Italien „The Veddel Embassy“ auf der Architekturbiennale

Mit „The Veddel Embassy: Representing Germany“ kommen die Künstler Björn Bicker, Michael Graessner und Malte Jelden vom 18. bis 22. Oktober nach Venedig. Zusammen mit Bewohnerinnen und Bewohnern des multikulturellen, von Migrationsbewegungen geprägten Hamburger Stadtteils Veddel gründen sie für „Performing Architecture“, dem Begleitprogramm des Goethe-Instituts auf der 15. Architekturbiennale, eine eigene Botschaft, die „Veddel Embassy“. 

Venedig
18. bis 22. Oktober 2016
 

„The Veddel Embassy“ | „The Veddel Embassy“ | Foto: Christian Bartsch Die Internationale Architekturausstellung in Venedig – „La Biennale di Venezia“ – steht in diesem Jahr unter dem Motto „Reporting from the Front“. Für den deutschen Beitrag „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ wurden die Wände des denkmalgeschützten Deutschen Pavillons durchbrochen, um ihn in ein offenes Haus zu verwandeln. „Performing Architecture“ setzt sich in diesem Kontext mit Verbindungen von Architektur und Darstellender Kunst auseinander – und fragt danach, wie die verschiedenen Menschen einer multikulturellen Gesellschaft die Stadt zu ihrer Heimat machen können.

Botschafter der Vielfalt 

Im Mittelpunkt von „Performing Architecture“ steht ein Projekt der Theatermacher Björn Bicker, Malte Jelden und Michael Graessner, die seit vielen Jahren an den Schnittstellen von Kunst, Politik und sozialer Praxis arbeiten. Für „The Veddel Embassy: Representing Germany“ bringen sie die von Einwanderung geprägte Realität des Hamburger Stadtteils Veddel nach Venedig. Rund 60 Bewohnerinnen und Bewohner des multikulturellen Viertels kommen dafür im Oktober für eine Woche nach Italien und eröffnen in der Chiesa della Misericordia „The Veddel Embassy“. Hier sind alle Besucher eingeladen, das europäische Miteinander zu zelebrieren, in Frage zu stellen oder selber zu Botschaftern der Vielfalt zu werden. 

Ort des Austauschs

Das Projekt „The Veddel Embassy“ will einen Ort des Austauschs schaffen – sowohl mit der lokalen Bevölkerung als auch mit den internationalen Gästen der Biennale. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Veddel stellen ihre Ideen und Ideale vor, ihr Leben und ihre Heimat. Im Rahmen diverser Projekte wie dem Sprachcafé Nova, dem Intercommunal Orchestra oder einem neu gegründeten Reisebüro, das Ausflüge in kulturell unterschiedlich geprägte Stadtteile Venedigs organisiert, wird unter Anleitung der Veddel-Bewohner das gelebt, was auf der Biennale theoretisch und konzeptuell reflektiert wird. Ausgangspunkt ist eine so eindeutige wie komplizierte Tatsache: Wie kann Deutschland als Einwanderungsland die Bedürfnisse der verschiedenen religiösen, ethnischen und auch sexuellen Minderheiten gerecht und friedlich organisieren? 

Stadtteil der Ankunft

Die kleine Elbinsel Veddel liegt nur zwei S-Bahn-Stationen vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt. Früher sind von dort aus deutsche Auswanderer nach Übersee aufgebrochen. Heute leben hier knapp 5.000 Menschen und aus der Veddel ist ein Stadtteil der Ankunft geworden, der seit 70 Jahren Migranten aufnimmt. Einwanderer aus über 60 verschiedenen Ländern leben hier zum Teil seit Generationen in friedlicher Nachbarschaft. Ethnische und religiöse Minderheiten Europas begegnen sich auf der Veddel und bilden eine Gesellschaft. 

Mit der Programmreihe „Performing Architecture“ beteiligt sich das Goethe-Institut an der Internationalen Architekturbiennale Venedig. „Performing Architecture“ wird von der Robert Bosch Stiftung und dem Kulurfonds RheinMain unterstützt.
„The Veddel Embassy: Representing Germany“ findet in Kooperation mit dem Hamburger SchauSpielHaus und dem Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Hamburg-Ost statt.

 

Kontakt:

Christina Steenken
Pressereferentin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel. +49 30 25906 471
christina.steenken@goethe.de

Silke Neumann
BUREAU N
Tel. +49 30 62736 102
silke.neumann@bureau-n.de 

Judith Kurz
Bereich Tanz und Theater
Goethe-Institut Zentrale
Tel. +49 89 15921 534
judith.kurz@goethe.de