Ausstellung
Ankündigung - NoBody | ©Mukenge/Schellhammer
Elima - NoBody
Kuratiert von Dr Nadia Ismail
13.03. - 01.05.2026
Ausstellung // Eintritt frei
Vernissage: 13.03.2026 // 18:00 Uhr
Museum für zeitgenössische Kunst und Multimedia Kinshasa
„Aber ist es möglich, sich ein Kunstwerk ohne Schöpfer:in vorzustellen, ohne ein:e Künstler:in, der/die es geschaffen hat?“ Valentin-Yves Mudimbe
Mit Elima – NoBody präsentiert das transnationale Künstler:innen-Duo Christ Mukenge und Lydia Schellhammer eine Ausstellung, die Fragen von Autorschaft, Körperlichkeit und kollektiver Existenz in den Mittelpunkt stellt. Die Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Installation, performativer Praxis und konzeptueller Forschung und entwickeln eine künstlerische Sprache, die sich bewusst von einer individualisierten Urheberschaft entfernt.
Die Haltung und Arbeitsweise von Mukenge/Schellhammer ist nachhaltig von der Kunstströmung des Partagisme geprägt, die in Kinshasa in Zentralafrika ihren Urpsrung fand:
„Partagisme bezeichnet eine Bewegung radikal kollektiver Praxis in Kinshasa, die 2014 von Künstler:innen gemainsam mit Studierenden der Académie des Beaux-Arts de Kinshasa gegründet wurde. Der Begriff leitet sich vom französischen Verb „partager“ (teilen) ab und wird durch die Hinzufügung der Endung „-isme“ zu einer Theorie kollektiver Urheberschaft.“ [Christ Mukenge]
Partagisme versteht Teilen, kollektive Handlung und das Auflösen hierarchischer Strukturen als ästhetische Strategie. So arbeiten mehrere Personen, nach vorher definierten Absprachen, an einer Arbeit, sodass die singulären Handschriften zunehmend ineinander verschwimmen. Mukenge/Schellhammer gehen noch einen Schritt weiter. So verstehen sie ihre Arbeit zunehmend nicht mehr als das Ergebnis zweier künstlerischer Positionen, sondern als Ausdruck einer eigenständigen Entität: dem DUO. Dieses fungiert als autonomes künstlerisches System, das Entscheidungen, Prozesse und Erscheinungsformen hervorbringt, ohne sich eindeutig auf individuelle Autor:innenschaft zurückführen zu lassen. Auch im Titel der Ausstellung Elima – NoBody wird diese Verschiebung sichtbar – der Körper wird unwesentlich, entzieht oder transformiert sich kontinuierlich. Stringent verbindet sich die multimediale Herangehensweise des DUOs, in die der physische Pinselstrich in eine digitale Welt übergeht, um im nächsten Moment als Objekt im ‚Realraum‘ zu erscheinen, während Präsenz und Abwesenheit zugleich verhandelt werden.
Der Titel Elima – NoBody verweist zugleich auf Wissen, Erinnerung und Entkörperlichung. Die Ausstellung untersucht, wie Identität entsteht, wenn sich das Subjekt auflöst und künstlerische Produktion als relationale, vielstimmige Praxis gedacht wird. Räume, Materialien und narrative Fragmente bilden dabei ein Gefüge, in dem das DUO als handelnde Instanz erscheint – nicht als Summe zweier Künstler:innen, sondern als eigenständige Präsenz.
Mukenge/Schellhammer eröffnen mit Elima – NoBody einen wichtigen Diskurs über Autonomie, kulturelle Identität, Kollektivität und die Möglichkeit einer Kunst jenseits des individuellen Ichs. Die Ausstellung lädt dazu ein, Autorenschaft neu zu denken und Kunst als Prozess gemeinsamer, sich stetig wandelnder Existenz zu erfahren.
„Das ist auch für unsere künstlerische Arbeit sehr wichtig, die sich aus diesem lokalen Kontext entwickelt hat. Im Jahr 2024 haben wir das DUO zu einem von uns unabhängigen Wesen erklärt. Im Laufe unserer langjährigen Zusammenarbeit entstand aus unseren jeweiligen künstlerischen Methoden, Ausdrucksweisen und visuellen Gewohnheiten ein dritter Stil: die Bildsprache des DUOS. Dieses ist zu einem eigenständigen Wesen mit eigenen formalen Besonderheiten und einer eigenen Ästhetik geworden, zu einem zweiköpfigen Monster. Die Entstehung dieses Wesen wollen wir hier präsentieren, indem wir das DUO selbst zu Wort kommen lassen.“ [Mukenge / Schellhammer]
Eine Kooperation des Musée d'Art Contemporain et Multimédia Kinshasa und der Kunsthalle Giessen.
Mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Institut Kinshasa.
Joel Kenda, Leitung Musée d'Art Contemporain et Multimédia Kinshasa
Dr Nadia Ismail, Leitung Kunsthalle Giessen und Kuratorin der Ausstellung
Mwano Studio, Grafik Design
Mohsen Hazrati, 3D Design
Edwige Dro, Übersetzung und Lektorat