen Adalbert-von-Chamisso-Preis erhielt. Ihr Werk umfasst fünfzehn Buchveröffentlichungen in deutscher und zwölf in japanischer Sprache. Frau Tawada hat an zahlreichen Goethe-Instituten und anderen Kulturinstituten weltweit gelesen und vermittelte in ihrer Tätigkeit als writer-in-residence an verschiedenen Universitäten ein kosmopolitisches Deutschlandbild.
Laudatorin: Ursula März ist Buchautorin und freie Literaturkritikerin und arbeitet seit Ende der achtziger Jahre für Rundfunk und Fernsehen, die „Frankfurter Rundschau“, „DIE ZEIT“ und das „Kursbuch“. Die Berlinerin ist Jurorin des Ingeborg-Bachmann-Preises.

Simone Young (geb. 1961) debütierte 1985 am Opernhaus Sydney und 1986 an der Kölner Oper. 1986 ernannte sie die Bundesregierung Australiens zum „Young Australian of the Year“. Sie arbeitete vier Jahre lang als Assistentin von Daniel Barenboim in Bayreuth und Berlin. Es folgten Engagements an der Berliner Staatsoper Unter den Linden, an der Wiener Staatsoper und der Bastille in Paris. In den neunziger Jahren – bis zu ihrer Ernennung zur Intendantin der Opera Australia im Jahr 2001 – dirigierte sie in den Zentren des europäischen Musiktheaters und in den USA. Höhepunkte ihrer Arbeit waren Engagements mit den bedeutendsten Symphonieorchestern unter anderem in New York und Tokyo. In Österreich dirigierte sie als erste Frau die Wiener Philharmoniker, in Berlin als erste Frau in Deutschland den kompletten „Ring“ von Richard Wagner. In enger Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Sydney hat Simone Young das „Young Artist Programme“ mit Fokus auf das deutsche Opernrepertoire intensiviert. Mit dieser Initiative hat sie nicht nur die Voraussetzungen für die Umsetzung eines breiten deutschen Repertoires in Australien geschaffen, sondern darüber hinaus durch die Vermittlung dieser jungen Künstler in den deutschsprachigen Raum bilaterale Kontakte initiiert und auf eine zukunftsträchtige Basis gestellt. Simone Young wird ab der Spielzeit 2005/2006 Generalmusikdirektorin und Intendantin der Hamburgischen Staatsoper, sowie Generalmusikdirektorin des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg.
Laudator: Roger Wilkins unterrichtete Jura und Philosophie an der Sydney University Law School, bevor er 1983 in die Politik ging. Seit 1992 ist er Generaldirektor der Regierungsbehörde und seit 2001 Generaldirektor des Ministeriums für Kultur des Staates New South Wales.

Weitere Informationen zu den Preisträgern und Fotos unter:

www.goethe.de/goethe-medaille

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Klaus Krischok
Tel.: 089 15921 500
krischok@goethe.de

Susanne Sporrer
Tel.: 089 15921 249
sporrer@goethe.de

Rückmeldung zur Akkreditierung bis spätestens 15.03.2005

Goethe-Institut
Zentrale München
Bereich 002 - Kommunikation und Marketing
Frau Susanne Sporrer
Tel.: (089) 15921-249
Fax: (089) 15921-414

Am Festakt zur Verleihung der Goethe-Medaillen am 22. März 2005, 10 Uhr, im Residenzschloss Weimar, Burgplatz 4, werde ich

□ teilnehmen

□ mit _ _ _ _ weiteren Person(en) teilnehmen

□ nicht teilnehmen

Vor- und Zuname:
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

Geburtsdatum:
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

Vor- und Zuname mit Geburtsdaten aller teilnehmenden Personen:
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

Redaktion:
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

Anschrift:
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

Telefon:
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

E-Mail:
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Bitte ausdrucken und ausgefüllt faxen an:
089-159 21-414

9100 Zeichen inkl. Leerzeichen

Nr. 7/2005

Immer aktuell informiert

Pressemitteilungen des Goethe-Instituts
Monatlicher Newsletter „Medieninfo“

Goethe-Jahrbuch 2012/13

Das Jahrbuch gibt einen Überblick über unsere weltweiten Aktivitäten