Das kleine 1x1 des Filmvorführens

Filmformate
Projektionsgeräte
Filmverpackung und Konfektionierung
Geräte
Filmpflege
 

Bei Fragen und Problemen zu Filmtechnik oder Versand wenden Sie sich bitte jederzeit an die EFS-Filmtechnik GmbH in Beverungen. Ihre Ansprechpartner:

Alexa Schmidt, Stefanie Gutsmann
Tel. +49 6150 1851072
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Filmformate

Es gibt seit der Erfindung des Filmmaterials verschiedene Filmformate, die sich im Wesentlichen nur in der Größe unterscheiden. Heute sind üblicherweise nur noch das klassische Kinoformat "35mm" und in Einzelfällen das Schmalfilmformat "16mm" im Umlauf. Das Goethe-Institut verwendet teilweise noch 35mm-Kopien, setzt aber bei aktuellen Produktionen für die weltweiten Vorführungen auf digitale Formate wie DCP.

Neben diesen beiden Formaten gibt es auch noch andere Filmformate wie "Normal 8mm" oder "Super8" oder das größte je verwendete Filmformat "70mm". Das "70mm-Format" wurde aus Kostengründen nur kurzfristig verwendet. Das "8mm"- oder "S8mm"-Format wurde in der Vergangenheit bis zur Einführung der Videokamera sehr viel im Privatbereich eingesetzt. Viele Filmemacher haben in der Vergangenheit aus Kostengründen oder speziell zum Experimentieren dieses Format verwendet.

Egal welche Filmbreite auch immer, man sollte über die Beschaffenheit des Filmmaterials Bescheid wissen.

Woraus besteht das Material und wie ist es aufgebaut?

Da gibt es zum einen das klassische Material "Triacetat". Es besteht zum Teil aus natürlichen Produkten wie Baumwolle und Zellwolle in Verbindung mit organischem Lösungsmittel, wie z.B. Methylenchlorid-Methanol und Aceton. Es wurde 1960 per Gesetz eingeführt. Bis dahin gab es den berühmten "Nitrofilm" auf der Basis von Zellulosenitrat. Dieses Material war durch den Zusatz von Nitrat höchst feuergefährlich und explosiv und wurde deshalb gesetzlich verboten worden. Man muss aber damit rechnen, dass irgendwo auf der Welt noch Filmmaterial dieser Art lagert.

Heute stellt man nur noch Filmmaterial aus "Polyester" her. Der Träger ist ein reines Kunststoffmaterial und sehr robust. Die Reißfestigkeit ist im Gegensatz zu "Triacetat" enorm hoch. Es hält bei Zugspannung und Knickverhalten dreimal länger als "Triacetat". Die Strapazierfähigkeit, Haltbarkeit und Lagerung ist bei "Polyester" um ein Vielfaches besser. Wo sich früher das Material durch Umwelteinflüsse wie Licht, Wärme, Feuchtigkeit, chemische Reaktionen usw. zersetzte oder beschädigt wurde, ist das bei "Polyester" kaum ein Thema. Die mechanische Belastbarkeit des Materials ist besser als bei "Triacetat". Es gibt aber auch Nachteile bei "Polyester".

Durch das sehr reißfeste Material gibt es zwar kaum noch Filmrisse, dafür kommt es eher zur Zerstörung der Perforation und Räderung des Films. Wenn der Film reißt, kann der Projektor durch eine vorhandene Notstoppeinrichtung zum Stillstand gebracht werden. Hat ein Projektor diese Vorrichtung nicht, kann der ganze Film zerstört werden. Die Aufwickelspule dreht sich dann zwar weiter, der bereits durchgelaufene Film bleibt aber auf der Spule. Der läuft aber weiter und zieht den restlichen Film von der abwickelnden Spule.

Darum ist es sehr wichtig, dass der Film beim Einlegen oder Einfädeln in den Laufkanälen, Zahnrollen, Umlenkrollen usw. so anliegt, dass er weder zuviel Spannung hat noch zu lose sitzt. Genau so wichtig ist es auch, das Filmmaterial vorher auf mechanische Schäden zu überprüfen. Eine Klebestelle, Perforationsschäden, Knickstellen oder starke Verschmutzung können zu einem Filmriss oder Zerstörung führen.

