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Arts for Education: Jugend debattiert über Kultur

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Auf dem Symposium „arts for education!“ werden die Jugendlichen selbst zu Experten in eigener Sache und ergreifen das Wort. (Foto: Goethe-Institut)

23. September 2010

Kongresse sind etwas für Experten. Deshalb sind zur Konferenz „arts for education!“ auch die Betroffenen eingeladen: 100 Jugendliche aus 34 Ländern treffen sich in der Kulturhauptstadt Essen und diskutieren mit anderen Fachleuten über die Zukunft der kulturellen Bildung. Von Christoph Mücher

E-y-j-a-f-j-a-l-l-a-j-ö-k-u-l-l - geduldig vermittelt Gudny die Aussprache des berüchtigten Vulkans, der das kleine Island deutlich ins Bewusstsein der mitteleuropäischen Bevölkerung gebracht hat. Marvin zeigt sich gelehrig und hat die Aussprache im Handumdrehen verinnerlicht.

Voneinander und miteinander zu lernen ist das Ziel von 100 Jugendlichen, die in der europäischen Kulturhauptstadt Essen zusammengekommen sind. Anlass der Begegnung ist „arts for education!“, ein internationaler Kongress, mit dem die Mercator Stiftung die wichtige Frage der kulturellen Bildung in all ihren Facetten ausloten möchte. Über deren Bedeutung sind sich die anwesenden prominenten Vertreter von Stadt, Land, Bund und Staatenbund in Windeseile einig. „Kulturelle Bildung ist eine der zentralen Zukunftsthemen über Grenzen hinweg“, subsumiert Kulturstaatsminister Bernd Neumann und findet in Bogdan Zdrojewski, dem polnischen Kulturminister, und den Abgesandten von EU und Europaparlament Jan Truszyzynski und Doris Pack eloquente Unterstützung.

Damit die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aber auch denjenigen möglich ist, die das Thema der „kulturellen Bildung“ aus täglicher eigener Anschauung kennen, hat die Stiftung Mercator in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut 100 Jugendliche aus 34 Ländern eingeladen, sich ihrerseits zusammenzusetzen, und Erfahrungen auszutauschen. „Wir wollten nicht bloß über Jugendliche sprechen, sondern auch und vor allem mit ihnen“ subsumiert Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator.

Selbstbewusst, eloquent und fantasievoll formulieren die Schüler und ihre Sprecher ihr Anliegen von einer lebensnahen Schule und einem Kulturverständnis, das sich über den Kanon der Hochkultur hinaus mit den kulturellen Ausprägungen jugendlichen Engagements auseinandersetzt. Exkursionen zu den „Leuchttürmen“ der Kulturregion Ruhr sorgen für Einsichten und Ansichten.

Mit der Gruppe „Architektur und Raum“ war die junge Serbin Nevenka Ametovic im JAS, der Jugendarchitekturstadt. „Ich interessiere mich sehr für Kultur, insbesondere für Theater“, erklärt Nevenka, die sich sofort beworben hat, als die Teilnahme am Essener Treffen ausgeschrieben wurde. „Es gab Bewerberinnen aus ganz Serbien“, erläutert sie, „wir mussten einen Aufsatz verfassen zur Frage, was Kultur für uns bedeutet“. Die Antworten auf diese Fragen waren so originell und treffend, dass die Veranstalter sie in einer kleinen Postkartenserie veröffentlicht haben.

Hanna und Gudny wurden gezielt von ihren Lehrern angesprochen. Für die Schwedin Hanna ist Kultur ein unverzichtbarer Teil ihrer Freizeit; Gudny hat sich durch ihre Liebe zu Musik und Fremdsprachen qualifiziert. Sie hat sich in der Tanzmetropole Essen für die Tanzgruppe angemeldet – „zum Kennenlernen haben wir unsere Namen getanzt“, erzählt sie beeindruckt.

Die Stadt Essen kannte kaum eine der Schülerinnen. „Ich wusste nur, dass Essen ‚Nahrungsaufnahme‘ bedeutet“, meint Gudny mit einem Augenzwinkern. Nevenka war immerhin schon einmal in der Ruhrmetropole, aber nur zum „Shoppen“. Jetzt hat sie „wahnsinnig viel gesehen“ und könnte sich gut vorstellen, hier zu leben.

Auch Marvin hat Einiges dazu gelernt. Viele Monate hat er mit seiner Klasse den Besuch der Gäste aus aller Welt vorbereitet. „Man lernt seine Heimat ganz neu kennen, wenn man sie Gästen vorstellen möchte“, meint der Essener Schüler. „Was bleibt sind viele Eindrücke“ – und die perfekte Aussprache eines weltbekannten isländischen Vulkans.
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