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„Histoires croisées“: Das Goethe-Institut Paris feiert 50. Geburtstag

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Außenminister Westerwelle unterstrich beim Festakt die Bedeutung der Kultur für die europäische Einigung (Foto: Alexandra Clamart)

6. Juli 2012

Die deutsch-französische Aussöhnung hat viele Väter und Mütter, auch das Goethe-Institut Paris gehört dazu. Die Feier zum 50. Geburtstag brachte Politik, Kultur und Wirtschaft zusammen.

Begegnungen mit Frankreich gehören seit Jahrzehnten zu den ersten Schritten auf dem Weg zu einer europäischen Akkulturation. Diese Erfahrungen haben auch die Biografien des Außenministers Westerwelle und von Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, geprägt. Traf Guido Westerwelle als Jugendlicher bei seiner ersten Frankreichreise in der Bretagne noch auf die Wunden der Kriegsgeneration, so konnte Johannes Ebert beim Schüleraustausch in Frankreich Freundschaften schließen, die bis heute Bestand haben.

Beim Festakt zum 50. Jubiläum des Goethe-Instituts Paris nahmen die Festredner ihre frühen persönlichen Erfahrungen mit dem Nachbarn jenseits des Rheins zum Anlass, den 300 Festgästen die Bedeutung der nachbarschaftlichen Begegnung in Erinnerung zu rufen. Eindringlich mahnte der Außenminister, dass wirtschaftliche Probleme die Bedeutung des Projektes Europa in keiner Weise schmälern. Guido Westerwelle unterstrich die Bedeutung der Kultur für das Gelingen der europäischen Einigung. Der Minister dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Goethe-Instituts Paris für ihren Beitrag zur Aussöhnung mit Frankreich. Europa brauche „Übersetzer, die uns einander besser verstehen lassen“, so der Minister. Das Goethe-Institut sei einer dieser Übersetzer. Auch Johannes Ebert unterstrich die Bedeutung der Kultur für das gemeinsame europäische Haus: „Europa ist ein kulturelles Projekt gemeinsamer Werte, ein langfristiges Projekt, in dem wir Vertrauen schaffen müssen und Begeisterung.“

Institutsleiter Joachim Umlauf wies bei seiner „tour d’horizon“ durch die Geschichte des Pariser Instituts darauf hin, dass die Fassade des Goethe-Instituts – die einzige modernistische im renommierten 16. Arrondissement – auch ein klares Bekenntnis der jungen Bundesrepublik darstellte, einen Neuanfang zu wagen. Viele von denen, die diesen Aufbruch mitgestaltet haben, waren unter den Festgästen, allen voran Alfred Grosser, Beate Klarsfeld und Jack Lang. Und schon bald gilt es, den nächsten 50. Geburtstag zu feiern, wenn sich am 22. Januar die Unterzeichnung des Elysée-Vertrags jährt – ein Anlass, den das Goethe-Institut Paris zu einem facettenreichen Kulturprogramm nutzt.

-chm-

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