Eine schlecht geklebte Stelle sollte man umgehend erneuern. Am besten 1 bis 2 Bilder vor und nach dem Riss sauber entfernen und trocken wieder zusammen kleben, aber nur, wenn erstklassiges Klebematerial wie Hobel, Schnittwerkzeug und flüssiger Kleber vorhanden ist. Andernfalls sollte man an der gerissenen Stelle mit einem schmalen Stück Papier eine Markierung setzen und für die nächste Vorführung einen großen Zettel mit dem Hinweis "Der Film ist gerissen und markiert worden" beilegen.

Es macht nichts, wenn der Film einmal reißt, man muss jedoch unbedingt diese Information für die nächste Vorführung weitergeben. Bei Perforationsschäden oder Knickstellen gilt das natürlich genauso. Wer einen Film mit den o.g. 3 Schäden trotzdem vorführt, der handelt fahrlässig.

Eine neue "35mm-Kopie" kostet im Durchschnitt 2.000,- Euro inklusive Untertitelung. Das sind sehr hohe Kosten, die bei unsachgemäßem Umgang entstehen können.

 

Projektionsgeräte

Man kann hier nicht alle Marken und Typen erwähnen, die es gab oder zur Zeit gibt. Aber das Grundprinzip ist bei allen gleich: Der Film wird mittels einer Lichtquelle über ein Objektiv zur Vergrößerung des Bildes auf eine Leinwand projiziert. Die Form eines Projektors ist zwar marken- und typenspezifisch unterschiedlich, aber im Grunde erkennt man einen Filmprojektor gleich beim ersten Anblick.

Eine Ausnahme machen da nur die großen und modernen "35mm"-Geräte mit Filmtellereinrichtungen oder Endlostellereinrichtungen.

 


"35mm"-Gerät mit Filmtellereinrichtung

"35mm"-Gerät mit Endlostellereinrichtung

"35mm"-Standortprojektor

Im Gegensatz zu den klassischen Projektoren mit angedocktem Spulengestell ist ein Projektor mit Filmtellereinrichtung oder Endlostellereinrichtung nur in großen kommerziellen Kinos zu finden.

Es gibt bei "35mm"- und "16mm"-Projektoren sowohl standortgebundene (fest installierte) als auch mobile Geräte. Wobei mobile "35mm"-Projektoren und fest installierte "16mm"-Projektoren sehr selten sind. Das Gros der Geräte bilden die mobilen "16mm"-Projektoren.

 


"16mm"-Standortprojektor

Mobiler "16mm"-Projektor

"35-16mm"-Standortprojektor

Man kann aber auch ein "Kombinationsgerät" aus "35mm/16mm" und seit einigen Jahren auch "Super16mm" kaufen. Hier hat man gleich drei Filmformate in einem Gerät. Besonders zu empfehlen, wenn es vor Ort Platzprobleme gibt. Ist das Verhältnis der Vorführungen von "35mm" und "16mm" gleich, lohnt sich das Gerät. Standgeräte haben den Vorteil, dass sie robust gebaut sind und eine bessere Materialverarbeitung aufweisen. Diese Geräte halten auf Dauer länger und sind fast verschleißfrei. Der Nachteil: Sie sind standortgebunden.

Mit den mobilen Geräten kann man praktisch an jedem Ort eine Vorführung machen. Voraussetzungen sind natürlich eine weiße Wand oder Leinwand sowie eine dunkle Umgebung. Der Nachteil der mobilen Geräte ist, besonders bei "16mm"-Projektoren, die weniger robuste Verarbeitung. Besonders hier kam im Laufe der Zeit sehr viel Kunststoff zum Einsatz. Da sich Kunststoff auf Dauer verformen oder brechen kann, muss man diesen Geräten eine erhöhte Wachsamkeit widmen, und sie regelmäßig warten lassen. Ob nun "35mm-", "16mm-" oder "Super16mm"- Geräte das Grundprinzip eines Projektors ist immer gleich. Allein die Vielfalt der Marken und Typen zeigt hier schon den Unterschied. Mit diversem Zubehör ist die Verwirrung dann perfekt. Trotzdem bedarf es keines Diploms, um ein solches Gerät zu bedienen. Gewisse Grundkenntnisse und ein wenig technisches Verständnis reichen aus.

