Bulgarien Steckbriefe von Kulturmanagern

Aleksandros Vagenidis und Jorj Yordanov
© Goethe Institut e.V.

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, sagte schon Karl Valentin. Wie Kunst- und Kulturprojekte heute erfolgreich initiiert, koordiniert und auch finanziert werden können – das erlebten und diskutierten Künstler und Kulturmanager aus Bulgarien auf einer einwöchigen „Learning Journey“ durch Berlin. In ein paar ausgewählten Steckbriefen geben die Gäste Auskunft über ihre kulturellen Lieblingsevents, Ideen und Anregungen auf dieser Lernreise. 

  • Iva Paneva © Goethe Institut e.V.
    Name
    Iva Paneva

    Alter
    38

    Herkunft
    Bulgarien, Sofia

    Beruf
    Projektkoordinatorin und Performerin von „Our World“ Association

    Mein Lieblingsevent/Kulturprojekt auf dieser Reise bisher war...
    ...eine Tanzperformance in den Ufer-Studios für zeitgenössischen Tanz, an der über 100 Personen beteiligt waren.

    Die beste Werbung/das beste Marketing für Kultur ist, wenn...
    ...mitreißende Bilder (in Video- oder Foto-Form) interessante Projekte zeigen.

    Meine Ideen, um Kultur zu fördern/Fördermittel zu akquirieren, sind...
    ...unser „Our World Theater“ einen Abend lang für Künstler und Kulturmanager zu öffnen, um ihre Ideen und Projekte vor Publikum vorzustellen.

    Von Deutschland/Berlin können wir lernen, dass...
    ...große Vielfalt in einer Stadt herrschen kann und verlassene Gebäude in Kreativorte verwandelt werden können.

    Und das solltet Ihr Euch unbedingt bei uns in Bulgarien einmal ansehen:
    Bulgariens Kulturszene im Sommer in Warna am Schwarzen Meer und natürlich in Sofia!
  • Ivan Yanakiev © Goethe Institut e.V.
    Name
    Ivan Yanakiev

    Alter
    28

    Herkunft
    Bulgarien, Sofia

    Beruf
    Dirigent des „432 Chamber Orchestra“ in Sofia

    Mein Lieblingsevent/Kulturprojekt auf dieser Reise bisher war...
    ...ganz klar – der Besuch der Berliner Philharmoniker.

    Die beste Werbung/das beste Marketing für Kultur ist, wenn...
    ...man mit Beispielen und Auszügen aus dem Kunstprodukt begeistert.

    Was ich als Künstler gerne erreichen würde...
    ...ist, das Publikum mit Musik nicht nur zu berühren sondern auch zu transformieren, um es aus seiner Passivität zu reißen.

    Von Deutschland/Berlin können wir lernen, dass...
    ...Kultur hier gleichzeitig auf den verschiedensten Ebenen und Niveaus stattfindet und nicht nur für eine Oberschicht.

    Und das solltet Ihr Euch unbedingt bei uns in Bulgarien einmal ansehen:
    Das ungeschminkte, nicht vom Kulturministerium vorgesetzte Bulgarien, das leider oft noch zu sehr von einer postkommunistischen Mentalität und Passivität beherrscht wird.
  • Aleksandros Vagenidis und Jorj Yordanov © Goethe Institut e.V.
    Name
    Aleksandros Vagenidis und Jorj Yordanov

    Alter
    26 und 57

    Herkunft
    Bulgarien, Sofia

    Beruf
    Vagenidis arbeitet im Kulturhaus „Sredets“; beide singen zusammen im A-capella-Ensemble „Vox Orphikus“

    Mein Lieblingsevent/Kulturprojekt auf dieser Reise bisher war...
    ...steht uns bestimmt noch bevor.

    Die beste Werbung/das beste Marketing für Kultur ist, wenn...
    ...Kunst überzeugt, einmal das Publikum - und zum anderen die Politik, Projekte finanziell zu unterstützen.

    Was ich als Künstler gerne erreichen würde...
    ...in den Medien präsent sein und sie für Werbung nutzen.

