Hospitationsprogramm für junge ausländische Theaterschaffende

Hospitationsprogramm

Das Goethe-Institut, München (GI) und das Zentrum Bundesrepublik Deutschland des Internationalen Theaterinstituts (ITI) führen gemeinsam ein Hospitationsprogramm für junge ausländische Theaterleute durch, die in ihrem Heimatland bereits weiter reichende Theatererfahrungen gesammelt haben, und die ihrerseits ihre Erfahrungen als Multiplikatoren in der heimischen Theaterszene weiter tragen.
Im Rahmen des Programms werden sie von Bühnen in der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen und sollen dort Produktionsbedingungen sowie den Konzeptions- und Probenprozess zumindest einer Inszenierung kennen lernen. Umgekehrt können die gastgebenden Bühnen von den durch die Gäste mitgebrachten Impulsen profitieren. Darüber hinaus wird den Stipendiaten Gelegenheit gegeben, Aufführungen anderer Theater in der Bundesrepublik zu besuchen.

Die Auswahl aus den Bewerbungen wird gemeinsam vom Bereich Theater/Tanz der Zentrale des Goethe-Institut und vom Zentrum Bundesrepublik Deutschland des Internationalen Theaterinstituts in Berlin getroffen.

Wer kann sich bewerben?

  • Regisseure, Dramaturgen, Bühnenbildner sowie Assistenten in diesen Berufen aus den Bereichen des Schauspiels, des Kinder- und Jugendtheaters und des Musiktheaters bis zum Höchstalter von 40 Jahren.
  • Choreografen bis zum Höchstalter von 40 Jahren.
  • Ausgeschlossen sind Kritiker und Studierende sowie Theaterwissenschaftler.
  • Kandidaten aus Entwicklungs- und Transformationsländern (Mittel-, Süd- und Osteuropa, Asien, Afrika, Lateinamerika) werden bei der Auswahl bevorzugt.

Wo und wann kann man sich bewerben?

  • Bei den Kulturinstituten des GI im Ausland respektive bei den Zentren des ITI – an Orten, wo beide vertreten sind, werden sich beide Seiten untereinander abstimmen.
  • Eine Bewerbung muss mindestens drei Monate, im Falle einer Bewerbung zwischen März und August (wegen der Theaterferien) mindestens fünf Monate vor dem gewünschten Hospitationsbeginn in München bzw. Berlin (ITI) eingegangen sein.

Voraussetzungen für die Bewerbung

  • Unabdingbare Voraussetzung ist eine gute Beherrschung der deutschen Sprache (wenigstens Einstufung Mittelstufe beim GI), damit der Stipendiat dem Probenprozess und Theateraufführungen folgen sowie sich mit den deutschen Kollegen fachlich verständigen und sich in der neuen Umwelt selbständig orientieren und bewegen kann.
  • Ferner wird erwartet, dass er sich mit der deutschen Theaterlandschaft und mit wichtigen Werken der deutschen dramatischen Literatur – wenn auch teils nur in landessprachlichen oder anderen Übersetzungen – vertraut gemacht hat. Dazu sollen die Informationszentren, Bibliotheken sowie Film- und Videotheken der Kulturinstitute des GI oder vergleichbarer Einrichtungen angemessene Hilfestellung leisten.
  • Schließlich sollte der Bewerber glaubwürdig versichern, dass er nach dem Hospitationsaufenthalt in sein Herkunftsland zurückkehrt und die erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen dort berufsspezifisch und multiplikatorisch einbringt.

Bewerbungsunterlagen

Die Bewerbungsunterlagen sind über die Kulturinstituten des GI und die Zentren des ITI erhältlich.

Welche Leistungen bietet das Programm?

  • Der Zeitraum für die Hospitation an einer deutschen Bühne beträgt in der Regel drei Monate; in begründeten Einzelfällen ist eine Verlängerung bis zu maximal sechs Monaten möglich (in den Monaten Juli/August ist eine Hospitation wegen der Theaterferien nicht möglich).
  • Die Kandidaten können Wünsche äußern, an welchen Bühnen sie ihre Hospitation absolvieren möchten, eine Umsetzung dieser Wünsche kann jedoch nicht garantiert werden. Entscheidend für die Auswahl des gastgebenden Theaters ist neben dem künstlerischen Stellenwert, welches Theater die besten Möglichkeiten für eine Integration in die Arbeitsprozesse und eine persönlichere Betreuung bieten kann.
  • Während der Zeit der Hospitation erhält der Stipendiat eine monatliche Aufenthaltspauschale für Miete, Unterhalt etc. in Höhe von z. Z. € 780,00 (bei nicht voller monatlicher Anwesenheit verringert sich die Pauschale um € 26,00 pro Tag).
  • Die Reisekosten werden in Höhe des günstigsten Flugtickets (Economy) übernommen, wenn sich der Stipendiat nicht vorher schon oder nachher noch in Deutschland aufhält
  • Für Besuche an anderen Theatern werden (nach Vereinbarung mit dem Bereich Theater/Tanz des GI) Kosten für Bahnreisen (2.Kl.) sowie Theaterkarten (soweit sie nicht frei zur Verfügung gestellt werden) bis zu einer maximalen Höhe von € 300.- übernommen.
  • Für die Stipendiaten wird für die Dauer des Aufenthalts in Deutschland vom GI eine Unfall- und Krankenversicherung abgeschlossen.
  • Bricht der Stipendiat seinen Aufenthalt aus Gründen, die er selbst zu vertreten hat, vorzeitig ab, so ist er verpflichtet, die Kosten des Flugtickets zurückzuerstatten.
  • Das Programm kann eine persönliche Betreuung des Stipendiaten nicht leisten, so dass von ihm neben einer guten Beherrschung des Deutschen Selbständigkeit, Eigeninitiative und Kontaktfreudigkeit erwartet werden müssen.