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Dokumentarfilmpreis für „Peak“: Der Berg weint

UnafilmCopyright: Unafilm
Problemzone Alpen: Szene aus „Peak“ (Foto: Unafilm)

24. Oktober 2011

Es ist die Geschichte des verlorenen Paradieses, der der Regisseur Hannes Lang in Peak nachgeht. Das Paradies sind die Südtiroler Alpen. Für die Beschreibung von deren Zustand erhielt Lang nun den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts. Dabei wollte es das Institut in diesem Jahr aber nicht belassen.

Der Berg ruft. Er selbst mag sich dessen nicht bewusst sein, aber aus der Perspektive all jener, die jährlich dem vermeintlichen Ruf folgen und sich ins Winterparadies der Südtiroler Alpen stürzen, ist es zweifellos so. Doch freilich hinterlassen die Hunderttausenden auch ihre Spuren in der eindrucksvollen Berglandschaft. Und die tragen nicht immer zur deren Verschönerung bei.



Die Zerstörung von Natur und Heimat ist es, die sich Regisseur Hannes Lang zum Thema seines Dokumentarfilms Peak gemacht hat. Der Südtiroler hat sich an eine nüchterne und oft auch ernüchternde Bestandsaufnahme des Alpenraums gemacht – so überzeugend, dass ihn die Jury des Dokumentarfilmpreises des Goethe-Instituts zum diesjährigen Preisträger gekürt hat.



„Der Film zeichnet sich aus durch eine überwältigende Bildsprache, die im Format des Cinemascopes einen angemessenen ästhetischen Ausdruck findet“, begründete die Jury ihre Entscheidung. „Exemplarisch wird das universelle Thema der Zerstörung der Natur durch den Menschen dem Zuschauer eindrucksvoll vermittelt. Dieses vermag der Film ohne wertenden Kommentar allein durch die Bilder industrieller Eingriffe in eine jahrhundertealte Kulturlandschaft zu zeigen. Die systematische Zerstörung der Natur des Alpenraums und der Verlust von Heimat durchbricht radikal die Genreerwartung des traditionellen Heimatfilms.“



Der Preis, der im Rahmen des Leipziger Dokumentarfilmfestivals DOK verliehen wird, bedeutet jedoch mehr als nur eine Ehre und ein Preisgeld von 2.000 Euro für den Preisträger: Das Goethe-Institut erwirbt die Lizenzen und macht den Dokumentarfilm einem Publikum in der ganzen Welt zugänglich – es finanziert die Untertitelung des Werks in bis zu zehn Sprachen und zeigt ihn weltweit.

Die Jury des Goethe-Instituts wählte den Preisträger aus einem der zwölf aktuellen Dokumentarfilme aus, die im Deutschen Wettbewerb des Leipziger Festivals liefen. Aufgrund des hohen Niveaus der Wettbewerbsfilme fiel der Jury, der die Regisseurin Julia Albrecht vorsaß, die Entscheidung in diesem Jahr jedoch besonders schwer. Deshalb hat sich das Goethe-Institut entschlossen, auch die Rechte von Carte blanche zu erwerben – wegen seiner cineastischen Qualität und der besonderen Bedeutung der Menschenrechtsthematik für die Arbeit des Goethe-Instituts. In dem Film geht die Regisseurin Heidi Specogna dem Fall des kongolesischen Milizenführers Jean-Pierre Bemba nach, der in Den Haag für Tötungen, Plünderungen und Vergewaltigungen angeklagt ist, und zeigt die Sisyphusarbeit eines Gerichts.

-db-
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