Goethe aktuell

Grimm trifft Goethe: Frau Holle geht nach Afrika

frei
Holde Prinzessinnen und moderner Rap: Die Brüder Grimm, porträtiert von Elisabeth Jerichau Baumann

5. Dezember 2011

Grimm und Goethe – das steht für deutsche Sprache, wie sonst allenfalls Luther und Duden. Doch jetzt verbindet die Gebrüder und das Kulturinstitut noch mehr. Aber beginnen wir dort, wo man gemeinhin beginnt – am Anfang: Es war einmal ...

... eine weltberühmte Märchensammlung. Jacob und Wilhem Grimm hatten sie zusammengetragen, 1812 erschien der erste Teil der Kinder- und Hausmärchen. Froschkönig, Frau Holle, Hänsel und Gretel, Hexen, Zwerge und Wölfe, böse Stiefmütter und schöne Prinzessinnen – sie alle kamen darin vor, und wenn sie nicht gestorben sind, beglücken sie noch heute die Kinder der Welt. Und nicht nur die.

Die Märchensammlung ist neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit am meisten verbreitete Buch der deutschen Kulturgeschichte. Es wurde in 160 Sprachen übersetzt. Für das Goethe-Institut ist der 200. Jahrestag Grund genug, die legendären Geschichten um den Globus zu schicken: Die Ausstellung Märchenwelten, die dieser Tage in München und Berlin eröffnet wird, geht im neuen Jahr auf Weltreise. Die ersten Stationen liegen in Europa, Nordafrika und Nord- und Südamerika.

Entworfen hat die Ausstellung das Kölner Atelier Krafthaus. Als Kulisse hat es einen Märchenwald gewählt. Darin werden sieben Themen behandelt, die den Besuchern in verschiedenen Schatztruhen präsentiert werden. Da geht es dann etwa um Magie und Zauberei, um Tiere oder auch um die Heldin im Märchen. Und immer wieder stellt sich dabei die Frage: Wie aktuell sind die Märchen noch heute? So begegnet man als böser Stiefmutter plötzlich Meryl Streep – in ihrer Rolle als Vogue-Chefin in Der Teufel trägt Prada – oder muss sich mit der Frage auseinandersetzen: Sind Anti-Aging-Cremes die Nachfahren der Zaubertränke?

Und ein iMärchen

An den Bäumen finden die Besucher Früchte, aber keine verbotenen, sondern solche an denen man durchaus mal drehen sollte. Dann nämlich öffnen sich Bild- und Texttafeln mit weiteren Erklärungen. Das also – und damit wären wir wieder bei Goethe – war des Pfirsichs Kern!

Die Herausforderung bei der Konzeption war dabei vor allem eine praktische: Die Ausstellung muss gut zu transportieren sowie einfach und schnell aufzubauen sein. Schließlich wird sie auch an kleinen Goethe-Instituten in aller Welt Halt machen.

Nach modernen didaktischen Prinzipien aufgebaut, enthält die Ausstellung viele Elemente zum Hören, Sehen und selbst Mitmachen. Auf einem iPad können alle Besucher selbst an einem unendlichen Märchen mitschreiben. Und wenn die Festplatte nicht abgestürzt ist, dann wächst es noch immer.

-db-

Noch bis zum 16. Dezember ist die Ausstellung Märchenwelten in der Europäischen Schule München zu sehen, vom 8. Dezember bis zum 1. Januar zudem im Lichthof des Auswärtigen Amtes in Berlin. Ab Februar im Ausland geht sie dann auf Tournee. Die ersten Stationen liegen in Europa, Nordafrika und Nord- und Südamerika.
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