Man sollte jedoch wissen, dass bei einer "35mm"-Vorführung nicht nur die Geräte sehr groß sein können, auch der Umgang mit dem Filmmaterial und den Projektoren erfordert eine gewisse Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Im Gegensatz zu modernen "16mm"-Projektoren, wo der Film mittels einer automatischen Vorrichtung selbst eingelegt bzw. eingefädelt wird, muss er bei "35mm-" und "16mm"-Standprojektoren von Hand eingelegt werden.

Es ist gerade bei "35mm"-Vorführungen sehr wichtig, sich mit den Geräten gut auszukennen. Allein bei der komplizierten Mechanik sollten Grundkenntnisse vorhanden sein. Ohne diese ist eine reibungslose Vorführung nicht möglich. Die Beschädigung von Film und Maschine wären die Folgen. Ein Filmvorführer sollte in der Lage sein, jeden Augenblick der Vorführung zu verstehen, wie bzw. warum die Maschine so funktioniert. Erst dann beherrscht er seine Maschine perfekt.

 

Filmverpackung und Konfektionierung

Es gibt bei den Filmverpackungen wie bei den Filmprojektoren weltweit eine große Anzahl von Systemen und Typen, so dass eine genaue Übersicht darüber kaum möglich ist. Besonders die "16mm"-Verpackungen sind weltweit sehr unterschiedlich.

  • Grundsätzlich sollte ein Film immer gut und fest auf eine Spule gewickelt sein.
  • Bitte die Filmrolle immer so aufspulen, dass der Filminhalt am Anfang liegt (Achtung, nur bei "16mm"-Filmen, nicht bei "35mm").
  • Bitte immer mit einem Stück Klebeband das lose Ende befestigen.
Ist der Film auf einer Spule nicht mit Klebeband befestigt, wird er durch die Erschütterungen beim Transport auseinander gerüttelt. Es entstehen Schäden wie Knicke oder Schrammen durch Scheuern bis hin zum Abreißen.

 

Bobbies Es kommt auch immer wieder vor, dass der 16mm-Film nur auf einem Kunststoffkern, dem "Bobby", transportiert wird. Das ist kein ausreichender Schutz für den Film.

 
 

Quadcan-Dose Das Goethe-Institut verwendet seit einigen Jahren eine eigene Verpackungsart, die den höchsten Transportansprüchen standhält. Es handelt sich hier um blaue Kunststoffdosen mit eigenen Spulen, die es in drei verschiedenen Formen gibt.

Einmal als sogenannte "Quadcan-Dose" mit bis zu vier Spulen von einer Länge von max. 480m.

Meist sind diese Dosen mit je drei Spulen und einem Schaumstoffkissen belegt. Die Schaumstoffkissen sind bei dieser Verpackungsart ein wichtiger Bestandteil. Um beim Transport keine Erschütterungen zu bekommen, muss die Dose, je nach Anzahl der Spulen, immer mit dem Schaumstoffkissen ausgelegt werden. Bei der Erstverpackung werden die Filmdosen in der vorgenannten Art und Weise zusammengestellt.

Leider stellen wir immer wieder fest, dass Filmdosen vom Einsatz nicht im Originalzustand bzw. beschädigt zurückkommen. Der Film und die Verpackung sind Eigentum des Goethe-Instituts und müssen vollständig wieder zurück geschickt werden. Das alles gilt natürlich auch für die beiden anderen Filmverpackungsarten.

Neben den "Quadcan-Dosen" gibt es noch die "Dancan-Dosen" in diversen Größen mit Umkarton. Umkartongrößen gibt es für zwei bis vier Filmdosen. Die Filmdosen sind für Spulen von einer max. Größe von 600m ausgelegt.

