Zur Geschichte des Goethe-Instituts

Sprachkurs in den 60-er Jahren. Copyright: Goethe-InstitutDeutsch lernen im elektronischen Klassenzimmer am Goethe-Institut in Murnau, 1969. Copyright: Goethe-Institut
Deutsch lernen im „elektronischen Klassenzimmer“ am Goethe-Institut in Murnau, 1969. © Goethe-Institut

1951
Das Goethe-Institut wird als Nachfolgeinstitution der Deutschen Akademie (DA) gegründet.
Seine erste Aufgabe besteht darin ausländische Deutschlehrer in Deutschland fortzubilden.

1953
Die ersten Sprachkurse des Goethe-Instituts beginnen in Bad Reichenhall. Die große Nachfrage führt zur Gründung weiterer Unterrichtsstätten in Murnau und Kochel.
Das Auswahlprinzip: Kleine, idyllische Orte, die das Nachkriegsdeutschland von seiner besten Seite zeigen sollen.
Als Unterrichtsmaterial dient das erste eigene Lehrbuch des Goethe-Instituts, der in Fachkreisen inzwischen legendäre "Schulz-Griesbach".

1953-55
Das Goethe-Institut übernimmt die ersten ehemaligen DA-Auslandsdozenturen.
Deutschunterricht, Lehrerfortbildung und begleitendes Kulturprogramm sind deren inhaltliche Aufgaben.

1959/60
An das Goethe-Institut werden auf Initiative des Leiters der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes, Dieter Sattler, nach und nach alle bisher im Ausland tätigen deutschen Kulturinstitutionen angegliedert.
Dieser Beginn des Ausbaus eines flächendeckenden Institutsnetzes im Ausland symbolisiert die intensivierte auswärtige Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland.

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"Lida lernt Deutsch" - Wie die Zeit vergeht ... Werbefilm für Deutschkurse des Goethe-Instituts aus den 60er Jahren


1968
Geprägt von der Studentenrevolte orientiert sich die nun einsetzende kulturelle Programmarbeit des Goethe-Instituts an gesellschaftspolitischen Themen und avantgardistischer Kunst.

1970
Im Auftrag des Auswärtigen Amtes entwickelt Ralf Dahrendorf die "Leitsätze für die auswärtige Kulturpolitik". Dialogische und partnerschaftliche Kulturarbeit werden zur dritten Säule der Außenpolitik erklärt. Dieser erweiterte Kulturbegriff wird in der Ära Willy Brandt zur inhaltlichen Grundlage der Arbeit des Goethe-Instituts.

1976
Das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut unterzeichnen einen Rahmenvertrag. In ihm wird der Status des Goethe-Instituts als unabhängige Kulturinstitution geregelt.

1980
Ein neues Standort-Konzept für Inlandsinstitute wird umgesetzt. Unterrichtsstätten in kleinen, zumeist bayerischen Orten weichen Instituten in Groß- und Universitätsstädten.

1989/90
Die Öffnung Osteuropas stellt auch für das Goethe-Institut eine Wende dar. Seine Aktivitäten konzentrieren sich in den neunziger Jahren stark auf diese Region. Zahlreiche Neugründungen sind die Folge.

2001
Fusion mit Inter Nationes.

2004
Das Goethe-Institut eröffnet als erstes westliches Kulturinstitut ein Infozentrum in Pjöngjang/Nordkorea.

2005
Das Goethe-Institut wird mit dem spanischen Prinz-von-Asturien-Preis 2005 ausgezeichnet.

2007
Das Goethe-Institut erhält erstmals seit zehn Jahren wieder mehr Mittel für den Erhalt und Ausbau seines weltweiten Netzwerks.



Präsidenten des Goethe-Instituts:
Dr. Kurt Magnus (1951-1962)
Dr. Max Grasmann (1962-1963)
Peter H. Pfeiffer (1963-1971)
Hans v. Herwarth (1971-1977)
Klaus v. Bismarck (1977-1989)
Hans Heigert (1989-1993)
Prof. Dr. h.c. Hilmar Hoffmann (1993-2001)
Prof. Dr. Jutta Limbach ( 2002-2008)
Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann (seit 2008)


Generalsekretäre des Goethe-Instituts:
Helmuth Brückmann (1952-58)*
Richard Wolf (1958-1965)*
Dr. Werner Ross (1965-1973)*
Hans Kahle (1973-1976)
Dr. Horst Harnischfeger (1976-1996)
Dr. Joachim Sartorius (1996-2000)
Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard (2001-2003)
Dr. Horst Harnischfeger (2003)
Dr. Andreas Schlüter (2004)
Dr. Wolfgang Bader (2005, kommissarisch)
Dr. Hans-Georg Knopp (2005-2012)
Johannes Ebert (seit 2012)

* bis 1973 lautete der Titel Hauptgeschäftsführer bzw. Direktor des Goethe-Instituts

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