Baltimore: Kunst in urbanen Krisenzeiten

Was tun, wenn Industrien abwandern, Städte schrumpfen und Verarmung droht? Kleine und mittelgroße Städte in den USA und in Europa erproben seit Jahren, welche Rolle hier die Kunst spielen kann – und zwar nicht einfach als Weichzeichner der Trostlosigkeit. Ende Mai bringt das Goethe-Institut Soziologen, Stadtplaner und Aktivisten zum transatlantischen Erfahrungsaustausch zusammen.

Baltimore
30. und 31. Mai 2014

 

Wilfried Eckstein Kunst und urbaner Frieden
Wenn Künstler und Kuratoren Stadtverwaltungen, Hauseigentümern, Investoren, öffentlichen und privaten Stiftungen Freiräume für die Kunst abringen, können sie damit helfen, urbanen Frieden und Chancengleichheit zu stärken. Dieser überraschende Nebeneffekt kann der Kunst neue Bedeutung bei der Stabilisierung des öffentlichen Lebens geben. Das Symposium „the role of artists and the arts in urban resilience“ bringt insgesamt 25 US-amerikanische Soziologen und Urbanisten mit Kolleginnen und Initiativen aus Finnland, Griechenland, Großbritannien, Irland, Österreich, Spanien und Deutschland zusammen.

Wissenschaftler und Aktivisten im Austausch
Die teilnehmenden amerikanischen Urbanisten und Soziologen wie Maria Rosario Jackson von der bei Detroit ansässigen Kresge Foundation, Jason Schupbach von der US-amerikanischen Kulturstiftung National Endowment for the Arts und Mark Stern von der University of Pennsylvania beschäftigen sich mit Stadtentwicklungsprozessen und erforschen, wie Kunst und Kultur darauf positiv einwirken können.

Die europäischen Teilnehmer der Konferenz repräsentieren ein breites Spektrum von künstlerischen Initiativen, die an der Schnittstelle der Interessen von Architekten, Stadtplanern, Investoren und Bewohnern neue Perspektiven geschaffen haben:

So hat Polydoros Karyofyllis, Mitbegründer der Biennale von Athen, die „1st Place Branding Conference in Greece” organisiert, Carol Bell leitet das Kulturprogramm der NewcastleGateshead Initiative, die die ehemaligen Werften entlang des Tyne-Ufers revitalisiert hat. Die Künstlerin Barbara Holub ist Mitgründerin der Plattform transparadiso und leitet ein Forschungsprojekt zur Rolle von Kunst im Kontext urbaner Entwicklung an der Technischen Universität Wien, Rafael de Balanzo entwickelt öffentliche Formen zwischen Kunst und Wissensvermittlung in Barcelona und Washington DC und der Berliner Galerist Alexander Koch ist Vorsitzender des Vereins Neue Auftraggeber, der es Bürgern auch ohne eigene materielle Ressourcen ermöglicht, ein Kunstwerk in Auftrag zu geben.