Es gibt auch diese Dosenart mit kleineren Spulenlängen (500m, 400m, 300m, 250m, 150m und 50m), aber dann ohne Umkarton.

Natürlich hat das Goethe-Institut noch Restbestände in einer anderen, älteren Verpackungsart. Diese sollen aber nach Rückkehr vom Einsatz auf die neue Verpackung umgestellt werden. Ähnlich sieht es bei den "35mm"-Kopien aus. Hier verwendet das Goethe-Institut auch eigene blaue Filmdosen, die in einem handelsüblichen schwarzen Filmkarton verpackt sind. Der Unterschied zu den 16mm- Kopien besteht nur darin, dass es bei den 35mm-Kopien keine Spule gibt. Das ist international so üblich. Dafür muss der Film immer auf einem Kunststoffkern "Bobby" aufgespult werden. Und bitte für den Rücktransport, im Gegensatz zu den 16mm-Kopien, die einzelnen Akte / Rollen nicht zurück spulen!

Was die Beschriftung von Filmkartons oder Dosen angeht, versucht das Goethe-Institut eine übersichtliche und informative Form mitzugeben. D. h.: Titel des Films, Sprachfassung, Untertitel, und Anzahl der Rollen oder Akte. Hinzu kommt, dass beim Goethe-Institut jeder Filmtitel eine "GI-" oder "IN-Nr." besitzt, und jede Filmkopie eine eigene Kopie-Nr. besitzt. Beispiel "IN 1654/112" oder "GI 5234/075". Diese Beschriftung auf den Kartons oder Dosen ist für die Logistik und Archivierung notwendig. Sie darf deshalb niemals überklebt oder sogar entfernt werden.

 

Geräte

Was bedeutet Wartung und Pflege von Filmprojektoren?

Jeder Projektor unterliegt einem Wartungs-Intervall, d.h. er muss in gewissen Zeitabständen fachmännisch auf Defekte oder bevorstehende Defekte untersucht werden. Verschlissene Teile sollten erneuert werden, zu justierende Teile richtig eingestellt. Wichtig ist auch die Schmier- und Ölwartung. Bitte nicht zuviel Öl oder Schmierstoffe in den Projektor oder Ölbehälter einfüllen, da sich Öl bei Erwärmung ausdehnt und überlaufen kann. Das überschüssige Öl läuft aus und wird bei der Aufwickelung auf den Schichtträger aufgespritzt. Dies verursacht erhebliche, aufwändige Reinigungskosten und kann zur Zerstörung des Films führen.

Jeder Hersteller legt zur Bedienungsanleitung ein Serviceheft bei, aus dem hervorgeht, wann was im Bereich Service und Wartung vorzunehmen ist. Um einen Schaden am Gerät zu vermeiden, müssen drei Vorschriften eingehalten werden. Bei einem "35mm"-Projektor, der meist standortgebunden ist, sollte man eine Fachfirma mit dem Service beauftragen.

Ein mobiles Gerät wie ein "16mm"-Projektor kann in eine Fachwerkstatt gebracht werden, um dort Service oder Wartung vornehmen zu lassen. Kleinere Reparaturen oder den Austausch von Verschleißteilen kann man meist selbst vornehmen. Darunter fallen Glühbirnen, Sicherungen und Staubfilter. Aber immer daran denken, dass man vorher den Netzstecker abzieht und das Gerät vom Strom trennt.

Xenon-Kurz-Bogenlampe Es gibt bei "35mm"-Projektoren ein Bauteil, das nicht ungefährlich ist: Die Projektorlampe ("Xenon-Kurz-Bogenlampe" oder "Xenon-Kolben")
 

Die Lampen können bis zu 10.000 Watt Lichtleistung haben. Aber nicht das macht sie gefährlich, sondern der hohe Druck, der im Inneren der Lampen herrscht.