    Von Deutschland/Berlin können wir lernen, dass...
    ...auch hier „ohne Moos nix los ist“, wie ihr so schön sagt. Und dass es viele gute Ideen gibt, Kultur auch unabhängig oder alternativ von der Politik zu finanzieren.

    Und das solltet Ihr Euch unbedingt bei uns in Bulgarien einmal ansehen:
    Natürlich eines unserer Konzerte von „Vox Orphikus“ – am besten in historischer Kulisse!
  • Irina Beleva © Goethe Institut e.V.
    Name
    Irina Beleva

    Alter
    50

    Herkunft
    Bulgarien, Plowdiw

    Beruf
    Beraterin für die bulgarisch-chinesische „Business Development Association“

    Mein Lieblingsevent/Kulturprojekt auf dieser Reise bisher war...
    ...dass wie als Gruppe untereinander und zusammen mit den deutschen Gesprächspartnern sehr angeregt diskutiert haben.

    Die beste Werbung/das beste Marketing für Kultur ist, wenn...
    ...man seine Projekte heutzutage in den sozialen Netzwerken wie Facebook und ähnliches postet.

    Meine Ideen, um Kultur zu fördern/Fördermittel zu akquirieren, sind...
    ...mehr auf Kooperationen zu setzen und bei großen Kulturevents neue Märkte, vor allem in China, Vietnam oder auch Singapur anzusprechen.

    Von Deutschland/Berlin können wir lernen, dass...
    ...man als Künstler immer selbst aktiv werden kann und sich mit anderen in Kooperativen zusammenschließen kann.
  • Aleksandra Genova © Goethe Institut e.V.
    Name
    Aleksandra Genova

    Alter
    28

    Herkunft
    Bulgarien, Sofia

    Beruf
    Kulturentrepreneur und Mitarbeiterin der „Association for Urban Libraries“

    Mein Lieblingsevent/Kulturprojekt auf dieser Reise bisher war...
    ...das Berliner Nachtleben im Club „Kater Blau“.

    Die beste Werbung/das beste Marketing für Kultur ist, wenn...
    ...man herkömmliche Wege verlässt und über die sozialen Netzwerke neue, künstlerische und innovative Ideen verbreitet.

    Meine Ideen, um Kultur zu fördern/Fördermittel zu akquirieren, sind...
    ...zur Not auch erstmal Kulturprojekte ohne Finanzierung anzustoßen und dann im Prozess Geldgeber zu überzeugen.

    Von Deutschland/Berlin können wir lernen, dass...
    ...Kunst hier einen hohen Stellenwert genießt, sowohl als wirtschaftlicher als auch als Standortfaktor, und dass Kunst der Gesellschaft wichtige Werte vermittelt.

    Und das solltet Ihr Euch unbedingt bei uns in Bulgarien einmal ansehen:
    Das Nachtleben in Sofia sowie die Menschen in der Stadt erleben.
  • Martina Staneva © Goethe Institut e.V.
    Name
    Martina Staneva

    Alter
    41

    Herkunft
    Bulgarien, Sofia

    Beruf
    Mitarbeiterin, Projektkoordinatorin, Gruppenanalystin und Philosophin in der „Don Bosco Bulgaria Foundation/Centre for Culture and Debate Red House Andrey Nikolov“

    Mein Lieblingsevent/Kulturprojekt auf dieser Reise bisher war...
    ...die selbstorganisierten, nichtstaatlichen Kunst- und Künstlerinitiativen der Stadt kennenzulernen, die ihr Wissen mit uns teilten.

    Die beste Werbung/das beste Marketing für Kultur ist, wenn...
    ...die Leute selbst anfangen zu reden und anderen von ihrem Kunstprojekt erzählen.

    Meine Ideen, um Kultur zu fördern/Fördermittel zu akquirieren, sind...
    ...mich mehr mit Crowdfunding zu beschäftigen, ebenso wie mit Förderprogrammen der EU, städtischen Initiativen und auch Kulturinstituten wie etwa dem Goethe-Institut.

    Von Deutschland/Berlin können wir lernen, dass...
    ...wir Werte wie Akzeptanz, Toleranz, Vielfalt, Freiheit und auch Pünktlichkeit :) ebenso hochhalten.