  • Nie den Austausch der Lampe im heißen Zustand vornehmen.
  • Nie einen Wechsel ohne Schutzhandschuhe und Schutzmaske vornehmen. Darum sollten Schutzhandschuhe und eine Schutzmaske zur Ausrüstung gehören.
Es ist zu empfehlen, die Lampe vom Fachmann austauschen zu lassen. Solche "Kurzbogenlampen" sind grundsätzlich sehr robust und langlebig. Wenn aber während einer Vorführung eine "Kurzbogenlampe" kaputt gehen sollte, muss der Strom des Projektors abgeschaltet und solange gewartet werden, bis sich alle Teile um die Lampe herum abgekühlt haben. Auch wenn das Publikum schon ungeduldig wird - hier geht es um die Sicherheit der Personen.

 

Die gleichen Sicherheitsvorkehrungen gelten natürlich auch bei "16mm"-Projektoren.

Selbst wenn die Wartung der Geräte nicht selbst durchgeführt wird, ist die Pflege oberstes Gebot. Das heißt, nach jeder Rolle oder Aktvorführung sollten die Laufkanäle (Schlitten) und besonders das Bildfenster mit einem Pinsel von Staub und Schmutzpartikeln gereinigt werden. Auch ein nagelneuer Film zieht Schmutz und Staub an. Dieser setzt sich dann in die Laufkanäle und vors Bildfenster. Filmmaterial aus Polyester (Kunststoff) zieht allein aus statischen Gründen Partikel aller Art an.

Stark verschmutzte Bildfenster können z.B. einen Brand verursachen. Das Licht wird durch den Lampenspiegel im Projektor stark gebündelt und wirkt wie eine Lupe, wodurch sich Schmutz oder Staub entzünden können. Wird der Kolben oder die Projektionslampe nicht richtig justiert, kann es den Film auf der Schichtträgerseite zerstören.

Ein wichtiger Teil bei der Pflege ist auch das Objektiv. Jeder Brillenträger weiß, dass er seine Brille regelmäßig putzen muss, um klare Sicht zu haben. So verhält es sich auch mit dem Objektiv. Wenn der Film unscharf und dunkel ist, kann das unter Umständen am schmutzigen Objektiv liegen. Daher ist es wichtig, nach jeder Vorführung das Objektiv zu reinigen.

Ein Objektiv hat eine negative Eigenschaft: Es wird im Laufe der Zeit durch die ständige Lichteinstrahlung matt. Da nützt auch eine sorgfältige Pflege nichts. Das ist ein natürlicher Verschleißprozess, eine Neuanschaffung wird notwendig!

 

Filmpflege

Die Filmpflege und der Umgang mit dem Material sind in der heutigen Zeit wichtiger denn je, da auch die Kosten für die Herstellung der Filme gestiegen sind. Zwar hat sich die Qualität des Filmmaterials im Laufe der Zeit erheblich verbessert, aber ohne Sorgfalt und Pflege kann auch das beste Filmmaterial nicht überleben.

Jeder, der mit dem Material Film praktisch zu tun hat, sollte es wie ein rohes Ei behandeln. Vom Transport über die Projektion bis zur Lagerung. Filmgut sollte immer rechtzeitig versendet werden, damit der nächste Vorführer Zeit genug hat, das Material auf Zustand oder Schäden zu überprüfen. Sollte man dann vor einer Vorführung Schäden feststellen, muss die Zeit ausreichen, um eine Ersatzkopie zu bekommen, oder bei kleinen Schäden, die Kopie zu bearbeiten, z.B.

  • wenn der Film gerissen ist, ihn wieder zusammenzukleben,
  • schlechte oder schadhafte Klebestellen zu erneuern,
  • schmutzige Kopien vorher mit einem speziellen Tuch zu reinigen.
Dies wird in der Regel an einem Umroller, Umrolltisch oder Visioniertisch vorgenommen.

 

Es passiert leider immer wieder, dass ein Film zerstört wird. Ob leichte und reparable Schäden oder irreparable Schäden entstehen, wichtig ist, als erstes zu klären, warum der Schaden entstanden ist.

  • Ist das Vorführgerät defekt, muss es umgehend repariert werden.
    Bitte mit einem defekten Gerät keinen Film mehr vorführen!
  • Liegt es am Film selbst, dann ist er vorher womöglich nicht auf Schäden kontrolliert worden.

 

Als zweites prüft man die Größe der Schäden am Filmmaterial. Sind sie reparabel und man hat die Möglichkeit, den Schaden zu minimieren, sollte man das tun. Ist der Film gerissen, dann sollte er am besten trocken wieder zusammengeklebt werden. Vorausgesetzt, die schadhafte Stelle ist nicht länger als 1m.

Sehr, sehr wichtig ist hierbei jedoch, dass der schadhafte Teil nicht weggeworfen, sondern der Filmdose beigelegt wird. Noch wichtiger ist es aber, bei kleinen oder großen Schäden bzw. Reparaturen oder jeglichen Veränderungen am Film selbst einen Kurzbericht der Filmdose beizulegen, damit vor einer weiteren Vorführung der Schaden fachmännisch behoben werden kann. Die meisten Filme gehen nach ihrem Einsatz wieder zurück in unser Depot nach Weiterstadt. Dort werden sie gereinigt und einer intensiven Kontrolle unterzogen. Sollten Mängel festgestellt werden, wird der Schaden behoben. Ein beigefügtes Zustandsprotokoll erleichtert die Überprüfung der Schäden enorm.

In Weiterstadt wird das Filmmaterial unter optimalen Bedingungen gelagert: bei einer Temperatur von 15° bis 25° Celsius, bei einer Luftfeuchtigkeit von 40% bis 50% und unter optimalen Lichtverhältnissen ("abgedunkelte Räume").

Natürlich besitzt nicht jeder, der Filmgut lagern muss, solche optimalen Bedingungen. Aber je näher man diesen Bedingungen kommt, umso besser fürs Filmgut. Besonders älteres Filmmaterial leidet unter schlechten klimatischen Bedingungen. "Triacetat"-Filmmaterial reagiert sehr stark auf chemische Prozesse in seiner Umgebung. Ist das Material auf einer Blech- oder Eisenspule gewickelt und diese noch in eine Blech- oder Eisendose gelegt, kommt es sehr häufig zu einem Zersetzungsprozess. Man kann es meist am Essiggeruch riechen, doch dann ist es bereits zu spät.

Im Laufe der Zeit hat man festgestellt, dass die Beschichtung der Kopien in Verbindung mit Eisen zu einer chemischen Reaktion führt. Erst löst sich die Beschichtung, dann die einzelnen Farbschichten auf. Die Kopie ist nicht mehr zu gebrauchen und sollte schnellstmöglich von anderen Kopien getrennt und vernichtet werden. Durch die Einführung von Polyester beim Filmmaterial sowie Spulen und Dosen aus Kunststoff sind die Probleme weitgehend behoben.

Natürlich können sich auch andere Umwelteinflüsse negativ auf den Zustand einer Filmkopie auswirken. Wenn die Kopien längere Zeit erhöhter Wärme und Trockenheit ausgesetzt sind, führt das zum Austrocknen bis hin zum Schrumpfen des Materials. Die Folgen sind fatal. Zum einen werden die Perforationslöcher kleiner und der Abstand zueinander auch. Bei den ersten Zentimetern einer Vorführung würden die Zahnräder nicht mehr sauber in die Perforation greifen und der Film würde sofort gerädert werden. Des Weiteren biegt sich das Filmmaterial, was beim Durchlauf in den Führungskanälen eines Projektors zu Kratzern und Laufstreifen führt.

Jeder, der die Fähigkeit besitzt, einen Film in einem Projektor fachmännisch vorzuführen, kann stolz auf sich sein. Eine Videokassette in einen Videorecorder einzulegen und abzuspielen ist heutzutage kinderleicht. Um jedoch einen Film vorzuführen, bedarf es mehr.
Man muss den komplizierten mechanischen Vorgang eines Filmprojektors verstehen und beherrschen können. Außerdem muss man das Material Film in seiner Zusammensetzung kennen und wissen, wie man pfleglich damit umgeht.

 

Filmvorführer bedeutet Tradition und Fachwissen. Es ist etwas ganz Besonderes.
Auch wenn die Zeit des Films und der Filmvorführung langsam abläuft und durch modernere Medien ersetzt wird, erinnert man sich gerne daran wie alles begann.